Leichter Aufwärtstrend spürbar

Lokales
Thanstein
20.11.2015
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Höhere Abwassergebühren, Straßenausbau und Einwohnerentwicklung waren Hauptpunkte auf den drei Bürgerversammlungen in der Gemeinde Thanstein. Die gute Laune von Bürgermeister Walter Schauer hatte mehrere Ursachen.

In drei Bürgerversammlungen in den Ortsteilen Thanstein, Dautersdorf und Kulz informierte Bürgermeister Walter Schauer über die Kommunalpolitik. Stolz ist er darauf, dass die Haushalte für 2014 und 2015 genehmigungsfrei und ohne Kreditaufnahme erfolgten. Die Grundsteuerhebesätze sollen gesenkt werden.

Zuschüsse für Straßen

In Thanstein kamen über 50 Besucher ins Gasthaus Träxler, um den Rechenschaftsbericht des Bürgermeisters zu hören. Darunter Christina Blommer von der Verwaltungsgemeinschaft, mehrere Gemeinderäte und die Gemeindebediensteten. Die bisher abnehmende Einwohnerzahl hat sich stabilisiert, es ist sogar ein leichter Aufwärtstrend ersichtlich, informierte Schauer. Aktuell leben 977 Einwohner in der Gemeinde Thanstein, vor zehn Jahren waren es noch 1041. Die Gemeindefläche besitzt insgesamt 31,9 Kilometer unterhaltspflichtige Straßen, davon sind 25,4 Kilometer Gemeindeverbindungsstraßen. Für den Straßenunterhalt gingen 47 650 Euro Zuschüsse ein. Dagegen stehen Ausgaben von 65 100 Euro für Straßenunterhalt und -beleuchtung, Winterdienst und Personalkosten. "Durch drei gut ausgebildete Feuerwehren ist der Feuerschutz in der Gemeinde gewährleistet", bekräftigte Schauer. Die laufenden Betriebskosten beliefen sich für die drei Gerätehäuser, Personal und Fahrzeuge in Thanstein auf 10 926 Euro, in Kulz auf 4818 Euro und in Dautersdorf auf 4678 Euro. Er bedankte sich bei den Verantwortlichen und lobte die hervorragende Jugendarbeit der Wehren.

Die Grundschule Winklarn besuchen derzeit 31 Kinder aus dem Gemeindegebiet. Die Schulverbandsumlage hat sich aufgrund der Einhäusigkeit seit 2013 reduziert und beträgt aktuell 1324 Euro je Schüler. Zum Schulverband Neunburg gehören 35 Kinder aus der Gemeinde, für diese sind 1943 Euro pro Schüler zu zahlen. Für den Besuch des Kindergartens "Sankt Andreas" in Winklarn, den 22 Gemeindekinder besuchen, sind 67 666 Euro aufzubringen. Abzüglich der Betriebskostenförderung des Freistaates verbleiben noch rund 30 000 Euro für die Gemeindekasse.

Die Friedhofsgebühren wurden für 2015 neu kalkuliert und kostendeckend festgesetzt. Nach wie vor betragen die Hebesätze für die Grundsteuern A/B 650 Prozent, sowie die Gewerbesteuer 350 Prozent. Für 2016 ist die Senkung der Grundsteuerhebesätze auf 550 Prozent geplant. Für die weiteren Jahre zeigte sich der Bürgermeister zuversichtlich und rechnet nach der letzten Stabilisierungshilfe von 500 000 Euro mit weiterer Unterstützung.

Die Pro-Kopf-Verschuldung beträgt derzeit 2011 Euro. Der Gesamtschuldenstand beläuft sich zum 31. Dezember 2014 auf 1 986 949 Euro. Investitionsmaßnahmen waren die Sanierung der GVS Kiesenberg-Kreisstraße, der GVS Kulz-Zengeröd, die Kiesenbergerstraße und der Breitbandausbau. Letzterer kostet der Gemeinde rund 156 000 Euro.

Grundgebühr angehoben

Anschließend listete das Gemeindeoberhaupt die Investitionsmaßnahmen der kommenden Jahre auf. Schwerpunkte werden die Sanierung der GVS Kulz-Dautersdorf und die Nachfolgenutzung des Schulgebäudes darstellen. Vor allem wird aber auch die Dorferneuerung Thanstein/Hebersdorf den Finanzhaushalt der nächsten Jahre bestimmen. In der neuen ILE Schwarzach-Regen sind zehn Kommunen der Landkreise Cham und Schwandorf vertreten.

Damit auch weiterhin bei den Abwasseranlagen kostendeckend gewirtschaftet werden kann, müssen die Abwasserbeiträge und Gebühren ab 2016 erhöht werden. Christina Blommer nannte steigende Kalkulationszahlen bis 2019. Die Klärschlammentsorgung (rund 30 000 Euro) und das Reinigen der Klärteiche sind Hauptgründe hierfür. Der Bürgermeister verwies auf die Sanierung und Überwachung der Entwässerungsanlagen und ging auf das Einleitungsverbot ein. Die Grundgebühr wird von 46 auf 70 Euro und die Einleitungsgebühr von 1,34 auf 1,96 Euro je Kubikmeter Schmutzwasser erhöht. Demnächst werden unbebauten Grundstücke erfasst.

Moniert wurde die Informationsgebung bei der letzten Trinkwasserverschmutzung. Zukünftig wird die Gemeinde Infoblätter an die Bürger verteilen. Abschließend würdigte Schauer das Engagement aller, die das Gemeindeleben in irgendeiner Form mitgestalten.
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