Malzer, Schrott und Knedlik veröffentlichen „Armarium“ - Neue Literatur über Buchkultur in ...
Mönche lesen nicht nur die Bibel

Christian Malzer, Franz Meier (Layout), Siglinde Kurz (Leiterin Provinzialbibliothek Amberg), Georg Schrott, Abt Beda Sonnenberg (Kloster Plankstetten, Festredner) und Manfred Knedlik (von links) schufen ein umfangreiches Sammelwerk, das nicht nur für Geschichtskundige spannende Erkenntnisse über die schreibenden Mönche in unserer Heimat birgt. Bild: Baumer
Kultur
Tirschenreuth
28.06.2016
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Das Lieblingsbuch von Ordensbrüdern ist sicher die Heilige Schrift. Trotzdem mögen sie auch andere gute Lektüre. Was Mönche früher lasen, steht im neuen "Armarium - Buchkultur in Oberpfälzer Klöstern".

Ein Armarium war ein aus Holz gefertigter Bücherschrank, in dem die Mönche ihre Bücher lagerten. Der altertümliche Name ist also nach wie vor modern: Feines Holz wird auch heute noch gerne für Bücherregale verwendet, um wertvolle Werke stilvoll aufzubewahren. Im Vorwort erklärt Siglinde Kurz, Leiterin der Amberger Provinzialbibliothek, was es mit dem Titel auf sich hat. Georg Schrott, Christian Malzer und Manfred Knedlik haben das Sachbuch herausgegeben.

Leben im Kloster


Außer den drei Historikern - sie sind in der Region schon lange für ihre wissenschaftlichen Schriften und Werke über die Heimatgeschichte bekannt - haben im Buch auch acht Tagungsteilnehmer ein Sprachrohr für ihre wissenschaftlichen Arbeiten gefunden. Insgesamt beleuchten die Autoren bei der Ausarbeitung der elf Beiträge viele unterschiedliche Facetten des Themenpaares Kloster und Buch.

Georg Schrott hat sich beispielsweise der Waldsassener Mirakelsammlung gewidmet. Dieser für das klösterliche Alltagsleben wichtige Text wurde bisher kaum beachtet, zeigt aber, wie sich im späten Mittelalter Frömmigkeit, Wissen und Wunderglaube zu über Europa zirkulierenden Erzählungen vereinten. Christian Malzers Schwerpunkt liegt auf der Auswertung der medizinischen Buchbestände und Wissenswelten in Zisterzienserklöstern. Dafür vergleicht er die Bibliothekskataloge der Abteien Waldsassen, Sedletz, Walderbach und Ossegg.

Mit einem weit verbreiteten geschichtlichen Klischee während der Säkularisation möchte Knedlik aufräumen. Er diskutiert im Buch ausführlich, ob die Bibliotheken der Bettelorden einst wirklich "gar keinen Werth" hatten. Doch auch die Kunstgeschichte wird berücksichtigt: Ein Aufsatz ist dem Speinsharter Bibliothekssaal gewidmet und ein weiterer Abschnitt veröffentlicht erstmals etwa vierzig deutschsprachige Farbrezepte aus einer mittelalterlichen Handschrift aus Waldsassen.

Viele Kapitel


Wer sich für die Geschichte der klösterlichen Büchersammlungen in der Heimat, die darin zusammengetragenen Wissenswelten oder die handwerklichen und künstlerischen Facetten der schreibenden Mönche interessiert, findet mit dem Sammelband "Armarium" ein Nachschlagewerk vor, das ausführlich und reich bebildert aufzeigt, wie die Oberpfälzer Klöster einst ihren Beitrag zur heute wichtigen Kultur des Buches in der menschlichen Gesellschaft geleistet haben.

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Georg Schrott, Christian Malzer und Manfred Knedlik: "Armarium - Buchkultur in Oberpfälzer Klöstern", 18,90 Euro, ISBN: 978-3-9817968-0-3Der Band kann für 18,90 Euro bei der Provinzialbibliothek Amberg erworben werden.
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