Dorfgeschichte zeigt wirtschaftliche Entwicklung von Thanstein auf - Für Chronik
Handwerker und Brauerei

Vermischtes
Thanstein
28.10.2016
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Diplom-Sozialwirt und Berufshistoriker Robert Giersch stellte beim Themenabend den denkmalpflegerischen Erhebungsbogen vor. Zunächst erläuterte er die Dorfgeschichte seit der ersten Erwähnung im Jahr 1218. Interessiert verfolgten die Versammlungsteilnehmer die Darstellung erster überlieferter Schriftstücke aus dem Jahr 1603, in dem Gewerbe und Besitzstände, die damalige Dorfstruktur beschrieben, sowie die Uraufnahme aus dem Jahr 1832. Da Immobilienbesitz zu diesem Zeitpunkt als Steuergrundlage galt, wurden damit die Strukturen planerisch erfasst.

Der Aufbau zeigt viele Gebäude, wie zum Beispiel den Zehenstadl, die Kirche oder das alte Schulhaus, die bis heute in einem ähnlichen Zustand überliefert sind. Die Hofmarksbrauerei brachte dem Ort einen hohen wirtschaftlichen Nutzen ein. Ende des Jahrhunderts braute auch der "Winterbräu" sein Bier in Thanstein und mit mehreren Ausschänken und einer Kegelbahn war dies bis Anfang des 20. Jahrhunderts ein großes Thema.

Eine Sozial-Topographie zeigte die vielen Handwerksbetriebe auf, die zu dieser Zeit vorhanden waren. So war Thanstein wesentlich dichter bebaut als heutzutage, auch aufgrund der Vielzahl an Geschäftsleuten, wie dem Küfer, Bader, Betreibern von Kramerläden und vielen selbstständigen Handwerkern. Die Siedlungsentwicklung ist vor allem auf die Verkäufe der Hofmarks-Ländereien zurückzuführen, auf die eine Gemeindegrundverteilung folgte. Zur damaligen Zeit veränderten außerdem mehrere Großbrände immer wieder die Dorfstruktur und somit konnten auch die Hintergründe der vielen verschiedene Baulichkeiten rund um die Burg nachvollzogen werden.

Mit einem "Überschneidungsplan" verglich der Historiker die Strukturen von 1832 und heute und zeigte zum einen die vielen überlieferten Dorfgassen und -steige auf, die nahezu unverändert einen großen Reiz darstellen und auch weiterhin erhalten werden sollten. Außerdem gab es damals mehrere Dorfbacköfen, die teilweise noch heute vorhanden sind. Giersch erläuterte noch bestehende historische Gebäude und Grünräume und verwies darauf, dass viele Hausgärten mit den typischen Granitsäulen gut erhalten sind. So war der Burgberg bis Mitte des 20. Jahrhunderts wegen seiner besonderen Flora und Fauna sogar als Naturschutzgebiet geschützt. Abschließend ging er noch auf die Charakteristik der Wohnhäuser und Wirtschaftsgebäude ein.

Die Zuhörer waren begeistert und sich einig, dass beide Arbeiten einen Gewinn für das Verfahren zur Dorferneuerung sowie für die Dorfchronik, die zum 800-jährigen Jubiläum erstellt werden soll, darstellen.
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