Entdecker sollten sich sputen: Termine fast ausgebucht
Tirschenreuther Unterwelt-Führungen

Mancher Keller bietet überraschende Einblicke und Geschichten, so auch der im "Spannantonisephen-Haus". Bild: Sporrer
Kultur
Tirschenreuth
18.04.2016
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Die Keller in der Kreisstadt sind sprichwörtlich, schon weil sie bisher kaum einer gesehen hat. "Der ganze Marktplatz ist unterkellert und miteinander verbunden", hieß es früher oft an den Stammtischen. Ist das so? Etwas Licht ins geschichtliche Dunkel bringen jetzt Cornelia Stahl und Thomas Sporrer mit ihrer öffentlichen Führung "Kellerschätze - Schatzkeller".

"Wer lässt uns rein?"


Die beiden zertifizierten Gästeführer haben sich wieder viel Arbeit gemacht. Wer hat denn in Tirschenreuth solche Keller und - noch wichtiger - wer lässt uns auch rein? Diese Frage stand ganz am Anfang. "Relativ schnell waren Hausbesitzer und Vermieter gefunden, die offen für unsere Idee waren", sagt Cornelia Stahl. Und beide Gästeführer sind überzeugt, dass die Mischung passt.

Drei Keller werden besichtigt, ein weiterer, vermutlich der älteste von allen, wird im Film gezeigt, da er öffentlich nicht zugänglich ist. "Wir sind in Löcher gekrochen, haben auch Keller vermessen und fotografiert", berichtet Thomas Sporrer, auch passionierter Hobbyfotograf. Passiert ist das alles unter Führung von Franz Krapf, Leiter des Historischen Arbeitskreises. Vorsicht war dabei sehr wichtig, denn es kann passieren, dass sich in den alten Kellern Kohlenmonoxid bildet. Für die Begeher kann das unter Umständen gefährlich werden.

Termine aufgestockt


"War es aber nicht", so die Gästeführer. Und was wurde entdeckt? Nun ja, so gesprächig sind die zwei gar nicht. Noch sind die Führungen ja erst angelaufen. Es deutet sich aber ein ähnlicher Erfolg wie im Vorjahr bei den Schlossführungen an. "Wir haben wieder aufgestockt. Mittlerweile gibt es 25 Termine, mehr als 20 davon sind schon voll belegt", beschreibt Katrin Schwägerl, Leiterin der Tourist-Info in Tirschenreuth, den Run auf die Führung.

Zu entdecken gibt es sehr alte Keller. Historische Verbindungen kann man anhand von alten Karten vermuten. "Von Keller zu Keller kann man eigentlich nicht mehr gehen; die meisten Verbindungen wurden zugemauert, manche Keller aufgelassen oder teilweise verfüllt", berichtet Cornelia Stahl.

Beendet wird die Führung mit einer Brotzeit im "Spannantonisephen-Haus" der Familie Stahl in der Hochwartstraße, nachdem man dort den noch vollständig vorhandenen Bierkeller besichtigt hat. Tief unter der Erde, etwa 12 Meter lang, mit Hammer und Meißel in den Granit getrieben. "Ein wahres Prachtstück", urteilen die Gästeführer. Und das Feedback der Gäste? Bisher waren die Leute sehr angetan von dem, was sie gesehen und gehört haben. Auch Bürgermeister Franz Stahl ist von den touristischen Aktivitäten seiner Gästeführer begeistert - auch wenn seine Frau jetzt noch öfter mit Besuchern irgendwo in der Stadt unterwegs ist. Zu buchen sind die Führungen über die Tourist-Info.Der Preis beträgt 8 Euro pro Person.
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