Ausstellung mit Werken von Petra Schicker
"Bekannt wie ein bunter Hut"

Petra Schicker ist seit über 30 Jahren für ihre Hut-Bilder bekannt.
Kultur
Tirschenreuth
24.06.2016
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"Verlorener Hut im Wasser." Bilder: Grüner (6)

Hüte in allen Variationen inspirieren seit drei Jahrzehnten die Tirschenreuther Künstlerin Petra Schicker. Seitdem sie die Liebe zu diesen Kopfbedeckungen entdeckt hat, spielen sie in den meisten ihrer Bilder die Hauptrolle. Davon zeigt sie jetzt 50 Unikate im Museumsquartier (MQ).

"Der Hut ist in meinen Bildern inzwischen zum Markenzeichen geworden", sagte sie bei der Eröffnung. Ursprünglich sei der Hut als Schutz gegen die Unbilden des Wetters gedacht gewesen. Irgendwann habe die Modewelt diese Art der Kopfbedeckung für sich entdeckt. Vor allem bei den Frauen sei er heute ein modisches Accessoire, dessen vielleicht sogar erotischer Reiz nicht von der Hand zu weisen sei. "Wer Hut trägt will dominieren."

Symbolische Farben


Den Farben der Hüte werde auch eine gewisse Symbolik zugeordnet, wusste Schicker. Unter einem roten Hut fühle man sich anders als unter einem schwarzen. Emotion, Gefühl und Intuition seien der roten Farbe zugeordnet, während negative Eigenschaften eher unter schwarzen Hüten zu finden wären. Weiß stehe für Sachlichkeit, Grün für Ideenreichtum, provokatives Auftreten und hohe Kreativität. Der blaue Hut als Himmel über allem anderen steuere und überwache den Denkprozess..

50 Exponate


Im MQ sind 50 Exponate ausgestellt. Manchmal beherrscht der Hut das Motiv, manchmal ist er etwas versteckt. Zumeist befindet er sich auf dem Kopf einer Person, kann aber auch mal in einem Park vergessen worden sein, oder der Wind hat ihn vom Kopf geweht und er schwimmt auf dem Wasser.

Das erste Hut-Bild mit dem Titel "Sonnenschirme" malte Schicker im Februar 1986. Das neueste heißt "Balkonkabine" und entstand vor ein paar Wochen. Beide Gemälde sind in der Präsentation zu sehen. Weitere neun Bilder sind in der Buchhandlung und Galerie Rode am Marktplatz ausgestellt.

Das Thema sei für die Künstlerin unerschöpflich. Inspiration hole sie sich beim "Hutkönig" in Regensburg, Bildern in Zeitungen und Magazinen oder aus dem eigenen Freundinnenkreis bei diversen "Hut-Partys".

Das Gros der Bilder ist in Öl gemalt. Daneben gibt es Aquarelle sowie Pastellkreide- und Tuschezeichnungen. Neben dem Malen auf Leinwand oder Papier hat Petra Schicker eine weitere kreative Passion für sich entdeckt. Dabei "malt" sie mit Nadel und Faden. Sie skizziert ihre Motive auf Stramin und stickt sie mit bunten Garnen aus. Die Ergebnisse werden nicht gerahmt, sondern zu Sofakissen oder auch mal zu einem Handtäschchen verarbeitet. Einige davon, die natürlich das Hut-Thema beinhalten, sind ebenfalls ausgestellt.

Bürgermeister Franz Stahl brachte das kreative Schaffen der Künstlerin auf den Punkt. Dazu wandelte er einen bekannten Spruch geringfügig ab und sagte: "Petra Schicker ist in der Region bekannt wie ein bunter Hut." Der Blumenstrauß, den er der Künstlerin überreichte, war auf einem Strohhut drapiert.

Starke Nachwuchssängerin


Und noch einen ganz besonderen Kunstgenuss erlebten die Vernissagegäste. Die dreizehnjährige Lisa Zeitler entpuppte sich als wahres Goldkehlchen und lieferte eindrucksvoll die musikalische Gestaltung als brillante Sängerin. Begleitet wurde die Schülerin der Kreismusikschule von deren Leiter, Jakob Schröder auf dem Klavier.

Die Ausstellung "Nie ohne Hut" dauert bis 15. August und ist zu den üblichen Museumsöffnungszeiten, dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr zu besichtigen.

Wer Hut trägt will dominieren.Petra Schicker, die Hut-Malerin
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