Kurs auf ruhigere Finanzlage

Lokales
Thanstein
07.03.2015
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Kräftig investieren und zusätzlich Schulden abbauen - das schafft die Gemeinde Thanstein mit dem Haushalt 2015. Obwohl über eine Million Euro in die Hand genommen werden, gehen die roten Zahlen um über 151 000 Euro zurück.

Einstimmig und ohne jegliche Diskussion ging das Zahlenwerk samt Investitionsprogramm, Finanz- und Stellenplan über den Ratstisch. Zufrieden registrierte Bürgermeister Walter Schauer, dass die Gemeinde heuer ohne Kreditaufnahme und neue Schulden auskommt - "wir sind auf einem guten Weg", befand er.

Vermögensteil verdreifacht

Dabei hat die Gemeinde einiges zu stemmen: Die größten Batzen im Investitionsprogramm sind heuer der Breitbandausbau mit 585 000 Euro und die Oberbauverstärkung der Gemeindestraße von Kulz zur Kreisstraße SAD 47 für 225 000 Euro. "Gegenüber dem Vorjahr hat sich unser Vermögenshaushalt nahezu verdreifacht", erklärte Schauer.

Kämmerin Martina Held erläuterte die Zahlen im Etat. Auf der Einnahmenseite werde unter anderem mit einem Plus bei der Gewerbesteuer und bei den Schlüsselzuweisungen gerechnet. Dass bei den Ausgaben die Kreisumlage - trotz sinkendem Umlagesatz - um 30 500 Euro steigen wird, sei der höheren Steuerkraft der Gemeinde geschuldet.

Kontinuierlich will Thanstein in den nächsten Jahren den Abstieg vom Schuldenberg schaffen. Bis einschließlich 2018 sollen insgesamt fast 568 000 Euro getilgt werden, die Miesen sollen dann auf einen Stand von knapp 1,42 Millionen Euro zurückgeführt sein. Der Bürgermeister hofft, dass die Gemeinde zusätzlich ins Konsolidierungsprogramm der Staatsregierung aufgenommen wird, um weitere Mittel für den Schuldenabbau zu erhalten. Um die Bürger zu entlasten, sei angedacht, den Hebesatz für die Grundsteuer ab dem nächsten Jahr wieder zu senken.

Der Bürgermeister wies noch darauf hin, dass die Gemeinde für ihren Haushalt heuer kein grünes Licht durch die Rechtsaufsichtsbehörde abwarten müsse. Nachdem das Zahlenwerk auf Schulden verzichtet und auch die Mindestzuführung erreicht wird, sei der Etat genehmigungsfrei, lediglich die Satzung müsse im Landratsamt vorgelegt werden. "Mit unserem Beschluss gilt der Haushalt", verdeutlichte Schauer.

Winterdienst geschmolzen

"Die Grundlagen für die hohen Investitionen heuer haben wir im vergangenen Jahr gelegt", merkte Schauer an, als die Jahresrechnung für 2014 vorlag. Das festlegte Ziel, mit der Haushaltskonsolidierung zu beginnen, sei erreicht worden. Die Schulden gingen im Vorjahr bereits um knapp 385 000 Euro zurück. Dank der vom Freistaat gewährten Stabilisierungshilfe von 100 000 Euro sei die Zuführung zum Vermögenshaushalt deutlich höher ausgefallen.

Die Kämmerin belegte, dass sich auch die übrigen Zahlen überwiegend positiv entwickelt hatten. So flossen rund 29 000 Euro mehr Gewerbesteuer und knapp 11 000 Euro mehr Einkommensteuer in die Gemeindekasse. Fast 20 000 Euro weniger als erwartet waren 2014 für den Winterdienst angefallen. Demnächst wird der örtliche Prüfungsausschuss die Jahresrechnung unter die Lupe nehmen.
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