Auf Wacken und in Südkorea

Klaus Rosner aus Konnersreuth ist "Marimba One Educational Artist". Bilder: Grüner (2)
Kultur
Tirschenreuth
24.05.2016
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Seither spiele ich, wenn irgend möglich nur noch auf diesem Instrument.

Wo es perkussionistisch etwas zu veredeln gibt, ist auch Klaus Rosner nicht weit. Ob Klassik oder Mittelalter-Metal - der Konnersreuther ist offen für alles. Aktuell ist das Marimbaphon sein Favorit. Und das kommt von ganz weit her.

Klaus Rosner ist, wie er es selbst formuliert, "ein Eigengewächs der Kreismusikschule (KMS). Dort hat er bei Ludwig Zandt Schlagzeug gelernt. Heute arbeitet er hier selbst als Lehrer für Schlaginstrumente. Daneben hat er gleich mehrere Projekte laufen und spielt oder spielte bei mehreren Bands.

Laute und leise Töne


Er trommelte zum Beispiel bei der Regensburger Mittelalter-Rock-Formation "Ingrimm" und lieferte mit seinem Double-Bass die Grundlage für den Sound der stark Death- und Black Metal-orientiert daherkommt. Von 2007 bis 2014 spielte er mit den Jungs auf Wacken. Aktuell schlägt er leisere Töne an. Der 41-Jährige begann seine Musikerkarriere 1993 an der KMS. Nach dem Abitur absolvierte er von 1997 bis Mitte 1999 die Berufsfachschule in Sulzbach-Rosenberg. Zeitweise fuhr er zweigleisig, weil er vorzeitig einen Studienplatz in Saarbrücken ergatterte. Er nahm den Pendler-Stress auf sich, denn die Schule wollte er unbedingt beenden.

Marimbaphon ist das Instrument, das Rosner schon seit langer Zeit am meisten fasziniert. Zwölf Jahre ist es her, dass er sich eines nach eigenen Vorstellungen bei "Marimba One" in Kalifornien anfertigen ließ. "Die Amerikaner bauen einfach den Rolls Royce unter den Marimbaphons."

"Das muss ich haben"


Bei einem Freund in Luxemburg kam er erstmals in den Genuss, auf so einem edlen Teil spielen zu dürfen. "Das muss ich haben", war seine Reaktion. Der Kontakt zu "Marimba One" kam auf der Frankfurter Musikmesse zustande. "Schick' mal 5000 Euro Anzahlung", hieß es damals. Drei Monate später kam das Ding zerlegt in Kisten an. Insgesamt kostete es 9300 Euro. "Das war damals ein echtes Schnäppchen", erzählt Rosner. "Dafür gibt es das heute nicht mehr." Seither spielt er, wenn irgend möglich, nur noch auf diesem Instrument. Im vergangenen Jahr besuchte Rosner die Website des Instrumentenbauers und las darauf sinngemäß: "Bewerbe Dich und werde Teil unserer Künstler-Familie."

Der Konnersreuther schickte eine E-Mail über den großen Teich, in der er beschrieb, was er alles kann und macht. Die Rückmeldung kam prompt. Die Amerikaner wollten ein Video, das zeigt, wie er sein Instrument bearbeitet. Es wurde ein 18-minütiger Film, der auf Youtube zu sehen ist.



Rosner überzeugte und ist jetzt "Marimba One Educational Artist". Neben der Ehre hat das sogar geldwerte Vorteile. "Da bekommst du kostenlos immer wieder neue Schlegel und anderes Zubehör zum Testen zugeschickt. Außerdem gibt es Rabatte auf Instrumente. Und wenn Du im Ausland spielst, liefern die ein Instrument an und stellen es auf." Im vergangenen Jahr gründete Klaus Rosner zusammen mit dem Trompeter Benno Englhart aus Grafenwöhr das Duo "Arirang". Damit tourten sie quer durch Südkorea. Dieses und kommendes Jahr sind sie in Fockenfeld, Wunsiedel und Speinshart zu sehen und hören. Die beiden Musiker beschreiten dabei Wege fernab des normalen klassischen Musizierens. "Mac the Knife" aus der Dreigroschenoper oder Werke von Frank Zappa, umarrangiert für Marimbaphon und Trompete, sind dabei unter anderem zu hören.

50 Stunden Musik


Klaus Rosner unterrichtet aktuell an der KMS, der Städtischen Musikschule in Selb, ist in Fockenfeld Gymnasiallehrer für Musik und Instrumentallehrer am Otto-Hahn-Gymnasium in Marktredwitz. Außerdem agiert er bei der Akustik-Band "Treibhauz" und arbeitet an einem eineinhalbstündigen Solo-Percussion-Programm. "Pro Woche verbringe ich locker 50 Stunden mit Musik machen."

Seither spiele ich, wenn irgend möglich nur noch auf diesem Instrument.Klaus Rosner über das Marimba One
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