Finanzielle Belastung senken

Fachstellen, Bürgermeister, Gemeinderat und die Bürger von Dautersdorf und Jedesbach befassten sich mit der zukünftigen Wasserversorgung. Bild: dl
Politik
Thanstein
29.10.2016
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Fachvorträge und Diskussionen prägten die Informations- und Aufklärungsveranstaltung über die aktuelle Situation der Wasserversorgung. Dabei wurden zwei verschiedene Lösungsmöglichkeiten für eine zukunftssichere Versorgung von Dautersdorf und Jedesbach erörtert.

-Dautersdorf. Eine Entscheidung für einen Anschluss der Wasserversorgung an die Nord-Ost-Gruppe (NOG) oder der Verbleib in einer eigenständigen Versorgung soll durch eine anonyme, schriftliche Abstimmung erfolgen. Das Gesundheitsamt wies auf Probleme hin und hofft auf eine baldige Lösung.

Soll die Gemeinde als Träger die Eigenversorgung weiter verfolgen oder wird ein rechtskräftiger Vertrag zum Anschluss an den Zweckverband NOG, wie in den anderen Gemeindeteilen geschaffen? "Diese Entscheidung soll nicht der Gemeinderat treffen, sondern der betroffene Bürger", so Bürgermeister Walter Schauer. Im Frühjahr 2016 wurde eine vorläufige wasserrechtliche Erlaubnis erteilt, die bis 31.12. 2017 Gültigkeit hat. Für die Verlängerung über 2017 hinaus ist erneut ein Gutachten erforderlich, das auch dazu Stellung nimmt, ob die bestehenden Quellen langfristig für die Wasserversorgung ausreichen. Eine baldige Entscheidung ist nötig, weil der Freistaat Bayern bis 2019 für besondere Härtefälle bei Wasserversorgungsanlagen Zuschüsse gewährt.

436 000 Euro investiert


Neben einer jährlichen Grundgebühr von 150 Euro ist pro Kubikmeter Wasser ein Betrag von 4,42 Euro zu bezahlen. Dahingegen sind die Gebühren der NOG mit aktuell 38 Euro Grundgebühr und einem Euro pro Kubikmeter netto vergleichsweise gering. Klares Ziel ist, für die Bürger eine zukunftsfähige Lösung mit Senkung der finanziellen Belastung zu schaffen. Da sich die Anlagen nicht auf dem aktuellen Stand der Technik befinden, sind bei beiden Alternativen höhere Investitionen erforderlich. Blommer stellte die Kostenschätzungen vor. Bei Weiterführung der Wasserversorgung durch die Gemeinde muss in die Desinfektion und die Wasseraufbereitung ein Betrag von etwa 160 000 Euro investiert werden. Die Investitionen für den Anschluss an den Zweckverband sind mit ca. 300 000 Euro veranschlagt. Der überwiegende Teil entfällt hier auf die Leitung vom Hochbehälter Thanstein nach Dautersdorf. Hinzu kämen bei beiden Berechnungen die Kosten für die Erneuerung der Wasserleitung für Jedesbach. Das Leitungsnetz ist 50 Jahre alt.

Viele offene Fragen


Die anwesenden Fachstellen hatten eine Vielzahl an Fragen zu beantworten. Robert Braun von Südwasser gab Informationen zur Quellschüttung. Bei einem trockenen Jahr kommen die beiden Quellen an die Leistungsgrenze. Da sich die Quellen nah an der Oberfläche befinden, wurde aufgrund der extremen Witterungsverhältnisse der letzten Sommer (lange Trockenheit und anschließender Starkregen) bereits mehrfach eine Keimbelastung festgestellt, so dass das Wasser gechlort werden musste. Wurde früher eine Wasserprobe jährlich gefordert, sind mittlerweile vier Proben im Jahr notwendig, die zu festgelegten Terminen entnommen werden müssen. Vom Wasserwirtschaftsamt Weiden machte Helmut Jahn klar, warum der Quellfassungsbereich von Baumbewuchs (Holz, Wurzelwerk) freigehalten werden muss. Dr. Maximilian Kühnel vom Gesundheitsamt Schwandorf wies ebenfalls darauf hin, dass durch den Einwuchs von Wurzeln Keime eindringen. Die Trinkwasserqualität muss aber passen. Wenn die Gemeinde die festgestellten Missstände nicht behebt, haftet der Bürgermeister, wenn jemand zu Schaden kommt. Winfried Legl vom Ingenieurbüro Weiß beantwortete technische Fragen.

Franz Failer aus Jedesbach zog eine dritte Variante in Erwägung. Zunächst bezweifelte er, dass die Erneuerung des Leitungsnetzes nach Jedesbach jetzt schon erforderlich sei. Seiner Meinung nach wäre auch eine Versorgung als Wassergast der NOG aus dem Hochbehälter Thanstein (bei ausreichendem Druck) möglich. Diese Variante wird nun von der Verwaltung geprüft und mit der Bevölkerung in einer weiteren Versammlung diskutiert bevor eine schriftliche Abstimmung stattfindet.

InvestitionenChristina Blommer von der Verwaltungsgemeinschaft stellte fest, dass in die Wasserversorgung Dautersdorf-Jedesbach seit der erstmaligen Herstellung 1966 bisher 436 000 Euro investiert wurden. Der Staat hat die Baumaßnahme mit einem Zuschuss von 159 000 Euro unterstützt. 1992/93 wurden die Schieber und die technischen Anlagen erneuert, 2006/07 das Leitungsnetz in Dautersdorf ausgetauscht, ohne dass für diese Maßnahmen Zuschüsse bezahlt wurden. Aufgrund des Bevölkerungsrückgangs, der Aufgabe landwirtschaftlicher Betriebe und Sparmaßnahmen ist die Wasserabgabe in den letzten Jahren auf ca. 5 000 Kubikmeter jährlich zurückgegangen. (dl)
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