Gemeinderat unternimmt weitere Schritte für Dorferneuerung Thanstein/Hebersdorf
Nächste Weichen fürs neue Dorf

Blick auf den Dorfplatz in Thanstein. Im Verlauf der Dorferneuerung für Thanstein/Hebersdorf werden mit dem neuen "Vitalitäts-Check 2.0" verschiedene Faktoren in Gemeinde und Ortsteilen durchleuchtet. Bild: Mardanow
Politik
Thanstein
13.03.2016
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Auf dem Weg in die Zukunft schaut die Gemeinde genau hin: Für die Dorferneuerung Thanstein/Hebersdorf soll ein "Vitalitäts-Check" das Potenzial auf vielen Feldern ausloten. Ins Spiel gebracht werden auch neue Formen der Energieversorgung.

Mit drei einstimmigen Beschlüssen hat der Gemeinderat am Donnerstag die nächsten Schritte für das Projekt Dorferneuerung eingeleitet. Bürgermeister Walter Schauer unterrichtete zunächst das Gremium, das für das Vorhaben - zum Nulltarif für die Gemeinde - zusätzlich ein denkmalpflegerischer Erhebungsbogen erstellt wird. Dazu habe sich das Amt für ländliche Entwicklung nach Rücksprache mit dem Landesamt für Denkmalpflege entschlossen.

Lebensumfeld im Blick


Wie der Bürgermeister verdeutlichte, werden die Ergebnisse in die Arbeitskreise und in den Dorferneuerungsplan einfließen. Die Vergabe sei durch den zuständigen Baurat Martin Stahr bereits vorbereitet und an die zuständige Abteilung weitergeleitet worden. Ein Muss bei aktuellen Dorferneuerungsprozessen ist auch der sogenannte Vitalitäts-Check 2.0. Dabei werden verschiedene Faktoren im gesamten Gemeindegebiet - von der Bevölkerungsentwicklung über bürgerschaftliches Engagement bis hin zur Wirtschaft - unter die Lupe genommen (siehe Infokasten). Durch amtliche Datenquellen können sich Gemeinden und Planer schnell und umkompliziert einen Überblick des Lebensumfeldes verschaffen. Daraus ergeben sich Hinweise für Handlungsfelder vor Ort und mögliche Strategien zur Innenentwicklung.

Bürgermeister Walter Schauer wurde ohne Gegenstimme ermächtigt, für den Vitalitäts-Check einen Vertrag mit einem Anbieter abzuschließen. Auch hier seien für die Gemeinde keine Kosten zu erwarten - "das bekommen wir zu 100 Prozent gefördert", so Schauer. Nicht ganz ohne eigene Kosten wird die Gemeinde bei der Erstellung eines Energienutzungsplans auskommen: Als der Gemeinderat über eine entsprechende Absichtserklärung abstimmte, gab der Bürgermeister zu verstehen, dass von geschätzten 30 000 Euro Gesamtkosten, die Gemeinde 9000 Euro tragen müsse. 4000 Euro werden heuer im Haushalt eingeplant, der Rest ist für 2017 vorgesehen.

Schauer erachtete es als sinnvoll, ein solches Konzept aufzustellen. Damit würden planerische Grundlagen fürs Energiesparen erarbeitet und Möglichkeiten ausgelotet, damit beispielsweise in Zukunft öffentliche Gebäude oder Baugebiete über zentrale Blockheizkraftwerke oder Hackschnitzelheizungen versorgt werden können. Eher skeptisch äußerte sich Gemeinderat Michael Brandl: Für einen wirtschaftlichen Betrieb müsste ein solches Kraftwerk das gesamte Dorf erschließen. Der Bürgermeister ergänzte, dass ein Energienutzungsplan die Voraussetzung sei, um überhaupt Dorferneuerungsmaßnahmen in dieser Richtung planen zu können. Das Gremium beauftragte die Gemeinde, die Vergabe vorzubereiten. Bürgermeister Walter Schauer wurde noch ermächtigt, mit dem Amt für ländliche Entwicklung eine Kostenbeteiligung an den Planungsleistungen für das Dorferneuerungsverfahren abzuschließen. Der Anteil der Gemeinde solle auf 35 Prozent beschränkt werden.

Aus für erhöhten Steuersatz


In der Haushaltssitzung am 4. Februar haben die Gemeinderäte für eine Senkung der Grundsteuer votiert (NT berichtete). Dazu wurden nun auch formalrechtlich die Weichen gestellt und die Hebesatz-Satzung aus dem Jahr 2011, mit der die Abgabe auf 650 Prozentpunkte erhöht worden war, aufgehoben. Bürgermeister Walter Schauer betonte erneut, dass sich die finanzielle Lage der Gemeinde gebessert habe und nun die Bürger wieder entlastet werden sollen. Vorgesehen ist, die Grundsteuer bis 2017 auf 450 Prozentpunkte zu reduzieren.

Vitalitäts-Check 2.0Beim sogenannten Vitalitäts-Check (VC) 2.0 handelt es sich um ein datenbankgestütztes Analyse-Instrument, mit der sich die bauliche, funktionale und soziale Situation einer Ortschaft erfassen lässt. Es wird von der Verwaltung für Ländliche Entwicklung zur Verfügung gestellt. Die Daten sollen als Basis für Dorferneuerung und Gemeindeentwicklung dienen.

Der VC greift Themen wie Bevölkerungsentwicklung, Flächennutzung, Siedlungsstruktur, bürgerschaftliches Engagement, Versorgung oder Arbeitsplatzsituation auf und unterstützt Gemeinden beispielsweise beim Umgang mit dem demografischen Wandel. Im Sinn einer umfassenden Entwicklung werden dabei sowohl die einzelnen Ortsteile und die Gemeinde als Ganzes betrachtet.

Gemeinden und Planer können mit dem VC 2.0 vielfältige amtliche Datenquellen nutzen, um sich schnell einen Überblick ihres Lebensumfeldes zu verschaffen. Mit einer Bestandserfassung auf objektiver Datenbasis lasen sich rasch Hinweise auf relevante Handlungsfelder ermitteln. (mp)

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Weitere Informationen im Internet:

www.stmelf.bayern.de/landentwicklung
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