55. ökumenisches Frühstück im Stiftland-Gymnasium
Der Stress raubt die Freude

Einmal mehr ausgebucht war das ökumenische Frühstück im Mehrzweckraum des Stiftland-Gymnasiums. Gut 240 Besucher waren gekommen. Bilder: kro (3)
Lokales
Tirschenreuth
14.10.2014
0
0

Lustig und fröhlich sollte es beim 55. ökumenischen Frühstück am Samstagvormittag im Mehrzweckraum des Stiftland-Gymnasiums zugehen. Lautete doch das Motto "Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen". Mit Pfarrer Edmund Prechtl war dazu der richtige Referent gefunden worden.

Der Geistliche aus Pressath ging in seinem sehr kurzweiligen, dennoch rund einstündigen Referat auf das Lob und die Fröhlichkeit detailliert ein. Zum Auftakt zitierte Prechtl eine listige Frau, die ihren Mann lobte: "Ich bin so stolz auf dich, weil du so eine tüchtige Frau wie mich gesucht hast". Zu diesem 55. Frühstück für alle waren auch rund 30 Männer gekommen. Das Gros der Besucher stellten aber die 210 Frauen.

Nach dem gemeinsamen Frühstück eröffneten die Tirschenreuther Linedancer "Spirit of Dance" mit einigen schwungvollen Auftritten das Rahmenprogramm. Luise Zant ließ es sich anschließend nicht nehmen, auf den Anfängerkurs, der am 21. Oktober im Kettelerhaus startet, hinzuweisen. Es folgte ein lustiger "Radler-Sketch" mit Kurt Weiß ganz nach dem Motto, "man kann das Profil schonen, wenn man das Rad trägt".

Fröhlicher Vortrag

Pfarrer Edmund Prechtl hieß die "zahlreichen" Damen und die "vereinzelten" Herren willkommen, ehe er erklärte, warum Jesus nach seiner Auferstehung zunächst den Frauen erschien: "Damit's schneller unter Leit kommt!". Damit hatte er schon die ersten Lacher für seinem sehr fröhlichen Vortag. Der Geistliche verwies darauf, dass die Fröhlichkeit bei den Menschen immer mehr abhanden komme, viele schauten ganz verbittert drein. Beim Einkaufen suche man förmlich nach Einwürfen, so beispielsweise beim Bäcker, wenn die Semmel zu dunkel oder aufgesprungen sei. Sofort werde sich beschwert. Er zeigte in seiner Hand einen kleinen Gartenzaun, der der Meinung vieler nach kaputt sei, dabei fehlten ihm nur zwei Latten.

Das Negative werde immer mehr hervorgehoben, ganz im Gegensatz zum Positiven. Man sage, jede zweite Ehe scheitere, man sage aber nicht, dass auch jede zweite Ehe halte. Pfarrer Prechtl zu dem Ganzen: "Wir leiden auf einem hohen Niveau". Schon vor Tausenden von Jahren habe man gesagt, die Jugend sei schlecht, dies sage man auch heute noch. Das Negative werde einfach mehr herausgestellt, auch bei den Nachrichten. Der Mensch neige einfach zum Granteln, es müsse immer alles so funktionieren, wie man es sich vorstelle.

Spaß und Freude zweierlei

Spaß und Freude seien zweierlei, ein himmelweiter Unterschied, sagte Prechtl, und verdeutlichte dies an einem Beispiel. Einen Kranken zu pflegen mache keinen Spaß, aber man könne es mit Freuden tun. Bestes Beispiel dafür sei Mutter Teresa gewesen.

Loben und danken

Der Geistliche nannte sieben Fallbeispiele, die Wege zur Freude seien: Die Dankbarkeit sei einer dieser Wege. Wer hat heute schon etwas für mich getan, wer mag mich? Er forderte eine positive Gewissenserforschung, man sollte jeden Tag drei Dinge aufschreiben, die positiv waren. Zur Sonntagsmesse kommen nur 80 Leute! "Nein, toll dass diese 80 Leute da sind", so der Pfarrer. Loben und Danken sei ein weiteres Synonym für die Freude, ebenso das Ziel, "einfacher zu leben". Man müsse nicht alles haben, etwa Europa in zehn Tagen besichtigen oder den anderen mit Geschenken, die keiner braucht, zu überhäufen. Der Stress, meist sogar hausgemacht, mache den Menschen kaputt, raube die Freude. Beispiel dafür: Schon 15 Minuten vor Schulende warten die Mütter in ihren Autos auf ihre Kinder, um sie abzuholen und dann 50 Meter weit nach Hause zu fahren. Dann sage er sich, "diesen Stress gönne ich denen". Warten können sei eine weitere Tugend, durch Warten könne auch Freude entstehen, die Vorfreude. Man müsse nicht immer gleich alles haben und besitzen. "Im Jetzt leben und da zu sein", sei eine weitere positive Eigenschaft. In diesem Zusammenhang betonte er, dass er, wenn er in einem Gespräch sei, niemals ans Telefon geht, wenn es läutet, denn dies sei eine Unverschämtheit gegenüber dem aktuellen Gesprächspartner.

Lachen steckt an

Die wichtigste Zeit sei die Gegenwart. Weitere positive Eigenschaften seien, sich nicht zu wichtig zu nehmen und anderen eine Freude bereiten, so wie bei diesem Frauenfrühstück, wo die Tischdamen ihren jeweiligen Tisch gedeckt haben. Denn die Freude, die man anderen gebe, komme meist wieder zurück. Dem anderen mit einem Lächeln begegnen sei ebenso sehr positiv, "denn Lachen steckt an", sagte Pfarrer Edmund Prechtl, um sachlich nüchtern festzustellen: "Zum grantig schauen braucht man mehr Muskeln als zum Lachen". Den Abschluss seines Vortrags bildeten fünf Witze, ehe er mit einem tosenden Applaus und einem Geschenk verabschiedet wurde.
Weitere Beiträge zu den Themen: Oktober 2014 (9309)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.