600 Millionen Jahre Erdgeschichte

Stolz auf die neue Geotouristische Karte sind (von links) Geopark-Geschäftsführer Thomas Edelmann, Michal Pospisil, 2. Bürgermeister in Eger, Lucie Mantel vom Geopark Egeria, Euregio-Egrensis-Geschäftsführer Harald Ehm, Dr. Andreas Peterek, Leiter der Geschäftsstelle, sowie der Geopark-Vorsitzende Dr. Karl Döhler und sein Stellvertreter Wolfgang Lippert. Bild: bz
Lokales
Tirschenreuth
18.06.2015
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Bayerns jüngster Vulkan ist noch nicht dabei, aber 220 andere geologische Sehenswürdigkeiten zeigt das neueste Kartenwerk des Geoparks Bayern-Böhmen. Und das ist beileibe noch nicht alles.

"Keine andere Region in Mitteleuropa ist geologisch so vielfältig", sagt selbstbewusst Dr. Karl Döhler bei der Vorstellung im Tirschenreuther Landratsamt. Der Wunsiedler Landrat ist Vorsitzender "des größten grenzüberschreitenden Geoparks in Europa", wie stolz Projektleiter Dr. Andreas Peterek erklärt. "Erst auf der Karte sieht man die eigentliche Größe."

Immerhin 7500 Quadratkilometer von der Fränkischen Schweiz über das Fichtelgebirge und den Oberpfälzer Wald bis Karlsbad und Stribro umfasst das Gebiet, in dem die Besucher 600 Millionen Jahre Erdgeschichte lückenlos erleben können. Rund 80 Prozent aller weltweit vorkommenden Gesteine sind hier zu finden. "So viele wie nirgends sonst in Mitteleuropa."

Gemäß dem Motto "Aufbruch ins Erdinnere" hat ein Team aus deutschen und tschechischen Mitarbeitern die neue Karte erarbeitet, mit der sich Interessierte einen Überblick über mehr als 500 Lokalitäten verschaffen können. Eindrucksvolle Geotope, spannende Höhlen, lehrreiche Themenwege und beliebte Heil- und Mineralquellen gehören ebenso dazu wie Höhlen und Besucherbergwerke, Felsenkeller und technische Baudenkmäler diesseits und jenseits der Grenze.

Von der bayerischen Geschäftsstelle erstellt und in Tschechien gedruckt, wurde das Projekt mit Mitteln der Europäischen Union des Freistaates, der Oberfrankenstiftung sowie des tschechischen Umweltministeriums und des Kreises Karlsbad finanziert und ist in Deutsch oder Tschechisch kostenlos in allen Infostellen des Geoparks und später auch in den Touris-Informationen in den Kommunen erhältlich.

"Hut ab!" lobt Lucie Mantel vom Geopark Egeria "das Riesenwerk". Und Landrat Wolfgang Lippert sieht Bayerns jüngsten Vulkan in Neualbenreuth als geologisches Highlight. Bei der anschließenden Jahreshauptversammlung des Geoparks erhofft er sich aus dem Vulkanismus der Region touristisches Kapital.

"Unglaublich, was die Geopark-Ranger da leisten", lobt Dr. Karl Döhler die Arbeit der 40 speziell ausgebildeten Führer. Das kann Dr. Andreas Peterek auch an Zahlen festmachen: 330 Führungen mit 4300 Teilnehmern. Auch mit den täglich 600 Zugriffen auf das Internet ist er zufrieden. Dennoch wird die Homepage 2016 überarbeitet und für Smartphone und Co. fitgemacht.

Mehr noch als bisher will er den grenzüberschreitenden Charakter herausstellen. Und er erhofft sich eine Aufwertung des Labels "Geopark" als Qualitätsmerkmal analog Biosphärenreservat und Unesco-Weltnaturerbe. "Geoparks sind stark im Kommen."
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