Weicher Untergrund macht Ausbau teuerer
Straße ist auf Torf gebaut

Politik
Thanstein
09.08.2016
47
0

Nicht kalkuliert waren die zusätzlichen Kosten, die sich beim Ausbau der Gemeindestraße vom Kulzer Moos nach Dautersdorf durch die Bodenzusammensetzung ergeben. Im öffentlichen Teil der Gemeinderatssitzung nahm dieser Punkt entsprechenden Beratungsbedarf ein.

-Kulz. Zur 30. Sitzung begrüßte Bürgermeister Walter Schauer seine Ratskollegen und Bauamtsleiter Jürgen Steinbauer im Kulzer Feuerwehrhaus. Die Gemeinde Thanstein wurde als benachbarte Kommune und damit Trägerin öffentlicher Belange um Stellungnahme hinsichtlich der Änderung des Bebauungsplans "Penting-Ost" von der Stadt Neunburg um Stellungnahme gebeten. Nachdem keine städtebaulichen Belange der Gemeinde beeinträchtigt werden, wurden keine Einwände erhoben. Die Zustimmung erfolgte einstimmig.

Für den Ausbau der Gemeindeverbindungsstraße (GVS) Kulz-Dautersdorf wurde die Erd- und Grundbau GmbH mit der Boden- und Asphalterkundung beauftragt. Deren Untersuchungen haben ergeben, dass auf einer Länge von 150 Metern eine Straßensenkung vorliegt. Der Grund für die Senkung ist Torfmaterial, das bei einer Erhöhung des Grundwasserspiegels feucht wird, aufweicht und zu dieser Senkung geführt hat. Bis zu einer Tiefe von 4,10 Meter konnte kein fester Grund ermittelt werden. Auffüllen sei zwecklos, da das Material nach unten weggedrückt werde.

Mit Fels oder Spundwand


Zwei mögliche Varianten seien mit den Fachleuten besprochen worden. Einmal wurde die Möglichkeit des Bodenaustauschs und der Aufbau von Felsmaterial erwägt. Als Alternative genannt wurde der beidseitige Einbau von Spundwänden. Zur Auffüllung sollte dann wasserdurchlässiges Material verwendet werden. Natürlich führt diese Maßnahme zu einer Kostensteigerung, die aber nicht vorhersehbar gewesen sei. Über die genaue Höhe kann bisher noch keine Aussage getroffen werden.

Die überörtliche Prüfung der Jahresrechnung der Gemeinde für die Jahre 2011 bis 2014 hat einige Punkte ergeben, die im Gemeinderat zu behandeln waren. Die Wassergebühren hätten bereits zum 1. Dezember 2015 neu kalkuliert werden müssen. Dies fand erst ein Jahr später statt. Der aufgelaufene Fehlbetrag wurde mit eingerechnet. Bei Straßenbaumaßnahmen muss in Zukunft darauf geachtet werden, dass entstehende Kosten (zum Beispiel Kanaldeckel/Wasserschieber) richtig für Abwasser und Wasser zugeordnet werden.

In der Friedhofsatzung ist enthalten, dass jeder, der im Friedhof tätig werden will, eine Genehmigung benötigt. Es wurde beanstandet, dass diese Tatsache nicht Satzungsbestandteil ist, dies müsse außerhalb der Satzung niedergeschrieben werden. Als eine Empfehlung der Prüfer sollte die Leichenhausgebühr auf die Zeit der Nutzungsdauer aufgeteilt werden. Diese Empfehlung wurde vom Gemeinderat nicht übernommen, es bleibt das alte Abrechnungssystem bestehen. Werden bei einer Baumaßnahme beitragspflichtige Geschossflächen geschaffen, sollten laut Prüfung die Beiträge zeitnah verlangt werden, das heißt früher als bisher. Auch hier wird beim bisherigen Prozedere verblieben und die Beiträge werden erst fällig, wenn der Bauherr mitteilt, dass die Maßnahme beendet ist. Moniert wurde das Straßenbestandsverzeichnis, das nicht aktualisiert sei. Aufgrund personeller Engpässe konnte hier nicht nachgearbeitet werden, eine endgültige Erledigung sei aber erst im Laufe des nächsten Jahres möglich.

Eigenes Anlagenpersonal


Mit Beschluss der ersten Nachtragshaushaltssatzung wurde festgesetzt, dass ab 1. September 2016 die Betreuung der Abwasseranlagen durch eigenes Personal erfolgen soll. Dies wurde in der Vergangenheit durch den Maschinenring ausgeführt. Die erforderlichen Neueinstellungen ändern jedoch nichts an der Kostensituation.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.