Acht Prozent mehr Schlüsselzuweisungen für die Gemeinden des Landkreises
Finanzspritzen vom Freistaat

Lokales
Tirschenreuth
19.12.2014
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Auf die Post aus München warten die Kämmerer alle Jahre mindestens genauso gespannt wie die Kinder auf das Christkindl: Wie hoch fallen die Schlüsselzuweisungen diesmal aus? Mit denen gleicht der Freistaat fehlende Finanzkraft aus. Und da die Gelder nicht zweckgebunden sind, können sie direkt für Projekte vor Ort eingesetzt werden.

Gute Steuerkraft

Über 20,2 Millionen Euro fließen 2015 in die kommunalen Haushalte des Landkreises. Acht Prozent mehr als noch im Vorjahr. Da erscheint das Plus von 421 Prozent bei Falkenberg nachgerade unglaublich. "Schau dir mal die konkrete Summe an", verweist Bürgermeister Herbert Bauer auf gerade einmal 127 544 Euro. Die gute Steuerkraft von 730 Euro je Einwohner macht das Gemeindeoberhaupt auch als Grund aus, dass es keine Stabilisierungshilfe gibt.

Mit über 346 000 Euro mehr gibt es für die Kreisstadt ein Plus von fast 74 Prozent. Kämmerer Gustl Trißl sieht das vornehmlich in der generellen Aufstockung der Verteilungsmasse begründet. "Große Städte wie München oder Regensburg hat man ja rausgenommen." Das kaum kalkulierbare Auf und Ab stelle so manche Kommune vor Probleme, weil die Berechnungsgrundlage auf die Ist-Ergebnisse zwei Jahre zuvor beruhe.

Die sind bei Waldsassen offenbar noch immer nicht die besten. Mit fast 2,9 Millionen Euro schöpft die Klosterstadt zwar erneut den Rahm ab, allerdings ist das auch ein Indiz dafür, dass die Gewerbesteuereinnahmen besser sein könnten. Auch noch im 2-Millionen-Bereich ist Mitterteich, wenngleich es hier knapp 9 Prozent weniger als im Vorjahr gibt.

Mit jeweils rund 1,5 Millionen Euro bleiben die Zuweisungen bei Wiesau und Erbendorf einigermaßen stabil. Auf die Summe kommt langsam auch die Stadt Bärnau mit der um 14 Prozent erhöhten Finanzspritze.

Dass es Kemnath ganz gut geht, will Roman Schäffler von der Finanzverwaltung so nicht stehen lassen. "Uns geht es im Vergleich besser als anderen." Allerdings so gut, dass die Stadt über 255 000 Euro weniger an Zuwendung bekommt. Ein Minus von satten 79 Prozent. Immerhin noch besser als früher einmal. "Wir haben fünf Jahre hintereinander überhaupt nichts bekommen."

Solidarpakt

Ein Schicksal, das mittlerweile auch schon zum dritten Mal die Stadt Waldershof teilt. Sie ist die einzige der 26 Kommunen des Landkreises, die leer ausgeht. Bürgermeisterin Friedrike Sonnemann hegt deshalb aber keinen Groll. "Das ist ein Teil des Solidarpakts." Außerdem sind die guten Steuereinnahmen der Kösseinestadt nicht zuletzt auch dank Cube und anderer Firmen ein Fakt. Außerdem habe Waldershof in der Vergangenheit gut gewirtschaftet, sich nicht im Schuldenmachen verheddert, sondern sei einen gesunden Mittelweg gegangen.

Sonnemann gibt durchaus zu, dass sich die finanzielle Situation durchaus ändern könne. Schließlich habe die Stadt einige sehr wichtige Projekte in der Planung, die einen erhöhten Finanzbedarf verlangten.
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