Im Gespräch zum Erfolg

"Wir sind auf einem guten Weg", steht für Bürgermeister Walter Schauer nach dem ersten Jahr seiner Amtszeit fest. In seinem Büro im der ehemaligen Schule hält er jeden Dienstag Bürgersprechstunden. Bild: Mardanow
Lokales
Thanstein
17.07.2015
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"Der Einstieg fällt relativ leicht, wenn du weißt, was vorher gelaufen ist." Walter Schauer schreibt es seinen 30 Jahren Erfahrung im Gemeinderat zu, dass er sich so schnell im neuen Amt eingefunden hat. Seit mittlerweile gut einem Jahr ist der 56-Jährige Bürgermeister von Thanstein.

"Es macht nach wie vor Spaß", räumt Walter Schauer zu Beginn des NT-Gesprächs ein. Durchs Fenster seines Amtszimmers, das er sich im früheren Schulleiter-Büro der ehemaligen Grundschule eingerichtet hat, scheint die Sonne. Jeden Dienstag hält der Bürgermeister hier seine Amtsstunden ab - "es hat mich überrascht, wie gut die Bürger dieses Angebot annehmen".

Auf das persönliche Gespräch legt der Bürgermeister ohnehin viel Wert. "Ohne Kontakte geht es nicht, wenn du etwas voranbringen willst." Walter Schauer hat viel Zeit investiert, um Behörden wie Landratsamt oder Regierung kennenzulernen oder verschiedene Firmen, die im Gemeindebereich tätig sind. Erste Früchte gab es für Thanstein bereits zu ernten: So sei es gelungen, eine fast 90-prozentige Förderung für den Straßenausbau und eine Stabilisierungshilfe für den Gemeindehaushalt in Höhe von 100 000 Euro zu ergattern.

Grundsteuer soll runter

Den Finanzen der Gemeinde gilt ein Hauptaugenmerk Schauers: Heuer und im Vorjahr wurden keine neuen Schulden gemacht, bis Ende 2015 sollen die roten Zahlen auf etwa 1,7 Millionen Euro zurückgefahren werden. Noch im Jahr 2013 belief sich der Schuldenstand auf 2,4 Millionen Euro. Trotzdem kann die Gemeinde investieren: "Den Straßenausbau von Kiesenberg bis zur Kreisstraße schaffen wir ohne Kredite." Um weiter auf dem Weg der Haushaltskonsolidierung voranzuschreiten, hat die Gemeinde für 2016 wieder eine Stabilisierungshilfe beantragt - "ich hoffe, dass wir in dem Topf drinbleiben". Von einer entspannteren Finanzlage sollen nämlich auch die Bürger profitieren: Ziel ist es, den 2011 auf 650 Prozent erhöhten Grundsteuer-Hebesatz bis 2017 wieder auf "ein zumutbares Maß" von 450 Prozent zurückzuführen. "Ich hoffe, dass die Rechtsaufsicht dabei mitspielt."

Gutes Klima im Rat

Als weitere Schwerpunkte hat Schauer die Nachfolgenutzung für das Schulhaus in Thanstein und den Breitbandausbau auf der Agenda. Für letzteres ist der Vertrag mit dem Anbieter Amplus bereits unterzeichnet, die Arbeiten sollen bis zum Frühjahr 2016 abgeschlossen sein. Rund 800 000 Euro lässt sich die Gemeinde das schnellere Internet kosten, "bis auf zwei Anwesen haben wir dann das komplette Gemeindegebiet erschlossen". Walter Schauer sieht die schnelleren Übertragungsraten als wichtigen Standortfaktor - "das musst du heute einfach bieten können". "Mit das Schönste" ist es für den neuen Bürgermeister, dass sämtliche Gemeinderatsmitglieder an einem Strang ziehen. Stets werde offen und sachlich diskutiert, das Gremium stehe immer geschlossen zu den Entscheidungen. Die Stimmung in der Gemeinde sei insgesamt gut, empfindet Schauer. Er freue sich, wenn er den Bürgern beispielsweise bei Bauanträgen helfen könne. Gleichzeitig seien die Leute einsichtig - wie jüngst bei der Erhöhung der Friedhofsgebühren - wenn die Gemeinde wirtschaftlich arbeiten muss. Auch die Zusammenarbeit mit der Nachbargemeinde Winklarn, den VG-Gemeinden und der Patenkompanie funktioniere sehr gut.

Negativ-Erlebnisse im neuen Amt hatte Walter Schauer bisher sehr wenige. Er bedauert allerdings, dass für Familie und Freunde nur mehr sehr wenig Zeit bleibt. "Ein ehrenamtlicher Bürgermeister hat keinen Acht-Stunden-Tag", er sei hier mehr gefordert wie früher als Verwaltungsangestellter bei der Bundeswehr. Dankbar ist er, dass ihm seine Frau Rosmarie großen Rückhalt für sein Amt gibt. Würde er mit dem, was er nun weiß, heute wieder kandidieren? "Wahrscheinlich ja", sagt Schauer. Es sei im ersten Jahr gelungen, viele Sachen zu erledigen - "wir sind insgesamt auf einem sehr guten Weg".
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