Neue Sicht auf Natur und Tier

Ganz im Sinne der Hubertusmesse war das Gotteshaus in Thanstein geschmückt. Die Messe wurde von Pfarrer Eugen Wismeth zelebriert. Bilder: bej (2)
Lokales
Thanstein
12.11.2014
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Der 3. November stellt im Jahreslauf der Jäger einen Höhepunkt dar, ist er doch dem Schutzpatron, dem heiligen Hubertus geweiht. Mit Hubertusmesse und Hubertusfeier halten die Waidmänner diese alte Tradition aufrecht.

In der Pfarrkirche Thanstein versammelten sich die Jäger der Kreisgruppe Neunburg und deren Angehörige, um für ein unfallfreies Jahr zu danken und auch für eine intakte Schöpfung und für Verantwortungsbewusstsein für alle Geschöpfe zu bitten. Die Hubertusmesse wurde von Pfarrer Eugen Wismeth zelebriert und von den Jagdhornbläsern Neunburg musikalisch umrahmt. Der Altarraum war herbstlich geschmückt und mit frischem Tannengrün ausgelegt.

Tod und auch Leben

Das Symbol des Heiligen Hubertus - das Kreuz im Hirschgeweih - soll die Jäger daran erinnern, dass die Jagd nicht nur den Tod, sondern auch das Leben bedeutet und dass in jedem Geschöpf der Schöpfer zu sehen ist. Nach der Legende führte Hubertus als Sohn eines Herzogs ein unbeschwertes Leben, er frönte auch sehr gerne der Jagd. Nach dem unerwarteten Tod seiner Ehefrau wurde er aber zügellos, unterschied nicht mehr zwischen Recht und Unrecht und hatte den Glauben an die Welt verloren. So jagte er auch an Sonn- und Feiertagen und just an einem Sonntag hatte er auf einen prächtigen Hirschen angelegt. Das Tier wendete sich jedoch plötzlich ihm zu und ließ ihn erstarren, als er ein strahlendes Kreuz im Geweih erblickte. "Hubertus, ich erlöste dich und dennoch verfolgst du mich" waren die Worte des Hirschen an den Jäger. Dieser warf sich zu Boden, flehte zu Gott und führte fortan ein anderes vollkommen Gott zugewandtes Leben.

Der weltliche Teil der Hubertusfeier schloss sich im Gasthaus Träxler an, auch hier stimmten die Jagdhornbläser die Gäste im vollbesetzten Saal musikalisch ein. Der Vorsitzende der Kreisgruppe Neunburg, Franz Sedlmeier begrüßte besonders den zweiten Bürgermeister Wolfgang Niebauer, Pfarrer Eugen Wismeth, Diakon und Waidgenosse Uli Wabra, Alfred Bauer von der ARGE Jagdgenossenschaft und den Ehrenvorsitzenden der Kreisgruppe, Alois Ring.

Als wichtigste Gäste des Abends begrüßte er die Jungjäger, die erfolgreich den Vorbereitungskurs zur Jagdprüfung absolviert hatten. Diese wurden per "Jägerschlag" feierlich in die Gemeinschaft der Waidmänner aufgenommen. Franz Sedlmeier verglich den Jägerschlag mit der Freisprechung beim Handwerk, wobei auch die Jagd als Handwerk zu verstehen sei. Ob Hochsitzbau oder Aufbrechen des Wildes - dazu gehöre handwerkliches Geschick. Außerdem werfe die Jagdausbildung eine ganz neue Sicht auf Natur und Tier und gilt somit als Bereicherung.

16 neue Jäger

Beim Jägerschlag muss der Jungjäger niederknien und erhält mit einem Hirschfänger drei Schläge auf die Schulter. "Der erste Schlag soll dich zum Jäger weihn! Der zweite Schlag soll die die Kraft verleihn, zu üben stets das Recht. Der dritte Schlag soll dich verpflichten, nie auf die Jägerehr zu verzichten." Mit diesem Spruch und der Übergabe des Jägerbriefes wurden folgende Jungjäger in die Jägergmeinschaft aufgenommen:

Martin Biegerl, Rebecca Fleischmann, Alexander Gradl, Maria Höcherl, Josef Lintl, Stefan Mehltretter, Josef Mehringer, Martin Olek, Helmut Reisinger, Katharina Scheuerer, Johannes Schiessl, Marion Sedlmeier, Thomas Steinbauer, Franziska Süß, Wolfgang Wabra, Felix Weibhauser.
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