Buch von Dr. Erwin Brucker: Leben nach dem Tod und Nahtoterfahrungen
Leben nach dem Tod

Dr. Erwin Brucker. Bild: privat
Kultur
Tirschenreuth
15.05.2015
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"Fürchten brauchen wir uns nicht." Was ihm da ein Patient erzählt hat, ist für Dr. Erwin Brucker auch heute noch ein Schlüsselsatz. Und der Auslöser für ein bemerkenswertes Buch über Nahtod-Erfahrungen.

Schon seit langem beschäftigt sich der gebürtige Tirschenreuther Dr. Erwin Brucker mit der Frage, ob es ein Leben nach dem Tod gibt. In vielen Gesprächen berichteten ihm Patienten, wie sie in Notsituationen am Kern ihres Daseins angekommen waren.

Dr. Brucker schildert deren Erlebnisse. Da ist einmal der Mann, dem bei einer Operation der Darm mehrmals perforiert worden ist. Dort der Autofahrer, der nach einem Unfall in der Autobahn-Böschung landet. Hier die Frau mit durchgebrochenem Blinddarm. Und allen ist etwas gemein: "Plötzlich stehen die Leute außerhalb ihres Körpers, sehen, wie etwas damit gemacht wird, ohne vorerst zu realisieren, dass es ihr eigenen Körper ist", erzählt der Facharzt für Psychiatrie. "Erst wenn sie sich näher hinbewegen sehen sie, dass sie es sind, um den sich die Leute kümmern." Die Patienten schildern intensive Sinneseindrücke, eine Art Zwischenwelt, berichten von einem hellen Licht und einem Tunnel, durch den sie die jenseitige Welt wieder verlassen haben. So wie eben jener Patient, der "drüben" war und zu dem Schluss gekommen ist: "Fürchten brauchen wir uns nicht." Danach hatte Dr. Brucker den Drang, alles niederzuschreiben. "Ich konnte das nicht einfach für mich behalten." Ein bisschen wohl auch inspiriert von "Die Hütte - Ein Wochenende mit Gott" von William Paul Young.

Die zentrale Frage ist für den gebürtigen Tirschenreuther: "Wo kommen wir her, was sollen wir hier und wo gehen wir hin?" Und diese Frage müsse jeder für sich selbst beantworten. Glaube und Religion spielen zwar eine wichtige Rolle, das Buch aber will Dr. Brucker als religionsunabhängig verstanden wissen. Dennoch sieht er in der Bergpredigt so eine Art Anleitung zum Glücklichsein. "Es wird da ja ein durch und durch positiver Lebensstil empfohlen." Für den Mediziner ist es wichtig, ein Leben zu führen, das sich den Gesetzen der Liebe ausrichtet. "Das ist die Erfahrung, die die Seele auf Erden machen muss."

Für die Gesundheit der Seele sei es wichtig, die Verbindung zu Gott nie abreißen zu lassen. "Über unser Innerstes haben wir eine ständige Verbindung zum Jenseits." Da zitiert der Autor auch Bernhard Jacobi und sein "Dual". Das ist eine Art geistige Existenz, die im Jenseits existiert und für einen zuständig ist. "Die hilft uns auf Erden, leidet mit uns und freut sich mit uns." Schwierig zu verstehen, gibt Dr. Brucker zu. "Es ist wirklich Glaubenssache."

Und so sieht er auch das Buch, das mit zu den passenden Bildern von Helma Migelli und Tochter Johanna Brucker eine im Gegensatz zum eigentlich dunklen Thema doch eine farbige Aufmachung erfährt. Der Facharzt rät, sein Werk nicht auf einmal durchzulesen. "Man sollte immer wieder Pausen einlegen und darüber nachdenken, ob denn alles so stimmt, stimmen kann, was ich gedanklich entwickle.

"Leben nach dem Tod - Was wir heute schon wissen können", 112 Seiten, Autor Dr. Erwin Brucker, Preis: 11,80 Euro, Deutsche Literaturgesellschaft, ISBN 978-3-03831-038-9,
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