Kanal und Wasser werden teurer

Lokales
Thanstein
09.12.2015
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Die Gemeinde Thanstein dreht an der Gebührenschraube: Ein "Unterhaltsstau" an Kläranlagen und Abwassernetz macht zum neuen Jahr eine Erhöhung unumgänglich. Mehr Geld wird auch für das Dautersdorfer Wasser verlangt.

Den Gemeinderäten lag die Neukalkulation der Abwassergebühren und -beiträge vor. Die Berechnungen führen im Bereich der drei Anlagen in Thanstein, Kulz und Dautersdorf zu erheblichen Kostensteigerungen. Bereits erledigte Projekte und anstehende Maßnahmen lassen die kalkulatorischen Kosten anwachsen. Unter anderem wird für Thanstein und Dautersdorf ein Stromanschluss für die Kläranlage hergestellt, in Kulz wurde bereits eine Stromleitung vom Feuerwehr-Gerätehaus zur Kläranlage gezogen. Auch die Kosten für die Klärschlammbeseitigung seien nicht unerheblich, war in der Sitzung zu hören.

Da die Kosten für die Beseitigung des Niederschlagwassers die sogenannte Erheblichkeitsschwelle von zwölf Prozent übersteigen, hat die bisher einheitlich erhobene Abwassergebühr ausgedient: Künftig werden Schmutz- und Niederschlagswassergebühren erhoben (siehe Infokasten). Der endgültige Satz für die Niederschlagswassergebühr steht noch nicht fest, erst muss die Summe der bebauten und versiegelten Flächen ermittelt werden.

Einstimmig nahm das Gremium die Kalkulationen zur Kenntnis. Im Beschluss war auch enthalten, dass der Oberflächenwasserkanal in Dautersdorf zum Bestandteil der Entwässerungsanlage erklärt werden soll. In Folge sind die Gestattungsverträge mit den Einleitern aufzulösen. Ein Defizit von 16 000 Euro ist im abgelaufenen Kalkulationszeitraum bei der Wasserversorgung Dautersdorf aufgelaufen. Ursachen waren eine länger dauernde Chlorungsphase sowie zwei Rohrbrüche. Wie wichtig der mit der Firma Süßwasser geschlossene Unterhaltsvertrag ist, sei gerade jetzt deutlich geworden, als chloroforme Keime auftraten, betonte Bürgermeister Walter Schauer.

Die Neuberechnung des Wasserpreises ergab eine gleichbleibende Grundgebühr von 150 Euro, die Verbrauchsgebühr steigt von bisher 2,96 Euro pro Kubikmeter auf 4,42 Euro. Für die Bürger sei damit eine Belastungsgrenze erreicht, die künftig die eigene Wasserversorgung in Frage stellt, berichtete Schauer aus der Teilbürgerversammlung in Dautersdorf. Für die Zukunft müsse an einen Anschluss an den Zweckverband Nord-Ost-Gruppe gedacht werden. Die Gemeinderäte nahmen von der Kalkulation Kenntnis. Im Anschluss brachte das Gremium einstimmig die neue Beitrags- und Gebührensatzung zur Entwässerungssatzung auf den Weg, ohne Gegenstimme ging auch die Änderung der Wasserabgabesatzung für Dautersdorf über die Bühne.

Ein weiterer Tagesordnungspunkt befasste sich mit der Instandsetzung des "Hauptdammweges" im Prackendorfer und Kulzer Moos. Da bei Regen die Oberfläche verschlammt und bereits Rinnen ausgespült wurden, soll der Weg mit heimischem Granit in einer Höhe von zehn Zentimetern verdichtet werden. Die Kosten von etwa 10 000 Euro würden zu 50 Prozent von der Regierung und zu 20 Prozent vom Verein Naturpark Oberpfälzer Wald übernommen. Der Eigenanteil der Gemeinde soll aus Mitteln für ausgebaute Wirtschaftswege bestritten werden.
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