Geschichtln aus dem Egerland

Musik aus Bayern und Böhmen, dem Egerland und dem Stiftland steuerte die "Haastaaz-Musi" bei - da wurde schon nach kurzer Zeit auch getanzt.
Kultur
Tirschenreuth
02.08.2016
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Die Heimatvertriebenen aus dem Kreis Plan-Weseritz hatten viel zu lachen beim Heimatabend. Bilder: wg (2)

1953 trafen sich fast 4000 Heimatvertriebene aus Plan und Weseritz zur ersten Wallfahrt nach Mähring. Schon ein Jahr später übernahm die Stadt Tirschenreuth die Patenschaft. Diese Tradition ist lebendig geblieben - auch wenn die Anzahl der "Patenkinder" naturgemäß schrumpft.

Dieses Jahr gab es beim Heimatabend eine Neuerung. Nicht im Kettelerhaus, das derzeit ohne Bewirtung ist, sondern im Saal des Gasthofs Kühn trafen sich die Plan-Weseritzer. Wie Vorsitzende Regine Löffler-Klemsche wusste, waren die Heimatvertriebenen schon vor vielen Jahren mal "beim Kühn", wie alte Fotos belegten.

Großes Familientreffen


Das 64. Heimattreffen, das am Freitagmorgen mit der Wallfahrt nach Plan begann und bis Montag dauert, endete am Freitagabend bei bester Stimmung, Musik und Tanz. Regine Löffler-Klemsche freute sich über den guten Besuch von Landsleuten und Ehrengästen. Organisatorin Ingrid Leser begrüßte "Manna, Weiwa und Kiena sowie bsondere Gäst und Leit". Für Unterhaltung sorgten die "Haastaaz-Musi" und das "Neualbenreuther Zwio" mit Franz Danhauser und Monika Kunz. Ingrid Leser steuerte etliche Textbeiträge bei, spontan fielen ihr auch immer wieder anhand von Liedern oder Stichwörtern kleine Anekdoten und Witze aus dem Egerland ein. Die Besucher hatten viel zu lachen. Die Musikanten spielten im Wechsel und wussten auch etliche "G'schichtln" zu erzählen, bevor es immer eine Pause "zum Ratschn" gab.

In ihrem Element war Kreisheimatpflegerin Indrig Leser. Die Bärnauerin erklärte das "Liebesbarometer", erzählte eine "Hundsg'schicht über die Eghalanda und wos sie alles treim, wenn's im Wirthaus sitz'n", außerdem gab sie tiefe Einblicke in die Heimatsprache (mit "Translation" auf Stiftländisch).

Da musste der Patenbürgermeister zwischendurch schon anfragen, ob er auch mal was sagen darf - sehr zur Erheiterung der Gäste. Franz Stahl begrüßte die Plan-Weseritzer im Namen der Patenstadt Tirschenreuth. "Der Heimatabend ist wie ein großes Familientreffen, man sieht immer wieder alte Bekannte." Die Gemütlichkeit stehe im Vordergrund - diesmal mit tollen Musikanten aus dem Stiftland und mitten im Herzen von Tirschenreuth.

"Zwio" begeistert


Es wurde ein kurzweiliger Abend. Viele Besucher sangen die Lieder aus ihrer alten Heimat begeistert mit, etwa über das Egerland und den Böhmerwald. Das "Zwio" begeisterte nicht nur mit Gesang, sondern auch mit Vorschlägen für ein Abendgebet, für Männer und Frauen unterschiedlicher Art, mit Liedern über Erlebnisse mit dem Bärnauer Bockl oder wie man den Unterschied erkennt, ob jemand "verliebt, verlobt oder verheiratet" ist. Da gab es das Lied "Oma, hupf mal" ebenso wie das Lieblingslied aller Bürgermeister, "Bist aa dou", wo auch Franz Stahl aus dem Lachen nicht mehr heraus kam.

Rückblick mit Wehmut


Dr. Egon Ziegler trug mit einem Beitrag aus dem "Liebensteiner Heimatbrief" zum Programm bei und redete über die "gute alte Zeit", als man noch keine Kontaktlinsen kannte, als es noch keine Kreditkarten, kein Fax, keinen Geschirrspüler und keine Klimaanlagen gab: "Da war der Mensch noch nicht auf dem Mond gelandet, ein Käfer war noch kein Volkswagen. Als wir als Kinder auf der Straße rumliefen, gab es noch für zehn Pfennig einen Beutel Studentenfutter und kein Fastfood." Seine Generation sei die letzte, die "immer Bock haben musste - und wir haben das überlebt!"
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