Gemeinderat Thanstein fällt Grundsatzbeschluss
Günstig wohnen im Schulhaus

Schon ein wenig wie im "Dornröschenschlaf" wirkt das nicht mehr genutzte ehemalige Grundschulgebäude in Thanstein. Der Gemeinderat machte sich über die Zukunft des Gebäudes Gedanken. Bilder: frd (2)
Politik
Thanstein
10.07.2016
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Nahe dem Feuerwehrhaus in Dautersdorf möchten die Bewohner ein Dorfgemeinschaftshaus bauen und dafür viele Stunden investieren.

Die Eigeninitiative der Bürger ist groß, die Kassen der Kommunen aber angespannt. Das zeigte sich bei der Gemeinderatssitzung in Thanstein. Für die Dautersdorfer Dorfscheune gibt es bei vielen freiwilligen Arbeitsstunden keinerlei Probleme. Anders sieht es jedoch mit einem Zuschuss bei der nötigen Sanierung der früheren Schule aus.

/Dautersdorf. Die öffentliche Sitzung fand im Feuerwehrhaus in Dautersdorf statt. Beim ersten Tagesordnungspunkt "Bauanträge und Bauvoranfragen" hatten die Ratsmitglieder keine Einwände zum Antrag von Johannes Krämer aus Kulz (Umsetzung einer Scheune) sowie von Martina Dirscherl aus Kulz (Errichtung eines Holzschuppens und eines Geräteschuppens).

Da die Dorfgemeinschaft Dautersdorf beabsichtigt, nahe dem Feuerwehrgerätehaus eine Dorfscheune zu errichten, hat die Gemeinde dafür eine kommunale Unfallversicherung abgeschlossen. Damit sind alle am Bau beteiligten Personen unfallversichert. Der Gemeinderat hat die Dorfgemeinschaft formell mit dem Bau beauftragt und das große ehrenamtliche Engagement, das schon in den vielen Baumspenden für Bauholz und Bretter sichtbar wird, lobend herausgestellt. Nachgenehmigt werden mussten zusätzliche Kosten (knapp 2000 Euro) beim "Abschälen" von Banketten und dem Ausbaggern von Straßengräben, nachdem das Ausgabevolumen erweitert wurde.

Größeres Kopfzerbrechen bereitete dem Gemeinderat ein Grundsatzbeschluss zum weiteren Vorgehen beim ehemaligen Grundschulgebäude in Thanstein. Gespräche mit einigen Pflegediensten für die Einrichtung von Tagespflegestätten haben zu keinem Ergebnis geführt. Bei der Beantragung von Fördergeldern zur energetischen Sanierung im neu aufgelegten Kommunalen Investitionsprogramms (KIP) sind von den benötigten 666 000 Euro nur 212 000 Euro in Aussicht gestellt worden. Grund: Eine Förderung ist nur für den Gebäudeteil der gemeindlichen Nutzung genehmigt worden.

Nun soll "ausgelotet" werden, ob für den restlichen Teil des Gebäudes noch Fördermittel aus dem kommunalen sozialen Wohnungsbau gewährt werden können. Wie zu hören war, würden Sozialwohnungen dringend benötigt, auch um junge Familien in der Gemeinde halten zu können. Bürgermeister Walter Schauer machte aber auch deutlich, dass eine Neuverschuldung von der Aufsichtsbehörde nur genehmigt würde, wenn die aufzuwenden Zins- und Tilgungskosten durch die eingehenden Wohnungsmieten gedeckt sind. Das so etwas funktionieren kann, sei am Beispiel der ehemaligen Schule in Pertolzhofen zu sehen, die auch in einem Teil zu einen Kindergarten und zum anderen Teil in Wohnungen umgebaut wurde, welche zu einem sozialen Mietpreis vermietet werden. Der Gemeinderat beschloss, die Antragsstellung im Förderverfahren "KIP" weiter zu verfolgen. Zudem soll geprüft werden, ob bei eine Realisierung von Wohnungen im Rahmen des kommunalen Wohnungsbauprogramms möglich ist.

Zum Thema Breitbandversorgung gab Bürgermeister Schauer bekannt, dass die Tiefbaumaßnahmen dafür abgeschlossen und, die Glasfaserkabel verlegt sind. Das Netz könne ab Mitte August in Betrieb gehen. Auch das Thema "Mehrgenerationenplätze" wird weiter verfolgt, wofür bis Ende Oktober - nach einer Öffentlichkeitsbeteiligung - die Förderanträge gestellt werden müssen. Eine nichtöffentliche Sitzung folgte.
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