Wie der Islam wirklich tickt
Weit mehr als reine Theorie

Mit einem Buchgeschenk bedankt sich VHS-Leiterin Angelika Schraml (rechts) bei Anita Weichselmann für die interessanten Informationen über den Islam. Bild. ubb
Kultur
Tirschenreuth
03.11.2016
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Wie der Islam wirklich "tickt" und woher sein Ursprung kommt, das erklärte Anita Weichselmann im Landratsamt bei einem Vortrag der Volkshochschule. Der war nicht nur für die Zuhörer spannend.

Referentin Anita Weichselmann, ehemalige Lehrerin des Weidener Augustinus-Gymnasiums, hatte fundiertes Wissen über diese Weltreligion dabei und ließ auch die aktuellen Konfliktsituationen nicht außen vor. Weichselmann betreut seit vielen Jahren Migranten, aktuell in Eslarn 72 Flüchtlinge. Ihre Kenntnisse gehen weit über die Theorie hinaus.

Im Zeitraffer stellte die Referentin eingangs den Islam-Begründer Mohammed vor. Er stützte seine Religion auf die Lehren biblischer Figuren wie Abraham, Noah, Jesus sowie Adam und Eva. Das klingt vertraut. Ausschlaggebende Unterschiede gibt es jedoch in den Schriften und im Koran. "Im Islam sind die Gesetze Gottes unantastbar. Es gibt nur einen Gott, Allah. Deshalb wird der Koran streng auch heute noch nur so ausgelegt, wie es im Buch und in den Schriften Mohammeds steht", erklärte die Referentin.

Sie ließ durchklingen, dass diese strengen Auslegungen in vieler Hinsicht immer wieder für den Weltfrieden gefährlich seien: Islamische Glaubensregeln wie "Ungläubige müssen getötet werden" hätten weiterhin Bestand, Märtyrer würden als ehrenhaft herausgestellt.

Mohammed, geboren im 6. Jahrhundert nach Christus, hatte elf Frauen und war Analphabet. Sein Ansinnen sei es immer gewesen, die Lehren Abrahams weiterzugeben. Später habe er für ihn "Ungläubige" wie die Juden verfolgen, vertreiben und ermorden lassen. Und er eroberte Mekka, wo sich bereits vorher mit der Kaba die wichtigste Glaubensstätte der Gläubigen befand. Dennoch hat die "Kirche" des Islams in seiner Gebäudestruktur einen weltlichen Ursprung. "Moscheen sind eine Nachahmung von Mohammeds Haus, in dem er in Medina gelebt hat", so Weichselmann.

Beim Umgang mit dem Islam in der Jetzt-Zeit berichtete Weichselmann aus ihren eigenen Erfahrungen wie auch aus unglaublichen Weltgeschehnissen: So sei ein Professor im asiatischen Raum erst vor wenigen Jahren zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt worden, weil er den Koran in eine andere Sprache übersetzt habe. "Das ist strickt verboten. Auch ich habe hier ein verbotenes Buch in der Hand", so die Referentin, die einen deutschsprachigen Koran vorzeigte.

Sie selbst habe erlebt, wie einem Menschen eine Hand abgehackt worden sei. Und es würden im Islam immer noch Frauen gesteinigt. Zwar sei es Ehefrauen erlaubt, sich scheiden zu lassen, jedoch bekämen immer die Männer das Sorgerecht über die Kinder zugesprochen.

Zum brisanten Kopftuch-Thema hatte Weichselmann mit muslimischen Frauen offen gesprochen. "Sie sagen, das sei freiwillig und sie seien es nicht anders gewohnt." Dennoch sei das Verschleiern Auslegungssache und nicht im Koran festgeschrieben, betonte Weichselmann, die persönlich nichts von dieser Kleiderordnung hält. Probleme gebe es im Umgang mit den Migranten oft an den Islamischen Feiertagen.

"Die Eltern bringen an diesen Tagen ihre Kinder nicht in die Schule, was dann natürlich auf Unverständnis stößt." In Eslarn erlebe sie auch manche Konfliktsituationen wegen der Schächtung oder der Beschneidung. Letzteres sei nur mit ärztlichem Beisein ab dem Alter von zwei Jahren in Deutschland zwar erlaubt, aber die Krankenkassen zahlen es nicht. Dies führe dazu, dass clevere Geschäftemacher den Eltern eine Beschneidung für viel Geld heimlich anböten.

Vieles gab es noch zu klären über den Islam, so dass Anita Weichselmann ihren großen Wissensschatz darüber auch noch bei einer nachfolgenden längeren Diskussion weitergeben konnte.
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