Kulzer Bauernball bleibt ein Dauerbrenner
Grenzsteine bewegen Lachsalven

Wegen verrückter Grenzsteine in der Kulzer Flur musste sich der angeklagte Eichlbauer vor dem Königlich Bayerischen Amtsgericht am "Kulzer Bauernball" verantworten. Da blieb kein Auge trocken! Bilder: bej (2)
Vermischtes
Thanstein
02.02.2016
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Wahrscheinlich wollte niemand die "kriminellen Grenzstein-Machenschaften" im beschaulichen Dörflein Kulz verpassen. Beim Bauernball im "Krämerhof", der nunmehr fast drei Jahrzehnte als Dauerbrenner läuft, war kein Sitzplatz mehr zu finden.

/Kulz. Ortsobmann Michael Weigl begrüßte die treuen Gäste, die generationenübergreifend vertreten waren. Sein weiterer Gruß galt den benachbarten Ortsverbänden und einer kompletten "Busgesellschaft" aus Wernberg, die mit 54 Personen zum Bauernball angereist waren. Für Unterhaltung sorgte die Hausband "Kulzer Buam", die zum Bauernball gehört wie der "Deckel zum Topf".

Egal ob Bayerische, Evergreens oder Modernes, die Tanzfläche war stets gut gefüllt und auch Maskierte mischten sich unter das Faschingsvolk. Mucksmäuschenstill wurde es im Saal, als Moderator Fritz Ebner die Tanzfläche betrat, zunächst als "Warm up" einige Witze zum Besten gab und dann die Herrschaften des "Königlich Bayerischen Amtsgerichtes" begrüßte. Deren Einschreiten war notwendig geworden, da Anzeigen wegen "Marksteinrücken" vorlagen und damit das "öffentliche Interesse" in höchstem Maße betroffen war. "Das ist kein Spaß", warnte Fritz noch die Gäste, bat um die nötige Ehrerbietung beim Erscheinen des Gerichts und hoffte auf eine gerechte Urteilsverkündung.

Ein "Beschiss"


Hintergrund war das heimliche Hin- und Herrücken von Grenzsteinen durch die alteingesessenen Bauern "Eichl und Zipfl". Der angeklagte Eichlbauer soll am Josefitag die schändliche Tat begangen haben, ein "Beschiss" nach einem verlorenen Kartenspiel war der Grund. Die Zeugenvernehmung gestaltete sich als sehr schwierig, ob nun Bürgermeister Schauer, Opa Zipflbauer, ein ungeladener Zeuge und ein höchst verliebtes Urlauberpärchen - niemand brachte Licht ins Dunkel der Grenzsteinwirrungen.

Sehr lautstark und handgreiflich wurde es, als sich die renitenten Ehefrauen der beiden Bauern einschalteten. Die Geduld des Gerichtsvorsitzenden wurde arg strapaziert, wie auch die Lachmuskeln der Gäste. Ohne Eingreifen der Gendarmerie wäre die Verhandlung eskaliert. Für Aufklärung sorgte schließlich dann der Geometer (Landvermesser), der die gesamte Kulzer Flur vermessen hatte. Das Ergebnis war niederschmetternd: Alle Grenzsteine in Kulz stehen falsch, nur die vom Eichl und Zipfl sind korrekt. "Welch ein liederliches Volk" so das Resümee der Gerichtsbarkeiten, die Anklage wurde fallengelassen und die Verhandlung geschlossen. Der Beifall für das "Kulzer Cabaret" war mehr als verdient und natürlich folgte ein "Zuckerl" zum Abschluss.

Parodie auf "Sister Act"


Mit einer Parodie auf den Film "Sister Act" brachten sich die kirchlichen Mitarbeiter ein und konnten gleich aufgrund ihrer grandiosen Darbietung zehn Kircheneintritte verbuchen. Auf jeden Fall standen sie dem Original in nichts nach und rissen auch das Publikum von den Plätzen. Noch bis in die frühen Morgenstunden ließen die Gäste den Fasching in Kulz hochleben und freuen sich bereits jetzt auf eine Neuauflage des Bauernballs in 2017.
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