Von Leerstand bis Breitband

Bürgermeister Walter Schauer (rechts) schilderte der Bundestagsabgeordneten Marianne Schieder und dem Landtagsabgeordneten Franz Schindler die Probleme der Gemeinde. Im Hintergrund das leerstehende Schulgebäude und die Tafel mit Auszeichnungen bei Dorfwettbewerben. Bild: dl
Lokales
Thanstein
14.11.2014
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MdB Marianne Schieder und MdL Franz Schindler waren zu Gast in der Gemeinde. Bürgermeister Walter Schauer schilderte bei einem Rundgang die Probleme. Dabei ging er auf leerstehende Gebäude, ungenützte Bauplätze und den Breitband- und Straßenausbau ein.

Das 1966 errichtete Schulgebäude steht seit 2013 leer. Vor dem leerstehenden Grundschulgebäude erinnert er an die Suche einer Nachnutzung. Seit kurzem finden wöchentlich die Bürgermeistersprechstunden im ehemaligen Lehrerzimmer statt. Nach der Gründung eines gemeinsamen Schulverbandes Winklarn-Thanstein war die Zukunft der Thansteiner Grundschule absehbar. Ausgestattet mit einer Photovoltaikanlage und den neuesten Sicherheitsmaßnahmen (Brandschutztreppe) wartet das Gebäude jetzt auf eine Folgenutzung.

Förderung zu wenig

Schauer machte deutlich, dass für die Sanierung und Folgeverwendung von Leerstandsgebäuden die Förderung von 60 Prozent zu wenig ist. Ein weiteres leeres Gebäude ist das alte Schulhaus auf dem Kirchplatz. Die Planung, das Jugendheim umzugestalten, scheiterte an der bisherigen Höhe der Fördermittel. Neue Konzeptmöglichkeiten für das ehemalige Grundschulgebäude werden derzeit gesucht. 1990 wurde die Flurbereinigung und Dorferneuerung für Thanstein beantragt, ein Beginn ist im nächsten Jahr geplant, dabei soll auch die Umgestaltung des Dorfplatzes ein Thema sein.

Weiteres Gesprächsthema war die digitale Infrastruktur. Um gleichwertige Lebensverhältnisse zu schaffen, ist der Breitbandausbau unentbehrlich. Dabei kritisierte Schauer die unterschiedlichen Förderkriterien. Die Weiterentwicklung der Straßeninfrastruktur im ländlichen Raum bildete ein weiteres Thema. Gewünscht werden unbürokratische Verfahren und niedrigere Auflagen. "Wir versuchen derzeit, etwa fünf Kilometer des Gemeindestraßennetzes durch eine Oberflächenbehandlung und Oberbauverstärkung zu sanieren", so Schauer.

Um Unterstützung bat er die Mandatsträger, dass die beiden Bauabschnitte der GVS Thanstein-Kulz hinsichtlich der Förderung zusammengelegt werden können. Ohne eine höchstmögliche Förderung werden die geplante Oberbauverstärkung von Kiesenberg zur Kreisstraße und die Sanierung von zwei weiteren Straßen nicht möglich sein. "Obwohl wir viele öffentliche Einrichtungen verloren haben wollen unsere Kinder in der Gemeinde bleiben, denn sie fühlen sich bei uns wohl", so Schauer. Dabei kam er auf die bestehenden Baugebiete zu sprechen. Hier bedauerte er, dass mehrere Bauplatzbesitzer die Grundstücke als Spekulationsmöglichkeit nützten. Stolz ist er darauf, dass er seit Amtsantritt bereits zwei Bauwillige in der Gemeinde begrüßen konnte.

Im Biermuseum

Bürgermeister Walter Schauer bedankte sich bei Marianne Schieder und Franz Schindler für den aufschlussreichen Besuch, bei dem vor allem schnell und direkt über Ideen und Projekte, aber auch über Probleme und Fehlentwicklungen gesprochen werden konnte.

Für Marianne Schieder und Franz Schindler ist es selbstverständlich, dass sie einen Antrittsbesuch bei den neuen Bürgermeistern im Wahlkreis machen. Gute Kontakte zu den Kommunen und ihren Bürgermeistern wünschen sich beide, damit viele gemeinsame Ziele und Aktionen erreicht werden können. Bund und auch die Länder müssen versuchen, dass die Gemeinden wieder in den Blickpunkt ihrer Aktivitäten kommen und vor allem ihre Leistungsfähigkeit fördern, so Schieder. Einsetzen will sie sich für den ländlichen Raum und ihre Gemeinden, damit auch in Zukunft Vorhaben mit Mittel und Zuschüssen vom Bund gefördert werden können.

Auf dem Weg durch den Ort trafen die Gäste den Schlossherren Herbert Männer. Er führte die Besucher durch sein Biermuseum, das großes Interesse fand.
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