Keine Parzelle zur Hochzeit

Lokales
Theisseil
04.12.2014
12
0

Bauplätze sind Mangelware in der Gemeinde. Dennoch leben junge Familien gerne in Theisseil und Letzau. Sieben Hochzeiten und fünf Geburten zeugen davon

"Gibt es in unserem Flächennutzungsplan noch ausgewiesene Baugebiete?", fragte Alfons Kammerer in der Bürgerversammlung in Letzau. Mehrfach sei er darauf angesprochen worden, in Letzau sei von Kirche über Rathaus und Vereine alles da, nur keine Parzellen. Bürgermeisterin Marianne Rauh entgegnete: "Wir haben Interesse, hier ein neues Baugebiet zu schaffen."

Die bestehenden Baulücken seien in privater Hand, wobei in der Hochstraße Verkaufsbereitschaft bestehe. "In Theisseil gibt es vier kleinere Bauplätze, die sich gut zusammenlegen lassen", ergänzte Rauh. Dass es sich im Gemeindebereich gut leben lässt, spiegle sich an den vielen jungen Familien (sieben Hochzeiten und fünf Geburten) wieder. Daraus resultiere die Nachfrage an Krippenplätzen. Der attraktive Krippenneubau werde mit über 80 Prozent von der Regierung gefördert. Weil Architekt Markus Götz die Kosten für den Neubau von 440 000 Euro stets im Blick habe, entstehe der Gemeinde ein Eigenanteil von rund 100 000 Euro. Rauh hofft, dass die neue Krippe genauso gut angenommen werde wie der Kindergarten. "Bei Leiterin Stefanie Peschla und den Johannitern sind die Kinder in besten Händen."

Die Pro-Kopf-Verschuldung sei mit 353,24 Euro so niedrig wie seit 30 Jahren nicht mehr. Wegen sparsamen Wirtschaftens und vieler Rücklagen erhielt die Gemeinde keine "Stabili-sierungshilfe". Die freie Finanzspanne betrage etwa 150 000 Euro. Eine Neuverschuldung sei angesichts anstehender Investitionen denkbar. Bei der Straßensanierung habe sich einiges angestaut. "Das muss Stück für Stück abgearbeitet werden. Wenn öffentliche Gelder fließen, dauern Maßnahmen entsprechend lange", bat Rauh um Verständnis.

In Edeldorf kommt die Dorferneuerung innerorts im Frühjahr an die Reihe. Die Ausschreibungsergebnisse liegen vor. "Hätten wir geahnt, dass es sich so hinzieht, hätten wir andere Maßnahmen vorgezogen", bedauerte Rauh. Handlungsbedarf bestehe laut Gemeindeentwicklungs-konzept in Letzau, Wilchenreuth und Roschau. Dort liefen die Planungen zur Dorferneuerung. "In desolatem Zustand und teils komplett zusammengebrochen" seien die Straßenentwässerungskanäle. Ein Starkregen, der Zementbrocken mitriss, habe kostspielige Kanalreinigungen (18 000 Euro) verursacht.

Sanierung vorziehen

Die Umsetzung des Gehwegs von der Kirchenstraße bis zur Kreisstraße sei noch unklar, da hohe Kosten auf wenige Anlieger umgelegt werden müssten. Am Sonnenhang habe die Gemeinde nicht alles schultern können und dürfen. In Wilchenreuth habe Rauh wegen des katastrophalen Straßenzustands eine vorgezogene Sanierung für 2016 beantragt. Im Januar klärt sie mit Planungsbüro Hans Spindler, ob gleich der Kirchsteig mit gemacht werden könnte.
Weitere Beiträge zu den Themen: 12-2014 (6638)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.