Landrat Andreas Meier informiert sich auf dem "Schneinderhof" über die vorbildliche Tierhaltung
Wachsendes Bedürfnis nach nachhaltigen Lebensmitteln

Landrat Andreas Meier (rechts) machte sich auf der Weide von Demeter-Landwirt Hubert Ram (Dritter von links) ein Bild von der extensiven Weidewirtschaft. Mit dabei (von links): Dr. Siegfried Kiener, Harald Baumer und Gabriele Ram mit den drei Kindern. Bild: bgm
Lokales
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25.08.2015
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(bgm) "Das ist sozusagen Fleisch, das auch ein Vegetarier guten Gewissens essen könnte." Landrat Andreas Meier bringt es beim Besuch auf der Weide von Demeter-Landwirt Hubert Ram auf den Punkt. Acht Deutsche Angus Rinder streifen gemütlich im Rudel über die neun Tagwerk große Weide bei Edeldorf.

In der Landwirtschaft spricht man von Großvieheinheiten (GV) je Hektar. Ram hat es sich zum Ziel gesetzt, einen Wert von 0,3 GV auf seinen Weiden zu erreichen. Jedes Rind hätte dann also drei Hektar Platz zum Grasen. Schon jetzt hat jedes Tier deutlich mehr Weidefläche, als einem Weiderind in Deutschland durchschnittlich zur Verfügung steht. "Wir brauchen eine Wertediskussion", meint Harald Ulmer, Geschäftsführer der Landesvereinigung für den ökologischen Landbau in Bayern (LVÖ). Die Denke der Verbraucher müsse mehr in die Richtung gehen: "Ich gönne mir diesen Genuss dreimal in der Woche, aber es muss nicht täglich und möglichst billig sein."

Das ist ganz im Sinne von Hubert Ram. "Es ist ein Genussmittel. Das war es ja früher auch. Wenn ich an meine Oma denke, da hat es halt am Sonntag ein Stück Fleisch gegeben", sagt der Biolandwirt, der den "Schneinderhof" zwischen Vohenstrauß und Weiden bewirtschaftet. Ulmer meint eine allgemeine Fehlentwicklung zu erkennen. Die Selbstversorgung mit Fleisch in Bayern liege bei 300 Prozent.

Soweit will Dr. Siegfried Kiener, Leiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, nicht gehen. In Italien liege die Weinversorgung vielleicht bei 500 Prozent. Grenzüberschreitender Handel sei in einer arbeitsteiligen Wirtschaft eben nicht wegzudenken. Aber auch Kiener erkennt ein wachsendes Bedürfnis für nachhaltige Lebensmittel. "Wir stellen fest, dass der Verbraucher wissen will, woher die Nahrungsmittel kommen. Wir müssen diese Premiumartikel liefern." Landwirt Ram habe eine Fleischqualität entwickelt, die man suchen müsse.
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