Bei Milch und Ferkeln "brennt's"

Stellvertretender Kreisobmann Alfred Bauer, Geschäftsführer Josef Wittmann und Landwirtschaftsdirektor Reinhold Witt (von li) setzen sich für die Belange der Landwirte ein.
Lokales
Thanstein
03.11.2015
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Laufhof und Laufstall: Bei der Investitionsförderung stehen Projekte zugunsten des Tierwohls ganz oben auf der Liste. Bei der BBV-Gebietsversammlung war auch die Preismisere für bayerische Landwirte ein Thema. Ein neues Hilfsprogramm soll Nachteile etwas abfedern.

Die Preismisere und die Neuerungen der aktuellen Düngeverordnung waren nur zwei der "Brennpunkte", die bei der Gebietsversammlung des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) im "Krämerhof" in Kulz angesprochen wurden. Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) hatte hierzu eingeladen und mit Geschäftsführer Josef Wittmann einen kompetenten Referenten bestellt.

"Greening" ausgewertet

Der Besuch der Versammlung war sehr gut, worüber sich auch Landwirtschaftsdirektor Reinhold Witt freute. Dieser begrüßte auch den stellvertretenden Kreisobmann Alfred Bauer. Witt wartete zunächst mit aktuellen Zahlen über Personal, Fortbildung und Ausbildungssituation auf, dann ging er näher auf den Sachkundenachweis ein, der beim Kauf, Verkauf oder bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln unerlässlich ist. Ein Verstoß ist nun bußgeldbewehrt. Er informierte über Antrag, Fortbildung und Fristen.

Bei der Investitionsförderung stehen Projekte zugunsten der Förderung des Tierwohls sowie Laufhöfe, Tierausläufe, Laufställe oder auch Heu-Trocknungsanlagen ganz oben auf der Liste. Witt ging auch näher auf Fördersätze und Antragsprozedere ein. Die Auswertung der "Greeningbeteiligung" im Landkreis ergab 3 714 Hektar bei Zwischenfrüchten, 737 Hektar bei stickstoffgebundenen Pflanzen und 433 Hektar bei brachliegenden Flächen.

Zuschuss zu Darlehen

Noch ausbaufähig ist laut Witt die Randstreifennutzung bei Feld- und Waldrändern und entlang von Gewässern. "Zeigen Sie hier Mut" so die Aufforderung des Fachmanns. Mit einigen Hinweisen zu anstehenden Terminen, wie zum Beispiel dem Vortrag "Rinderhalter im Nebenerwerb - Veränderungen als Chance sehen" am 17. November in Penting, schloss er seine Ausführungen.

Geschäftsführer Josef Wittmann gab Informationen zum aktuellen Beratungsstand beim Liquiditätshilfeprogramm für Milcherzeuger, Ferkelerzeuger und Schweinehalter. Der Zuschuss für förderfähige Darlehen beträgt zehn Prozent der Darlehenssumme und die Obergrenze liegt bei 10 000 Euro, ist allerdings noch nicht genau entschieden. Dies soll nur einer von mehreren geforderten Schritten sein, um die gravierende Preismisere bei Milch, Fleisch, Ferkeln aber auch bei Trockenheitsgeschädigten etwas abzufedern.

Weiter berichtete er von den Forderungen aus der BBV-Präsidiumserklärung vom Juli diesen Jahres. So soll durch Erhöhung von Bundeszuschüssen eine Entlastung bei den Sozialversicherungsbeiträgen erreicht werden. Auch die Risiko-Ausgleichsrücklage im Hinblick auf steuerliche Risikovorsorge steht hier zur Debatte. Ebenfalls Abhilfe soll die Neuregelung des Investitionsabzugsbetrags bringen. Ab 1. Januar 2016 soll eine Gewinnglättung durch den Wegfall bei Funktionsbezeichnungen von anzuschaffenden Wirtschaftsgütern erzielt werden.

Glyphosat meiden

In der Novelle zur Düngeverordnung spielt Glyphosat, das im bekannten "Roundup" enthalten ist, eine wichtige Rolle. Dieses Mittel ist seit nunmehr 30 Jahren im Einsatz und nach neuesten Erkenntnissen wahrscheinlich krebserregend. "Doch hier ist die Beweislage nicht eindeutig", so der Referent. Mit dem Zitat "Bauernverband ist mehr als die Summe seiner Mitglieder, dem Haupt- und Ehrenamt" endete sein Vortrag.
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