Zukunft mit Wohnen und Pflege

Lokales
Thanstein
28.06.2015
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Für ihre geschlossene Grundschule hat die Gemeinde Thanstein große Pläne in der Schublade: Ein Mehrgenerationenhaus mit Wohnappartements und Tagespflege soll die alten Klassenzimmer mit neuem Leben füllen. Doch noch lässt eine entscheidende Auskunft auf sich warten.

Zum Ende des Schuljahres 2012/2013 waren in der Grundschule die Lichter ausgegangen, seither werden die Kinder aus Thanstein in der Nachbargemeinde Winklarn unterrichtet. In den ausgedienten Klassenzimmern ist mittlerweile ein Reklame-Museum untergebracht, Bürgermeister Walter Schauer hat im Obergeschoss ein Amtszimmer eingerichtet.

Bedarf an Wohnungen

Nun verfolgt die Gemeinde ein Konzept zur Nachfolgenutzung. Vorgesehen ist unter anderem, dass insgesamt vier barrierefreie Appartements im Gebäude entstehen. "Jüngere und Ältere sollen hier wohnen können", beschreibt Bürgermeister Schauer. Damit könne ein Bedarf gedeckt werden - "aktuell gibt es in der Gemeinde keine freien Wohnungen". Im Erdgeschoss der früheren Schule soll eine Tagespflegeeinrichtung Einzug halten. Erste Gespräche mit möglichen Betreibern hat es schon gegeben.

Ein Blick in das vorläufige Raumkonzept zeigt, dass im Parterre rund 215 Quadratmeter Platz für die Tagespflege mit Therapie- und Aufenthaltsräumen vorgesehen ist. Auch eine Wohnung befindet sich hier. Die Appartements - drei weitere sollen im Obergeschoss entstehen - sollen zwischen 50 und 70 Quadratmeter groß sein. Außerdem sind im ersten Stock noch Räume für pflegerische Tagesangebote (Fußpflege, Physiotherapie, Frisör) eingezeichnet. Der Zugang zum Gebäude soll barrierefrei und mit einem Aufzug ausgestattet werden. An der Außenfassade sollen noch Balkon und Terrasse angebaut werden.

Rund 1,075 Millionen Euro würde das Projekt laut einer detaillierten Berechnung des Architekturbüros Schönberger kosten. Darin enthalten ist auch der Aufwand für eine energetische Sanierung und nötige Umbauten. Doch noch ist unklar, ob die Gemeinde das Projekt auch bewältigen kann. Eine Förderzusage durch die Regierung der Oberpfalz lässt derzeit noch auf sich warten. Walter Schauer ist diesbezüglich "schon etwas enttäuscht". Er berichtet, dass das Thansteiner Vorhaben als eines von mehreren Leitprojekten in das Integrierte interkommunale städtebauliche Entwicklungskonzept "Brückenland Bayern-Böhmen" aufgenommen wurde. Im Vorfeld seien recht große Hoffnungen auf eine Förderung geweckt worden, die sich - so der letzte Sachstand - "nun wohl nicht erfüllen".

Allein oder mit Investor

Thanstein möchte aber an seinem Projekt dranbleiben. "Im nächsten Vierteljahr brauchen wir eine klare Aussage, was für Gelder wir von staatlicher Seite zu erwarten haben", gibt Walter Schauer zu verstehen. Erst dann werde sich zeigen, ob die Gemeinde das Projekt selbst stemmen kann oder dazu einen Investor mit ins Boot holen muss. Wobei der Bürgermeister das Gebäude gerne in eigener Hand behalten würde: "Solange die Gemeinde Eigentümer ist, können wir entscheiden was passiert."

Vom Zukunftskonzept ist Walter Schauer jedenfalls überzeugt. "So ein Tagespflegeangebot würde eine Versorgungslücke in der Region schließen." Im Umkreis von 20 Kilometern gebe es keine vergleichbaren Einrichtungen. Gerade mit Blick auf den demografischen Wandel sei ein solches Angebot die nächsten 20, 30 Jahre "von unheimlicher Bedeutung". Auch die Lage mitten im Dorf wäre ideal. Und offensichtlich gefragt: Als über das Vorhaben vor einiger Zeit eine Kurznotiz in der Zeitung erschien, "haben wir sofort Anfragen nach Wohnungen erhalten".
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