Griff nach Fördertopf

Wir bringen leichter 20 bis 30 Prozent an Eigenleistung auf als 50 Prozent.
Lokales
Thanstein
02.10.2014
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Im Rennen um bis zu vier Millionen Euro Fördergelder, geht Thanstein mit auf die Strecke. Die Gemeinde beteiligt sich am Entwicklungskonzept der LAG Brückenland Bayern-Böhmen, das den Weg für ein neues EU-Förderprogramm frei machen soll.

"Europäischer Fond für Regionale Entwicklung", kurz EFRE, nennt sich der heiß begehrte Topf aus dem Mittel für eine nachhaltige Stadt-Umland-Entwicklung in die Region fließen sollen. Von einem "lukrativen und spannend ausgestatteten Förderprogramm" sprach Manuel Lischka, LAG-Geschäftsführer und Regionalmanager, als er den Gemeinderäten das Projekt schmackhaft machte.

Einwohnerzahl auf Kante

Die zwölf Mitgliedsgemeinden der LAG gehen mit einem gewissen Vorsprung in den Wettlauf um den Zuschuss-Genuss. Mehrere Voraussetzungen werden bereits erfüllt: So besteht die geforderte interkommunale Allianz seit mehreren Jahren, anstelle von mindestens einer Stadt hat die LAG mit Oberviechtach und Schönsee gleich zwei mit dabei. Ein Knackpunkt für die Bewerbung könnte höchstens die Gesamteinwohnerzahl sein: So müssen im Gebiet einer Kommunal-Allianz mindestens 20 000 Menschen wohnen, mit knapp über 20 300 reicht die Einwohnerzahl in den LAG-Orten gerade so aus. "Wir brauchen daher alle Kommunen im Boot", verdeutlichte Lischka, "sobald eine Gemeinde nicht mitmacht, scheitert alles".

Die ersten zwei Bewerbungsphasen hat die LAG hinter sich gebracht, in Phase drei muss nun ein eigenes Entwicklungskonzept präsentiert werden. Und da pressiert's: Bereits bis 15. Dezember - in zweieinhalb Monaten - müssen die Entwicklungsziele und -maßnahmen erarbeitet sein. Doch auch hier sah Manuel Lischka die LAG-Gemeinden im Vorteil: Während der Leerstandsoffensive seien viele Daten gesammelt worden, die nun in das neue Konzept einfließen können. Als "Produzent" für das Konzept soll daher am Leipziger Büro "Urban Management Systems" (u.m.s.) festgehalten werden, mit dem beim Leerstandsprojekt zusammengearbeitet worden war.

Geld für gute Ideen

70 bis 80 Prozent Förderhöhe sieht das neue Programm vor, "das lässt deutlich größere Spielräume zu", verdeutlicht Lischka. Er schätzt, dass ein Gemeindeverbund wohl mit zirka vier Millionen Euro Zuschüssen rechnen könne. Der Fördertopf sei sehr begehrt, allein aus dem Landkreis Schwandorf gebe es vier Bewerbungen. Die beteiligten Gemeinden müssen sich auf zwei von sieben Handlungsfeldern festlegen, die sich mit Problemen im gesamten Raum befassen. Welches Einzelprojekt gefördert wird, sei von der Idee abhängig - "je besser und zukunftsfähiger, umso höher die Aussicht auf einen Zuschuss". Sollte die LAG den Zuschlag nicht erhalten, "das Entwicklungskonzept wird aber auf jeden Fall gefördert", so Lischka. Maximal 50 000 Euro soll es kosten, für Thanstein würde sich der Eigenanteil - nach Abzug des Zuschusses - auf 729 Euro belaufen.

"20 bis 30 Prozent Eigenleistung bringen wir leichter auf als 50 Prozent", empfand Bürgermeister Walter Schauer das EFRE-Programm "von den Fördersätzen her sehr interessant". Mögliche Ideen sah er im Bereich von Jugendheim und der ehemaligen Schule, aber auch die Gestaltung von Dorfplätzen und Vorhaben im Bereich der Burg seien denkbar. Der Beschluss des Gremiums, das Entwicklungskonzept durch das Leipziger Büro erarbeiten zu lassen, fiel einstimmig aus.
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