In Kulz ruhen die Toten länger

Auf die neuen Grabgebühren folgt in der Gemeinde Thanstein nun eine neue Friedhofssatzung. Unter anderem ist die bisherige Ruhefrist auf der Begräbnisstätte in Kulz (Foto) um fünf Jahre verlängert worden. Die neue Regelung tritt bereits zum 1. Juli in Kraft. Bild: Mardanow
Lokales
Thanstein
13.06.2015
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Auf den Friedhöfen in Thanstein und Kulz gilt ab Juli eine neue Satzung. Einstimmig ging die überarbeitete Regelung im Gemeinderat über den Tisch. Wegen der Bodenverhältnisse liegen die Toten auf beiden Gottesäckern unterschiedlich lange im Schoß der Erde.

Nachdem im Vorjahr die Grabgebühren neu kalkuliert worden waren (NT berichtete), machten die Gemeinderäte nun den nächsten Schritt für die Überarbeitung des Friedhofswesens. Bei der Sitzung im Feuerwehrhaus Kulz legte VG-Mitarbeiter Alexander Wild den Entwurf für die künftige Friedhofs- und Bestattungssatzung auf den Tisch. Erarbeitet wurde sie auf Basis der Mustersatzung des Bayerischen Gemeindetags.

Ruhefrist verlängert

Als eine der wesentlichen Änderungen nannte Bürgermeister Walter Schauer, dass nun auch Urnengräber in die Satzung aufgenommen wurden. Außerdem wird für den Friedhof in Kulz eine längere Ruhefrist festgesetzt: Hier liegen die Toten nun 20 statt bisher 15 Jahre im Schoß der Erde, bei bestatteten Kindern (bis zum zehnten Lebensjahr) sind es 15 Jahre, bisher waren zehn Jahre festgesetzt.

Diese Verlängerung auf der gemeindlichen Begräbnisstätte hänge mit den Untergrundverhältnissen in Kulz zusammen, erklärte der Bürgermeister dem Gremium. Der hohe Lehm-Anteil im Boden bremse die Sauerstoffzufuhr, so dass die vollständige Verwesung der Leichen deutlich länger dauere. In Thanstein dagegen gelten auf dem gemeindlichen Teil des Friedhofs Ruhefristen von zehn Jahren bei Kindergräbern und 15 Jahren bei anderen Grabstellen.

Ratsmitglied Michael Brandl setzte sich dafür ein, eine Gewichtsbeschränkung für das Befahren der Friedhofswege festzulegen. Bürgermeister Schauer verwies darauf, dass dies ohnehin nur mit Erlaubnis der Gemeinde gestattet sei. Eine mittelfristig nötige Reparatur der Wege soll mit Eigenleistungen gestemmt werden. Außerdem sollen demnächst mögliche Plätze für Urnengräber ermittelt werden. Die neue Friedhofs- und Bestattungssatzung wurde schließlich ohne Gegenstimme erlassen, sie gilt bereits ab 1. Juli.

Gegen den Vorschlag der Verwaltung entschied das Gremium bei der Bauvoranfrage für den Neubau eines Einfamilienwohnhauses mit Doppelgarage auf dem Grundstück Flurnummer 769 der Gemarkung Kulz. Während die Verwaltung durch das von Michael und Elisabeth Brandl geplante Vorhaben eine Splittersiedlung befürchtete und Widersprüche zum Flächennutzungsplan sah, erwartete sich Bürgermeister Walter Schauer eine Ortsabrundung. "Wir könnten so ohne größeren Aufwand ein zusätzliches Wohnhaus für Kulz gewinnen." Auch die anderen Räte teilten die Bedenken der Verwaltung nicht und gaben einstimmig grünes Licht. Gemeinderat Brandl durfte als Bauwerber nicht mitstimmen.

Hilfe bei Konsolidierung

Kein Einwände hatten die Räte gegen den Bebauungsplan für das Baugebiet "Kleine Seigen" in Neunburg vorzubringen. Städtebauliche Belange der Gemeinde würden dadurch in keiner Weise beeinträchtigt. Der Bürgermeister berichtete, dass das Bayernwerk die Sanierung des maroden Trafohäuschens beim Dorfgemeinschaftshaus Kulz zugesichert habe. Außerdem legte er ein Schreiben von MdL Alexander Flierl (CSU) vor: Dieser hatte sich gegenüber Staatssekretär Albert Füracker dafür eingesetzt, dass die Gemeinde bis einschließlich 2018 Stabilisierungshilfen zur Haushaltskonsolidierung erhält.
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