Sorgen einer kleinen Gemeinde

Das Thansteiner Wahrzeichen, der Burgturm, ist seit der Sanierung der gesamten Anlage nicht mehr begehbar. Gemeinderat Josef Reitinger, Bürgermeister Walter Schauer und MdL Alexander Flierl (von rechts). Bild: dl
Lokales
Thanstein
05.11.2014
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Einen Zugang zum Burgturm, zehn Prozent mehr Förderung beim Breitbandausbau sowie einen Finanzierungsweg zum Abbau der Schulden. Diese Wünsche gab Bürgermeister Walter Schauer dem Landtagsabgeordneten Alexander Flierl nach München mit.

Auf der Kennen-Lern-Tour zu den neugewählten Bürgermeistern war beim Landtagsabgeordneten Alexander Flierl die Gemeinde Thanstein an der Reihe. Bürgermeister Walter Schauer und Gemeinderat Josef Reitinger empfingen den Politiker. "Von der Staatsregierung wird darauf hingewiesen, dass sie Verbesserungen für den ländlichen Raum schaffen will. Deshalb möchte ich besonders auf die Probleme und Herausforderungen der kleinen Gemeinden auf dem Land hinweisen, so Bürgermeister Schauer.

Hohe Verschuldung

Die Gemeinde Thanstein hat 989 Einwohner, ist auf 20 Ortsteile verteilt und hat seit der Gebietsreform eine Fläche von 2784 Hektar. Stolz ist Schauer auf 27 aktive Vereine. Sie bestimmen das gesellschaftliche Leben und übernehmen teils auch Aufgaben der Gemeinde. In den letzten 30 Jahren liefen sechs Flurbereinigungs- und zwei Dorferneuerungsverfahren. "Leider wurde bei der Dorferneuerung die Förderung auf rund 50 Prozent gesenkt", kritisierte der Bürgermeister. Mehrere öffentliche Einrichtungen wie Schule und Post gingen verloren. "Trotzdem wollen unsere Kinder in der Gemeinde bleiben, weil sie sich hier wohlfühlen!" Aufgrund der fehlenden Finanzkraft musste 2011 der Hebesatz für die Grundsteuer A und B von 350 auf 650 Prozent erhöht werden, um die Mindestzuführung vom Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt zu erreichen.

Die Finanzsituation ist mit einer Pro-Kopf-Verschuldung von rund 2500 Euro sehr angespannt. "Ohne staatliche Hilfe sind wir nicht in der Lage, den Schuldenabbau zu schaffen und zugleich die anstehenden Investitionen zu tätigen. Wir hängen mit der Finanzausstattung hinter den Vorhaben deutlich hinterher", betonte das Gemeindeoberhaupt. Mit der Bitte, einen Finanzierungsweg zu finden, wandte er sich an den Landtagsabgeordneten. Für den notwendigen Breitbandausbau erhält die Gemeinde aus dem bayerischen Förderprogramm lediglich 80 Prozent, dagegen hätten die weiteren VG-Gemeinden und die Stadt Neunburg den Höchstfördersatz von 90 Prozent. Die veranschlagten Kosten betragen 800 000 Euro. 10 Prozent weniger Zuschuss entspricht in etwa der Mindestzuführung vom Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt. Nach der Absage von Staatssekretär Albert Füracker hat sich Schauer an Ministerpräsidenten Horst Seehofer gewandt.

Wahrzeichen verwaist

Bei einem Spaziergang durch Thanstein wurden weitere Probleme der ehrenamtlichen Mandatsträger besprochen. Heuer konnte erstmals seit fünf Jahren wieder ein zünftiges Burgfest auf dem "Juhe" gefeiert werden. Nachdem Burgturm und Mauer aufwendig saniert wurden, fehlt aber immer noch eine Zugangsmöglichkeit zum Turm.

Nach Geländeabgrabungen liegt der Zugang rund 2,50 Meter über dem Boden und keiner kann das Wahrzeichen von Thanstein besteigen. Die Immobilie Freistaat Bayern ist Eigentümer des Turmes und weigert sich eine Zugangstreppe zu dem markanten Aussichtspunkt zu schaffen, damit dieser wieder touristisch genützt werden könnte. Landtagsabgeordneter Alexander Flierl bedankte sich für die Einladung nach Thanstein. Er versprach, sich für die Anliegen des Bürgermeisters einzusetzen.
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