Dorferneuerung in Thanstein startet durch

Arbeitskreissprecher Wolfgang Niebauer (von links), Gottfried Blank vom gleichnamigen Landschaftsarchitekturbüro, Baurat Martin Stahr und Bürgermeister Walter Schauer zeigten die Ausgangslage auf. Bild: mnt
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Thanstein
19.05.2016
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Denkmalliste und den Vitalitätscheck können Firmen übernehmen, bei den Ideen aber sind die Bürger gefragt. Nur durch ihre Mitwirkung könne eine Dorferneuerung gelingen, sagen die Fachleute - und versprechen im Gegenzug viel Geld.

Die Auftaktveranstaltung für die Dorferneuerung in Thanstein und Hebersdorf hatte 25 interessierte Zuhörer ins Gasthaus Träxler gelockt. Gleich zu Beginn betonte Bürgermeister Walter Schauer, welch große Bedeutung die Mitarbeit der Bürger in der anstehenden planerischen Phase hat.

Baurat Martin Stahr vom Amt für Ländliche Entwicklung lieferte einen Rückblick auf das Seminar zur Dorf- und Landentwicklung. 28 Thansteiner Bürger hatten sich dort mit Grundlagen vertraut gemacht und bereits einige Schwerpunkte für die Dorferneuerung erarbeitet. Des Weiteren informierte er einen denkmalpflegerischen Erhebungsbogen, mit dem Büro Giersch aus Offenhausen beauftragt wurde. Einen "Vitalitätscheck 2.0" erwartet am vom Büro KlimaKom EG aus Hummeltal. Zu diesen Untersuchungen werden im Mai und Juni Beschäftigte der Firmen Fotos machen und im Dorf unterwegs sein.

"Es gibt für diese Maßnahmen eine 100-prozentige Förderung durch das Amt für Ländliche Entwicklung Oberpfalz, was nicht selbstverständlich ist", verkündete Stahr. Bürgermeister Schauer sprach zudem von einem optimalen Zeitpunkt, bei dem über 60 Prozent Förderung für das Gesamtprojekt durch das Amt beigesteuert werden können. Sobald für Maßnahmen Anliegerbeiträge erhoben werden müssen, reduziert sich dieser Beitrag wesentlich, da bei der Finanzierung zuerst Fördergelder in Abzug gebracht werden.

Reizvolle Aufgabe


Die Planungsarbeit bei der Dorferneuerung übernimmt das Landschaftsarchitekturbüro Blank aus Pfreimd. Gottfried Blank zeigte mögliche Maßnahmen am Beispiel anderer Gemeinden auf. Bestands-, Stärken- und Schwächen-Analysen sowie ein Handlungskonzept seien nötig, bis schließlich ein Maßnahmenplan und die Konzepterarbeitung stattfinden kann. Blank griff die Worte seiner Vorredner auf und appellierte an die Bürger, daran mitzuarbeiten: "Ich sehe Thanstein als eine reizvolle Aufgabe. Thanstein kann bereits viele Qualitäten vorweisen, jedoch ist mit Sicherheit auch noch Entwicklungspotenzial vorhanden."

Ein sinnvoller Maßnahmenkatalog soll in den kommenden Wochen und Monaten in den stattfindenden Themenabenden erstellt werden. Beim Seminar im November konnten bereits viele Handlungsfelder ermittelt werden. Den größten Handlungsbedarf sahen die Teilnehmer bei der Gestaltung einer neuen Dorfmitte. Diesen Punkt griff Stahr nochmals kurz auf und verdeutlichte an diesem Beispiel noch einmal die Wichtigkeit einer strukturierten Herangehensweise bei der Lösungsfindung: "Die Mitwirkung der Bürger ist die Basis für gutes Gelingen, und es muss deutlich werden, dass die Dorferneuerung auch von den Bürgerinnen und Bürgern gewünscht wird. In der anstehenden Planungsphase ist alles erlaubt, gerne sollen auch soziale Maßnahmen einbezogen werden." Aufgrund des bisherigen Engagements gibt es da bislang aber keine Bedenken.

Aktionsplan erforderlich


Baurat Stahr wies auf die Notwendigkeit eines Aktionsplans hin. Darin sollen Ergebnisse und Verantwortlichkeiten bei den Sitzungen festgehalten und Informationen weitergegeben werden. Bei einer regen Diskussion kamen bereits weitere Ideen zur Sprache.

Bürgermeister Schauer informierte außerdem über die interkommunale Zusammenarbeit in der ILE- Schwarzach-Regen, in der zehn Kommunen aus den Landkreisen Cham und Schwandorf weitere gemeinsame Handlungsfelder erarbeiten. Für die im Juni stattfindenden Workshops werden noch Personen gesucht, die bei der Erstellung des Entwicklungskonzeptes mitarbeiten wollen. Interessenten können sich bei Bürgermeister Walter Schauer oder bei Geschäftsstellenleiter Andre Schille melden.
Die Mitwirkung der Bürger ist die Basis für gutes Gelingen, und es muss deutlich werden, dass die Dorferneuerung auch von den Bürgerinnen und Bürgern gewünscht wird.Baurat Martin Stahr


Alle vier Wochen ein neuer SchrittZweiter Bürgermeister Wolfgang Niebauer wurde bei der Auftaktveranstaltung zur Dorferneuerung als Arbeitskreissprecher bestimmt, der für die Organisation verantwortlich ist. Bürgermeister Walter Schauer kündigte an , dass neben Pressemitteilungen und einem Newsletter auch die Homepage der Verwaltungsgemeinschaft sowie das Amtsblatt als Informationsquellen dienen sollen. Anregungen und Wünsche können jederzeit bei der Gemeinde, beim Arbeitskreissprecher oder Stahr vorgebracht werden. Ein nächster Schritt ist der erste Themenabend. Dieser beinhaltet das Thema Dorfplatzgestaltung und findet am Dienstag, 14. Juni, um 19.30 Uhr im Gasthaus Träxler statt. Im vierwöchigen Turnus soll eine Arbeitskreissitzung stattfinden, damit im ersten Quartal 2017 der Dorferneuerungsplan fertiggestellt ist. Bürgermeister Schauer und Baurat Martin Stahr empfahlen den Bürgern, wenn möglich größere Baumaßnahmen bis zum Jahr 2017 zu verschieben, da es nach der Anordnung der Dorferneuerung auch für private Maßnahmen eine Förderung gibt. (mnt)
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