Schalter dicht, Filiale bleibt
Da geht die Post ab

Auf eine wechselvolle Geschichte blickt die Post in der Bahnhofstraße zurück. In den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts gebaut, später zum zentralen Amt für den gesamten Altlandkreis Tirschenreuth aufgewertet, schließen Mitte des Jahre die Schalter. Postfächer und Zustellbereich bleiben davon unberührt. Bild: pbls
Wirtschaft
Tirschenreuth in der Oberpfalz
24.02.2016
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Gut 260 Jahre gibt es in der Kreisstadt eine Post. Jetzt wird ein neues Kapitel aufgeschlagen: Die Schalter machen dicht. Nicht unbedingt zum Nachteil der Kunden. Meint zumindest Bürgermeister Franz Stahl.

Nach den derzeitigen Planungen wird es ab Mitte des Jahres keinen Schalterbereich mehr in dem markanten Gebäude in der Bahnhofsstraße geben. "Postfächer und alles, was mit der Brief- und Paketzustellung zu tun hat, bleiben erhalten", bestätigt auf Nachfrage Bürgermeister Franz Stahl.

Hat er anfangs "rot" gesehen und die abgeordneten Reiner Meier und Albert Rupprecht eingeschaltet, sieht er das Ganze mittlerweile durchaus auch unter einem positiven Aspekt. "Die Post sucht Kooperationspartner", weiß das Stadtoberhaupt nach einem Gespräch mit dem regionalen Politikbeauftragten der Post, Hugo Scheuenpflug, und dem Gebietsleiter Reinhard Schnurrer. Wer dann ab 1. Juli die Post-Geschäfte übernehmen wird, ist derzeit noch nicht klar. "Aber es gibt schon ein paar vielverspechende Interessenten", weiß Stahl. Er sieht in so einer Lösung durchaus Vorteile. "Die Kunden sind nicht mehr an die bisher starren Öffnungszeiten gebunden, können ihre Geschäfte wesentlich länger erledigen." Die derzeitige Postfiliale wird von der Postbank AG betrieben. Die wiederum hat ihre Geschäfte an die Deutsche Bank abgegeben, die deshalb organisatorisch für den Schalterbetrieb zuständig ist - zukünftig aber nicht mehr sein will und deshalb entschieden hat, Tirschenreuth aufzugeben.

Ein Schicksal, das schon viele andere Kommunen in ganz Deutschland getroffen hat. In Bärnau beispielsweise ist das Elektrohaus Härtl Kooperationspartner der Post, in Waldsassen Edeka-Legat und in Mitterteich das Kaufhaus Zeitler. "Wir waren sozusagen die letzte Stadt hier in der Region", weiß der Bürgermeister. Was wohl auch in der Historie begründet liegt. 1750 bereits ernannte Alexander Fürst von Thurn und Taxis einen gewissen Johann Melchior Gruner zum Posthalter.

Die Posthalterei unterstand dann dem Oberpostamt Nürnberg. Über 70 Orte aus der Umgebung mussten damals ihre Post zur Weiterbeförderung nach Tirschenreuth bringen. Nach diversen Neustrukturierungen des Postwesens erhielt Tirschenreuth 1958 ein zentrales Postamt und war verwaltungstechnisch zuständig für nahezu den gesamten Altlandkreis. 153 Bedienstete mit 36 Kraftfahrzeugen betreuten den Bereich .
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