Patientenforum rund um das Thema Arthrose
Alle Bauteile bis ins hohe Alter trainieren

Alle 15 Jahren erneuert sich die Skelettmuskulatur, auch bei Senioren.
Vermischtes
Tirschenreuth in der Oberpfalz
17.02.2016
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Viel über Knochen und Gelenke lernten die Teilnehmer beim Patientenforum im großen Sitzungssaal des Landratsamtes. Einen ganzen Vormittag lang ging es thematisch Schlag auf Schlag. Bilder: jr (2)

Bewegung ist eine gute, wenn nicht die beste Medizin, Knochen und Muskeln brauchen meist alles andere als Ruhe. Das Fazit des dritten Patientenforums lässt sich in drei Worten zusammenfassen: Bewegung, Bewegung, Bewegung.

Publikum hat viele Fragen


Schwerpunktmäßig ging es um Arthrose, als die Kliniken Nordoberpfalz AG zum großen Thementag ins Landratsamt eingeladen hatte. Und das Motto "Leben ist Bewegung - Bewegung ist Leben" zog mehr als 170 Zuhörer an. Die Vorträge der Klinik für spezielle Chirurgie und Endoprothetik des Krankenhauses Tirschenreuth fanden großen Anklang. Schon in der Veranstaltung war viel Bewegung, Das Publikum verfolgte mit großem Interesse die Ausführungen der Ärzte, stellte viele Fragen und steuerte wertvolle Anmerkungen bei.

Professor Dr. Rudolf Ascherl veranschaulichte für jedermann verständlich die Grundlagen wie Bau und Funktion von Knochen, Gelenken und der Muskulatur. Osteoporose und Arthrose seien Volksleiden, die auch durch den Bewegungsmangel in der modernen Zivilisation gefördert würden. Dabei könnten alle Bauteile des Bewegungsapparates auch noch im Alter trainiert und funktionell geformt werden. "Alle 15 Jahren erneuert sich die Skelettmuskulatur, auch bei Senioren", betonte Ascherl.

Auch kleine Einheiten gut


Mit sinnvoller und konsequenter Bewegung könnten die Menschen in jedem Alter auch schwierige Erkrankungen wie Demenz, Diabetes oder Depressionen lindern. Das Herz- und Kreislaufsystem, Gelenke und Muskulatur profitierten ohnehin schon von kleinen Trainingseinheiten.

Als praktische Demonstration zeigte das OP-Team Schlüssellochchirurgie am Beispiel einer Paprika und einer Kokosnuss. So bekamen die Teilnehmer eine außerordentlich anschauliche Vorstellung, welche Möglichkeiten eine Gelenkspiegelung bietet. Oberarzt Dr. Jürgen Engelhardt zeigte die Risiken des Knochenschwundes und die Bedeutung der Osteoporose auf. Mit Modellen verdeutlichte er die Chancen der Stabilisierung der kranken Wirbel durch Knochenzement.

Großes Interesse fanden auch die Ausstellungen beim Patientenforum. Hier hatten Unternehmen Gelegenheit, Ersatzteile wie Endoprothesen und Knochenimplantate sowie orthopädietechnische Hilfsmittel vorzustellen. Der Stand einer Buchhandlung mit verständlicher Literatur zum Thema Bewegung, Osteoporose und Arthrose komplettierte das Angebot. Auf Wunsch der Zuhörer wird es übrigens demnächst ein Informationsforum zu Krankheitserregern und Infektionserkrankungen geben.

Neue Selbsthilfegruppe


Nicht immer geht es in der Orthopädie nur um Endoprothesen und Implantate, machte Dr. Ascherl deutlich. Manchmal müssen auch Prothesen im herkömmlichen Sinne eingesetzt, ärztlich und physiotherapeutisch begleitet werden. Der Professor und sein Team bieten in Zukunft eine Selbsthilfegruppe für Gliedmaßenamputierte an. "Diese Patienten werden oft vernachlässigt und profitieren manchmal nicht vom technischen Fortschritt", begründete der erfahrene Operateur. Immobilität bedeute immer auch in einem gewissen Ausmaß Isolation, gab er auch hier das Motto aus "Bewegung ist Leben - Leben ist Bewegung".
Alle 15 Jahren erneuert sich die Skelettmuskulatur, auch bei Senioren.Professor Dr. Rudolf Ascherl
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