Das Elend gesehen

Hauptmann André Harzendorf und Bürgermeister Walter Schauer (vorne von links) legten einen Kranz nieder. Bild: dl
Lokales
Thanstein
18.11.2015
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Wer in wenigen Wochen die Weihnachtsgeschichte hört, sollte sich dabei das Schicksal der Flüchtlinge und den beschwerlichen Weg von Josef und Maria nach Bethlehem vor Augen führen. Dieser Rat am Volkstrauertag kam aber nicht von einem Geistlichen.

An den Kriegerdenkmälern in Dautersdorf, Kulz und Thanstein wurde der Opfer von Terror, Gewalt und Krieg gedacht. Am Samstagabend versammelten sich nach dem Gottesdienst die Vereine in Kulz mit Bürgermeister Walter Schauer, Hauptmann André Harzendorf, einer Abordnung der Patenkompanie aus Pfreimd und Pfarrer Eugen Wismeth zum Gedenken.

In Thanstein sorgten am Sonntag die Soldaten- und Reservistenkameradschaft Thanstein, die Feuerwehr, eine Abordnung der Bundeswehr und die Bevölkerung mit Pfarrvikar Benny Joseph Kochumundammalayil für ein würdiges Gedenken am Friedhof. Kompaniechef Harzendorf gedachte der Kriegstoten des 20. Jahrhunderts: "Nach jedem Krieg war der Ruf nach Frieden groß und die Stimmen der Versöhnung präsent. Und dennoch haben Gedenken und Erinnerungen nicht ausgereicht, eine Mahnung für die Zukunft zu erzeugen." Hundertausende Flüchtlinge stünden vor unserer Tür, "sie fliehen über tausende Kilometer vor Krieg und Gewalt, um zu leben", sagte der Kompaniechef und zog Parallelen zur Weihnachtsgeschichte. Er selbst und viele seiner Soldaten waren in Krisengebieten eingesetzt. "Wir haben das Elend der Welt gesehen, und Kameraden haben mit ihrem Leben dafür bezahlt, dass sie aus dieser Welt einen sicheren Platz machen wollten", so der Hauptmann.

Für die Toten legte er mit dem Bürgermeister einen Kranz nieder. Trompeter Armin Stibich spielte das "Lied vom guten Kameraden". Nach den Salutschüssen bedankte sich SRK-Vorsitzender Ulrich Knoch besonders beim Thansteiner Kirchenchor für den würdigen Rahmen. In Dautersdorf wurde der Gefallenen bereits vor einer Woche gedacht.
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