Elvis und Dana im Schaufenster

Elvis und Dana Kerekes. Während ihrer Ausbildung hat die Künstlerin immer darauf gewartet, dass eine weiße Limousine vor dem Werkstor hält und ein Herr die Türe öffnet, um sie abzuholen. Bilder: Grüner (2)
Kultur
Tirschenreuth
02.11.2016
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Quasi als Begleitprogramm zur neuen Produktion des Modernen Theaters Tirschenreuth (MTT), "Servus King - Elvis in der Oberpfalz", ist eine Kunstausstellung zu sehen. Im ehemaligen Bücherhaus Rode auf dem Oberen Marktplatz zeigt Dana Kerekes "Elvis und ich".

Die Leipziger Künstlerin präsentiert dabei sechs großformatige Acrylbilder. Das Besondere daran: Auf jedem hat sich die Malerin zusammen mit ihrem Idol selbst verewigt. Leider war sie erkrankt und konnte der Eröffnung nicht selbst beiwohnen. Die Bilder sehen auf den ersten Blick aus wie Filmplakate, von Filmen, die wohl schon jeder einmal gesehen hat, "Casablanca" zum Beispiel.

Im Bann der Bilder


Nur in diesem Fall nicht mit Humphrey Bogart und Ingrid Bergmann in den Hauptrollen, sondern eben mit Elvis und Dana Kerekes. Auf den zweiten Blick wirken die Bilder schon ganz anders. Mal ist Elvis im Vordergrund, mal die Künstlerin selbst. Die Werke ziehen den Betrachter immer mehr in ihren Bann, je länger er sie anschaut. Dann wirken die Werke faszinierend bis verstörend.

Bei der Vernissage erklärte Johannes Zagler, der die Künstlerin persönlich kennt, dass Kerekes mit 13 Jahren ihr Idol Elvis vor dem Spiegel ihres Jugendzimmers mit einer Luftgitarre sowjetischer Bauart imitiert hat. Im Alter von 15 Jahren habe sie dann alle Elvis-Poster von den Wänden gerissen. Kerekes möge den frühen, den wilden Elvis. Als sie das erste mal "Love me Tender" gehört habe, habe sie sich fremdgeschämt.

Hassliebe


Vielleicht sind ja die Bilder auch der Ausdruck einer Hassliebe zum Idol. Die 45-Jährige machte Abitur, lernte Buchbinderin, lebte in London, studierte Anglistik, Literatur, Kunst und Malerei an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig und arbeitet heute in Leipzig als Kunsterzieherin und Malerin.

Die Ausstellung ist bis zum 13. November zu sehen.
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