Landestheater Oberpfalz
Raus aus dem Epizentrum

Geschäftsführer Wolfgang Meidenbauer warb jetzt im Kreisausschuss um Unterstützung für das Landestheater Oberpfalz. Bild: pz
Kultur
Tirschenreuth
22.11.2016
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Das Stück "Servus King", hier Florian Winklmüller in der Rolle des Bürgermeisters, ist ein Selbstläufer. Die Vorstellungen des Modernen Theaters in Kooperation mit dem LTO in Tirschenreuth sind ausverkauft. Bild: Grüner

Das Landestheater Oberpfalz will seinem Namen künftig noch mehr gerecht werden. Bestes Beispiel für die Kooperation mit anderen Orten ist das Elvis-Schauspiel "Servus King".

"An jedem zweiten Tag spielen wir irgendwo", rechnete Wolfgang Meidenbauer vor, als er von 160 Veranstaltungsterminen und rund 30 000 Besuchern sprach: Der Geschäftsführer des Landestheaters Oberpfalz (LTO) hielt vorm Kreisausschuss ein flammendes Plädoyer für das 2010 gegründete und öffentlich geförderte Privattheater.

Hintergrund der Präsentation war die finanzielle Beteiligung des Landkreises. Die Zuwendungen der Kommunen brächten zusätzlich Geld in die Region, unterstrich Meidenbauer die Förderung durch den Freistaat. Die machte vergangenes Jahr 32 Prozent der Erträge aus, die regionalen Zuwendungen liegen bei 30 Prozent. Die Erträge 2016 sind in der Präsentation auf 604 838 Euro beziffert worden, die Aufwendungen bei 643 443 Euro. Für 2017 plant der Geschäftsführer einen Haushalt mit der "roten Null", wie er sagte.

"Wir wollen raus aus dem Epizentrum Leuchtenberg, Neustadt und Weiden", so der Sprecher und kündigte an, dass die Bühne ihrem Namen besser gerecht werden wolle. Dass dies vor allem auch für den Landkreis Tirschenreuth gilt, wusste Meidenbauer an den Produktionen in der Region zu zeigen - etwa auch aktuell mit "Servus King", in einer Koproduktion mit dem Modernen Theater Tirschenreuth.

Gute Laienspielgruppen


Waldeck solle fester Spielort werden in Zukunft; dort solle ein "Festspielsommer" etabliert werden. Mehr Bedeutung gewinnen soll nach den Worten des Geschäftsführers die Theaterpädagogik. "Sehen Sie mich nicht als Bettler an, wenn ich Sie auffordere, das LTO zu unterstützen", erklärte Meidenbauer. Jeder Euro werde für die Theaterkultur in der Oberpfalz eingesetzt. "Stellen Sie einen schriftlichen Antrag", erklärte Wolfgang Lippert, der Meidenbauer zuvor noch zur Verleihung des Heimatpreises 2016 an das LTO gratulierte und die geplante Ausweitung in den Landkreis Tirschenreuth begrüßte. Toni Dutz (CSU) verwies auf die hervorragenden Laienspielgruppen in der Region; außerdem fördere der Landkreis ja auch schon die Theaterreihe im Kettelerhaus. "Die Haupt-Kommune, wo gespielt wird, sollte auch ihren Obolus leisten." Ely Eibisch stellte die Beteiligung der Kommunen heraus, wenn diese ihre Spielorte über Spenden kostenlos zur Verfügung stellten.

Reger Austausch


Meidenbauer unterstrich die große Dichte an Laienspielgruppen; diese stünden aber nicht im Wettbewerb zum Landestheater Oberpfalz. Vielmehr gebe es einen Austausch, wenn ambitionierte Laienspieler im Landestheater eingesetzt wären und mit derartigen Erfahrungen Laien-Ensembles bereicherten. (Info-Kasten)

Noch kein AntragGeschäftsführer Wolfgang Meidenbauer hatte zur Sitzung des Kreisausschusses noch keinen Förderantrag gestellt. Doch die Mitglieder signalisierten Unterstützung. Auf NT-Nachfrage bei Kreiskämmerer Klaus Pöllmann hatte der Landkreis dem Landestheater Oberpfalz (LTO) zum ersten Mal 2015 einen Zuschuss gewährt - 1000 Euro. Im Landkreis-Haushalt 2016 sind 5000 Euro für das LTO geflossen. (pz)
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