8,50 Euro nur der Anfang

MdB Uli Grötsch: "Es sollte wieder üblich werden, dass Arbeiter sich in den Gewerkschaften organisieren."
Lokales
Tirschenreuth
30.03.2015
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Gewerkschaften und SPD sprechen seit Jahrzehnten meist die gleiche Sprache. MdB Uli Grötsch weiß warum: "Wir kommen aus dem Schoss der gleichen Mutter."

Langjährige Mitglieder ehrte der Verdi-Ortsverein Stiftland im "Kettelerhaus". Die Geehrten halten der Gewerkschaft seit 25 bis 65 Jahre die Treue. Vorsitzender Fritz Rüth sah solidarisches Handeln wichtiger denn je. "Diese Botschaft sollte noch mehr Platz in den Köpfen der Menschen finden."

Gutes Verhältnis

Bürgermeister Franz Stahl dankte den Gewerkschaften für ihre Arbeit. "Die hat nicht an ihrer Wichtigkeit verloren." Stahl verhehlte nicht, dass ihm als Kommunaler Arbeitgeber an einem guten Verhältnis zu den Gewerkschaften gelegen ist. Einen Wunsch hatte er an die Gewerkschaftsvertreter: Die leistungsorientierte Bezahlung sollte etwas vereinfacht werden. "Derzeit ist hier ein riesiger Verwaltungsaufwand zu bewältigen." SPD-Kreisrätin Hannelore Bienlein-Holl lobte die großartige Arbeit, die in den Kitas landauf landab geleistet wird. Mitarbeiterinnen hätten eine große Verantwortung. Zwar würden die Betreuerinnen oft gelobt, nur in der Bezahlung schlage sich das nicht wieder. Für den Verdi-Bezirk gratulierte Irene Salberg den Jubilaren. Der Ortsverband Stiftland sei einer der aktivsten in der Oberpfalz.

DGB-Regionssekretär Peter Hofmann freute sich über steigende Mitgliederzahlen. Dies habe nicht zuletzt mit den jüngsten Erfolgen der Gewerkschaften zu tun. "Wir haben gekämpft für die Abschaffung der Studiengebühren und wir haben den Mindestlohn bekommen", freute sich der Sprecher. Allerdings sollte der Mindestlohn noch steigen. Weiter sprach sich Hofmann für mehr Anerkennung auf dem ehrenamtlichen Sektor aus, "Unsere Politik muss das noch mehr wertschätzen."

DGB-Kreisvorsitzender Klaus Schuster nannte Verdi einen verlässlichen Partner und bat die Jubilare weiter um ihre Treue. "Gutes Geld für gute Arbeit muss wieder mehr herausgestellt werden." Manfred Haberzeth, Vertreter der Gewerkschaftssenioren, machte deutlich, wie wichtig die Senioren für die Gewerkschaften sind. Alleine die Oberpfalz kann sich auf über 4000 Senioren als Mitglieder verlassen. "Nur starke Gewerkschaften finden auch Gehör. Wir dürfen das Heft des Handelns nicht aus der Hand geben."

Gleich zu Beginn seiner Festansprache zollte Uli Grötsch den Jubilaren seinen Respekt für die jahrzehntelange Treue. Der Bundestagsabgeordnete sah gute Tarifabschlüsse nicht als Selbstverständlichkeit an. Arbeitnehmer müssten immer um ihre Rechte kämpfen. Lob zollte er der großen Koalition in Berlin. Diese habe seit 2013 gute Arbeit geleistet.

Starke Gewerkschaften

Wichtig nannte er in diesem Zusammenhang starke Gewerkschaften. "Es sollte wieder üblich werden, dass Arbeiter sich in den Gewerkschaften organisieren." Weiter forderte er die Gewerkschaften auf, mit einer Stimme zu sprechen. Bezüglich des Mindestlohns sah Grötsch die erreichten 8.50 Euro nur als Anfang.

Gleicher Lohn

Der Sprecher wusste freilich auch, dass in den Landkreisen Tirschenreuth und Neustadt/WN sowie der Stadt Weiden, bislang 22 000 Menschen lebten, die weniger als den derzeitigen Mindestlohn verdienten. Erneut sprach er sich dafür aus. "Wer 45 sozialversicherungspflichtige Beitragsjahre beieinander hat, kann in Rente gehen." Grötsch wünschte sich, dass Frauen und Männer für die gleiche Arbeit auch den gleichen Lohn erhalten. Der Sprecher wollte auch mehr Ordnung auf dem Arbeitsmarkt. Und in Sachen Freihandelsabkommen meinte er: "Wir Sozialdemokraten stimmen nirgends zu, wo europäische Standards sich verschlechtern."
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