"Servus King"
Elvis rockt im Stiftland

Die Macher der neuen MTT-Eigenproduktion, "Servus King", stellten ihr Projekt im Tirschenreuther Rathaus vor. Von links, der Tirschenreuther Landrat Wolfgang Lippert, Produzent und MTT-Vorsitzender Florian Winklmüller, der Tirschenreuther Bürgermeister Franz Stahl, Regisseur und Produzent Daniel Grünauer, der künstlerische Leiter des LTO, Till Rickelt, Autor Uli Scherr, der musikalische Leiter, Dr. Michael Rüth und der Geschäftsführer des LTO, Wolfgang Meidenbauer. Bild: Grüner
Kultur
Tirschenreuth
21.07.2016
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Im Herbst wartet das Moderne Theater Tirschenreuth (MTT) in Zusammenarbeit mit dem Landestheater Oberpfalz (LTO) mit einer weiteren Eigenproduktion auf. Beflügelt vom Erfolg von "Cash" 2012 und 2013 setzten die Macher einmal mehr auf das Genre Musiktheater.

Neben Aufführungen in Tirschenreuth wird "Servus King - Elvis in der Oberpfalz" auch in Vohenstrauß und in Neunburg vorm Wald gespielt. Angedacht ist auch ein Gastspiel in Grafenwöhr - dem Ort, der den Stoff für das Schauspiel mit Musik in fünf Bildern liefert.

Worum geht es? Elvis Presley, der King des Rock'n'Roll, leistete im Herbst 1958 und später noch einmal 1960 als Soldat der US-Army einen Teil seines Wehrdienstes auf dem Truppenübungsplatz in Grafenwöhr ab. Über Elvis' zwei mehrwöchigen Aufenthalte in der Oberpfalz gibt es zwar viele Anekdoten. Fest steht: Im Dezember 1958 gab der Star in der Micky-Bar in Grafenwöhr für Freunde und Weggefährten ein einmaliges Konzert. Wie es dazu gekommen sein könnte, erzählt das Stück.

"Das Spannende daran ist, dass die Musik von Elvis Initialzündung für die Menschen ist, die plötzlich Dinge tun, die sie bisher noch nie getan haben", sagt Regisseur Daniel Grünauer. Das Stück sei aber kein biografisches Schauspiel. Am Beispiel des Stars soll gezeigt werden, dass Menschen irgendwo aufwachsen, dort verhaftet sind, versuchen auszubrechen, aber auch wieder zurückkommen. Daniel Grünauer und Autor Uli Scherr geht es aber nicht nur darum, die Musik von Elvis zu transportieren. Sie beleuchten auch die damalige Zeit.

Nicht nur textsicher


"Das Stück wird in den kommenden Monaten für viel Furore sorgen", sagte der Tirschenreuther Bürgermeister Franz Stahl bei einer Pressekonferenz, bei der die Macher schon einiges über ihr Projekt verrieten, aber noch nicht, wer wen verkörpern wird. 20 Sprechrollen wird es geben, dazu mehrere stumme Rollen. Und die Akteure werden fast alle aus Tirschenreuth und Umgebung sein. Den dreien, die im Stück die Freunde Hans, Lugg und Muskel verkörpern, komme dabei die schwierigste Aufgabe zu. Sie müssen nicht nur sicher im Text sein und schauspielerisch überzeugen, sondern auch musikalische Parts zum Besten geben.

Ansonsten setzen die Macher musikalisch auf eine Band, die seit etwa 15 Jahren den Rock'n"Roll auf der Bühne perfekt zelebriert. Das liegt nicht zuletzt daran, dass in der Formation der "Havlicek Brothers" auch Profimusiker mitmischen. Dr. Michael Rüth als musikalischer Leiter erklärte, dass man, obwohl die Musik von Elvis eine eher einfach sei und grundsätzlich leicht zu spielen wäre, beim Theaterstück doch andere Maßstäbe angelegt werden müssten. Was den Stil von Elvis ganz stark mit geprägt habe, seien die Rhythmusinstrumente. "Da kommt uns zugute, dass wir mit Andy Bauer einen studierten Jazz-Schlagzeuger in den eigenen Reihen haben.

Bisher größtes Projekt


Der Vorsitzende des MTT und Produzent Florian Winklmüller sprich vom bisher größten Projekt des eher kleinen Vereins. Das werde allein schon bei den Produktionskosten deutlich. Die beziffert Winklmüller auf rund 60 000 Euro. 13 200 davon übernimmt der "Kulturfonds Bayern Kunst". Weitere Zuschüsse fließen vom Bezirk Oberpfalz, den Landkreisen Tirschenreuth und Neustadt/WN sowie der Stadt Tirschenreuth.

"Speziell dieses Projekt kann nur in der Oberpfalz entstehen", sagt der Regisseur und begründet das so, "die Geschichte stammt von hier, die Künstler sind von hier, wir sind in der Region verhaftet und wissen wie sie tickt." Auch die kritische Sicht der Dinge dürfe bei so einem Stück nicht fehlen. Unglaubliches habe es damals in der Gesellschaft gegeben. Altnazis, die plötzlich wieder einflussreiche Positionen erlangten und intrigierten. "Zerbrochene Familien, zerstört durch Krieg und Flucht, all das darf an einem Theaterabend nicht fehlen. Wir bieten eine Mischung aus Entertainment und Infotainment."

Till Rickelt, künstlerischer Leiter des LTO sagte, dass die Mitwirkung für sein Haus auch der Versuch sei, einmal mehr an das musikalische Genre heranzugehen. Das LTO sei bestrebt, die richtige Balance zu finden um ein breites Publikum anzusprechen. Wir sehen uns nicht als Konkurrenz zu den Theatern um uns herum, wir forcieren im Gegenteil echte Zusammenarbeit.

Aufführungen und KartenDer Vorverkauf beginnt am Samstag, 23. Juli. Der Vorhang für die Uraufführung hebt sich am Samstag, 5. November (20 Uhr) im Kettelerhaus in Tirschenreuth. Weitere Aufführungen sind am Freitag, 11./ Samstag, 12. November sowie Freitag, 18./Samstag, 19. November. Tickets für Tirschenreuth es bei der Tourist-Information (Telefon 09631/600-248).

Am Samstag, 26. November (20 Uhr) ist das Stück in der Stadthalle in Neunburg vorm Wald sowie am 1., 2., 3., und 8. Dezember in der Stadthalle in Vohenstrauß zu sehen. Karten für Neunburg und Vohenstrauß gibt es bei NT-Ticket.de

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Karten beim NT/AZ/SRZ-Ticketservice unter Telefon: 0961/85-550, 09621/306-230 oder 09661/8729-0 und ww.nt-ticket.de
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