Fremdenverkehrsverein erkundet verlassenes Dorf Bügellohe
Hartes Leben hinter der Grenze

Die Wandergruppe des Fremdenverkehrsvereins Tiefenbach stellte sich vor den Überresten des einstigen Gasthauses Florl zum Erinnerungsbild. Bild: lpr
Freizeit
Tiefenbach
25.10.2016
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Viel ist nicht mehr übrig von der verstreuten Siedlung "Bügellohe", in der ab dem Jahr 1946 elf Familien mit rund 60 Personen eine Bleibe gefunden haben. Nur das mit einem Blechdach versehene "Fleischhackerhaus" steht hier noch.

Schönsee/Tiefenbach. Ein interessantes Ziel hatte die jüngste Wanderung, die der Fremdenverkehrsverein Tiefenbach anbot. Margarete Landeck führte die Gruppe zur sogenannten "Bügellohe" bei Stadlern. Dort hatten Sudentendeutsche nach ihrer Vertreibung zwischen 1946 und 1948 unweit ihrer einstigen Heimat gleich hinter der bayerischen Grenze neue Häuser errichtet. Da sich das Dorf in einem bügelähnlichen, in das Nachbarland ragenden Geländeteil befand, erhielt es eben den Namen "Bügellohe".

Bildtafeln zur Information


Auf der engen Sautreibergasse ging's bei idealem Wanderwetter zunächst bergauf, ehe nach einer guten halben Stunde das Ziel erreicht war. In Bügellohe steht lediglich noch das mit einem Blechdach versehene Fleischhackerhaus. In diesem ist vor vier Jahren ein Informationszentrum mit elektrischer Beleuchtung und Bildtafeln über die Siedlung Bügellohe und ihre Geschichte eingerichtet worden.

So wird daran erinnert, dass die Bewohner hier zunächst der drohenden Vertreibung entgehen und später wieder in ihren Ort Wenzelsdorf zurückkehren wollten. So entstanden zunächst, verstreut im Wald, Baracken. Als allerdings die tschechische Regierung das Heimatdorf dem Erdboden gleichgemacht hatte, kam eine Rückkehr nicht mehr in Frage; aus den Baracken wurden feste Häuser. In dem abgelegenen Gelände war das alles andere als einfach. Und auch die Lebensbedingungen erforderten einiges ab, es gab keinen Strom und auch kein fließendes Wasser. Um 1970 hat schließlich der letzte Bewohner die Siedlung verlassen.

Die Wandergruppe, zu der sich auch der Vorsitzende des Fremdenverkehrsvereins, Ernst Schultes, und Bürgermeister Ludwig Prögler gesellt hatten, machte sich noch auf die Suche nach den Überresten des Gasthauses Florl, das früher sogar eine überdachte Kegelbahn besessen hatte. Inzwischen ist das Gebäude zusammengefallen.

Ein Stück Heimat erfahren


Nach den zügigen "Abstieg" ging's noch ins Wirtshaus zu einer zünftigen Einkehr. So darf auch diese Wanderung des Fremdenverkehrsvereins als Erfolg verbucht werden, hat sie doch dazu beigetragen, Einheimischen und Urlaubsgästen die Heimat und ihre Geschichte ein Stück näher zu bringen.
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