Landwirte informieren sich über Neuerungen in der Agrarpolitik
Nur Vielfalt zahlt sich aus

Herbert Wendl, Karl Seegerer und Matthias Anzinger (von rechts) informierten die Landwirte über Aktuelles und Neuerungen in der Agrarpolitik. Bild: bej
Lokales
Thanstein
08.12.2014
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Mit Prämien will die Europäische Union den Landwirten Umweltschutz schmackhaft machen. Zum Nulltarif gibt es die Gelder aber nicht. Die Landwirte müssen einiges beachten, wenn sie nach den Fördertöpfen greifen.

Die Greeningauflagen regeln Voraussetzungen für Fördergelder, die bei einer umweltverträglichen Landwirtschaft in Anspruch genommen werden können. Die Bedingungen für 2015 und Informationen über die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) standen im Fokus der Gebietsversammlung, zu der das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Schwandorf in den "Krämerhof" Kulz eingeladen hatte. Die Versammlung stieß auf sehr gute Resonanz. Die drei Referenten hatten auch Antworten zur neuen Stallbauförderung und zum staatlichen Beratungsangebot parat.

Dauergrünland erhalten

Pflanzenbauberater Karl Seegerer berichtete zunächst über eine zusätzliche Greening-Prämie in Höhe von 87 Euro pro Hektar, die ab 2015 als Ergänzung zur bisherigen Basisprämie gewährt wird. Folgende Auflagen sind jedoch zu beachten: Die Anbau-Diversifizierung verlange verschiedene Kulturen im Betrieb, bei 10 bis 30 Hektar Ackerland mindestens zwei verschiedene Kulturen, ab 30 Hektar mindestens drei verschiedene Sorten. Das Dauergrünland im Betrieb müsse erhalten bleiben, und ökologische Vorrangflächen müssten mit mindestens fünf Prozent vertreten sein.

Als Beispiele nannte der Referent Stilllegungen, Zwischenfruchtanbau oder Anbau von Leguminosen. Das Programm warte allerdings noch auf die Genehmigung durch die EU-Kommission, Änderungen sind deshalb noch möglich. Über das Zeitfenster beim Mehrfachantrag informierte Matthias Anzinger. Die erste Säule setze sich in Zukunft aus folgenden Prämien zusammen: Basisprämie, Greening-Prämie, Umverteilungsprämie, Zusatzförderung für Junglandwirte und Kleinerzeuger-Prämie. Damit sei die vorherige flächenbezogene Betriebsprämie erweitert worden. Außerdem sei die Teilnahme an der Greening-Prämie verpflichtend, wenn eine Basisprämie beantragt werde.

"Die arbeitswirtschaftliche Anspannung lässt die Motivation vieler Landwirte sinken. Manch einer sieht sich in einem Hamsterrad laufen und kommt nicht weiter," haben Fachleute festgestellt. Lösungsansätze für die Unternehmensentwicklung, Erarbeitung von Wegen, die auch Freizeit ermöglichen, Hofnachfolge, unzureichendes Einkommen, Förderwege: Mit diesen Schlagworten leitete Herbert Wendl zum Thema "Beratungsgespräche" über. Diese würden kostenfrei angeboten und zielten auf Lösungen ab, die von der ganzen Familie getragen werden und denen die Verbesserung der Lebensqualität folgt.

Die Stallbauförderung 2014/2015 stand als letztes Thema auf der Tagesordnung. Gefördert werden Stallneubau und -umbau inklusive Einrichtung und Melk- und Fütterungstechnik. Dabei ist eine besonders tiergerechte Haltung Voraussetzung. Der Referent informierte über die Fördergrenzen und Zuschusshöhe. Allerdings sei beim Agrarinvestitionsförderprogramm noch keine Antragstellung möglich, gleiches gelte für die Diversifizierung. Neu sind hier Verkaufsfahrzeuge bei der Direktvermarktung und Ausweitungen bei "Urlaub auf dem Bauernhof".

Überwiegend Laufstall

Zum Schluss gab Herbert Wendl noch einen Überblick zur Laufstallhaltung. 2013 wurden im Landkreis Schwandorf 60 Prozent der Kühe in Laufställen gehalten. 28 Prozent der Betriebe arbeiteten mit Melkständen und 36 Prozent mit automatischen Melksystemen.
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