Oberpfälzer Fischereimuseum in Tirschenreuth präsentiert Geschichte und Gegenwart – Beeindruckende Aquarien im „Haus am Teich“
Faszinierende Welt, wie sie die wenigsten kennen

In mehreren großen Aquarien können die Besucher die Wasserwelt bewundern. (Foto: Grüner)
Freizeit
Tirschenreuth
11.05.2016
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Die Besucher können die im Wasser lebenden Wirbeltiere – im Bild ein russischer Stör – detailliert bestaunen. (Foto: Grüner)
(Norbert Grüner)

Das Oberpfälzer Fischereimuseum wurde 1982 als erstes Bayerisches Museum für Fischerei und Teichwirtschaft in den Räumen des ehemaligen Frauenklosters der Kreisstadt Tirschenreuth eröffnet. Es liegt an der Regensburger Straße und ist ins Tirschenreuther Museumsquartier (MQ) integriert. Direkt gegenüber wartet das Haus am Teich mit einer beeindruckenden Aquarien-Landschaft auf. Allein das große Schaubecken dort verfügt über eine Wassermenge von 30 000 Liter.

Die Dauerausstellungen im Fischereimuseum auf mehreren Stockwerken erläutern anschaulich die nahezu tausendjährige Entwicklung der Teichwirtschaft im Stiftland. Seit dem elften Jahrhundert wurden hier Teiche angelegt, die das Landschaftsbild bis heute prägen und deren Bewirtschaftung nach wie vor eine wichtige Erwerbsquelle im Landkreis Tirschenreuth darstellt.

Das Oberpfälzer Fischereimuseum verdankt seine Existenz dem Engagement einer Gruppe Tirschenreuther Bürger, die sich zu einem Arbeitskreis zusammenschlossen haben, um Geschichte und Gegenwart der Fischerei in der Oberpfalz zu dokumentieren. In der Folge trugen sie eine umfangreiche Sammlung an Arbeitsgeräten und Bekleidung, Bilddokumenten und Urkundenmaterial, alten Plänen und Skizzen, Modellen und Präparaten sowie Angelgeräten zusammen.
Vom Foyer aus führt eine große Glastüre gleich in den Raum, den vor allem Kinder lieben. In vier Großaquarien werden typische Unterwasser-Lebensräume mit ihren Bewohnern vorgestellt. Hier tummeln sich viele heimische Fischarten von der Äsche bis zum Zander. Eine faszinierende Welt, wie sie die wenigsten kennen.
Auf drei Etagen verschafft die Einrichtung einen Überblick über die lange Tradition und die ganze Bandbreite der Oberpfälzer Fischzucht. Ein Gang durch die Ausstellungsräume wird zu einer Reise durch die Geschichte der Fischerei, angefangen von der Flussfischerei über die Teichwirtschaft bis hin zur Angelfischerei.

Museumsquartier mit vielen AbteilungenDas Oberpfälzer Fischereimuseum und das Haus am Teich sind Bestandteile des Museumsquartiers Tirschenreuth. Neben ihnen zählen dazu die Abteilungen: „Krippen“, „Porzellan“, „Hohann Andreas Schmeller“, „Stadtgeschichte“, „Plan Weseritz“ und „Ikonensammlung Erich Werner“.

Anschaulich ist die Präsentation aufgegliedert in Bereiche wie Teichbau und Karpfenzucht, Abfischen und Verwertung, Teichwirtschaft und Natur. Neben ausführlichen Informationen auf zahlreichen Schautafeln und dreidimensionalen Darstellungen gibt es viele historische Schaustücke und Hilfsmittel sowie Präparate von stattlichen Fischen.

Traditionelles Werkzeug wie Kescher mit Holzstielen, Gerätschaften zum Netzstricken sowie Hilfsmittel zur Entlandung von Teichen und zum Teichbau sind dabei ausgestellt und werden ausführlich beschrieben.

Ganz anders sieht die Situation heute aus, im Vergleich zur längst vergangenen Tradition. Natürlich trägt diesen gewaltigen Veränderungen das Fischereimuseum Rechnung und zeigt in einer eigenen Abteilung, wie Teichwirtschaft und Fischzucht in der modernen Zeit funktionieren. Modern sind dabei auch die Präsentationsmethoden mit Multimedia-Touchscreens, über die praktisch jede Information abgerufen kann. Vertieft werden die Textbeiträge durch kurze Videos und Fotos, auf denen zu sehen ist, wie Fischerei heute in der Praxis funktioniert.
Für die jungen Museumsbesucher sind neben den Schauaquarien die „sprechenden Fische“ der Renner. Eine Wand mit Großdias der wichtigsten heimischen Fischarten ist dabei das zentrale Medium. Per Touchscreen lassen sich die einzelnen Fischarten anwählen und erzählen über Kopfhörer ihre Geschichten. Zum Beispiel wo sie herkommen, welche Gewässer sie bevorzugen, wie es um ihren Bestand bestellt ist, mit welchen Problemen sie konfrontiert sind und, und, und.

Das „Haus am Teich“ wartet, wie bereits erwähnt, mit drei weiteren Großaquarien auf. Das gewaltigste ist fünf Meter lang und 2,30 Meter hoch. Die drei auffälligsten Lebewesen darin sind jeweils über einen Meter lang und gehören zur Familie der Störe. Der Waxdick oder Russische Stör kann in freier Natur Längen von über 2,30 Metern und Gewichte von über 100 Kilogramm erreichen. In zwei Säulenaquarien mit den Themen „Fließgewässer“ und „Tümpel“ haben vor allem Kleinfische ihr Zuhause. An mehreren multimedialen Stationen erfährt der Besucher alles über die Fischzucht und Teichwirtschaft der nördlichen Oberpfalz um Tirschenreuth.

InformationenDas „Haus am Teich“ und das Museumsquartier mit Fischereimuseum ist dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Angeboten werden auch Führungen durch das Fischereimuseum und/oder das Museumsquartier. Der Eintritt ins Haus am Teich ist kostenlos. Der Eintritt ins Museumsquartier, inklusive Fischereimuseum, kostet für Erwachsene 3, für Schüler, Studenten und Behinderte 1,50 und für Gruppen ab 10 Personen 2 Euro (pro Person). Kinder und Jugendliche sind frei. Gruppenführungen bis 20 Personen kosten für Schulklassen und Kindergärten 20 Euro, für Erwachsenengruppen bis 20 Personen 40 Euro. Hier gibt es zwei Varianten: Variante eins führt durch das Fischereimuseum, Variante zwei umfasst bis zu drei weitere Abteilungen im Museumsquartier. Führungen können bei der Touristinfo angemeldet werden, unter Telefon: 09631/600248 oder per
E-Mail: urlaub@stadt-tirschenreuth.de.
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