Adventsfeier des Elisabethenvereins Tirschenreuth - Stadtpfarrer stellt in der Messe die ...
Sorgen in den Hintergrund gerückt

Stadtpfarrer Georg Flierl feierte mit den Patienten und Betreuten des Elisabethenvereins einen Gottesdienst, bevor dann zur eigentlichen Adventsfeier ging. Kveta Fischer begleitete auf dem Keyboard. Bild: fsc
Lokales
Tirschenreuth
08.12.2014
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Die weihnachtlich geschmückte Kaffeetafel im großen Saal des Pfarrzentrums stand noch im Hintergrund, als gut 70 Frauen und Männer im Halbrund der Stühle Platz nahmen. Es waren Patienten und Betreute des Elisabethenvereins, die sich zur alljährlichen Adventsfeier eingefunden hatten. Sie waren selbst gekommen, mit Begleitung oder vom "Hol- und Bringdienst" der Schwestern mit den grünen Autos gebracht worden.

Die Leiterin des Pflegedienstes, Schwester Simona, hatte für alle ein herzliches "Grüß Gott" als Willkommensgruß und kündigte auch gleich eine andere, als die bisher gewohnten Adventsfeiern an: Nach einigen adventlichen Liedern zur Einstimmung stand nämlich eine heilige Messe im Pfarrsaal auf dem Programm. Das deshalb, weil viele der Patientinnen und Patienten wenig oder kaum die Gottesdienste in der Kirche mitfeiern können und die Schwestern deshalb den Stadtpfarrer, der ja auch Vorsitzender des Elisabethenvereins ist, gebeten hatten, ihre "Schützlinge" so in christlicher Gemeinschaft auf die Vorweihnachtszeit einzustimmen.

Dekan Georg Flierl war der Bitte sofort nachgekommen und richtete bei seinen Begrüßungsworten den Blick auf den Namenstag der Heiligen Barbara, die wegen ihres unbedingten Verlangens, Christin zu werden, den Märtyrertod erleiden musste. Barbara war in einem Turm eingesperrt, so erzählte der Stadtpfarrer aus der Legende, in dem sich nur ein Fenster befand. Nachdem die Gefangene den Turm verlassen hatte, waren plötzlich drei Fenster da: ein Signal und ein Zeichen für den Gott in drei Personen - Vater, Sohn und Heiliger Geist.

Die Heilige Barbara wird mit dem Turm als persönliches Attribut dargestellt, so wie die Heilige Margarete mit dem Lindwurm und die Heilige Katharina mit dem Rad, wusste der Stadtpfarrer und er erregte Heiterkeit bei den Gästen mit dem Spruch aus dem Volksmund: "Barbara mit dem Turm, Margarethe mit dem Wurm und Barbara mit dem Radl - das sind die heiligen drei Madel."

Mit der Lesung und den Fürbitten gestalteten Schwestern des Vereins den eindrucksvollen, weil mit beinahe spürbarer Dankbarkeit gefeierten Gottesdienst mit. Die musikalische Umrahmung kam von Kveta Fischer am Keyboard.

Sie gestaltete auch die anschließende gemütliche Kaffeerunde mit, zu der neben den Schwestern auch die Gruppe "Betreute Senioren" selbst gebackene und liebevoll verpackte Lebkuchen beigesteuert hatte. Eingerahmt von mehreren gemeinsam gesungenen Liedern fanden sich zahlreiche Gelegenheiten zu unterhaltsamen Gesprächen, die manche Patienten das Jahr über wohl vermissen und jetzt bei dieser adventlichen Feier ihre eigenen Sorgen und Krankheiten für wenige Stunden in den Hintergrund rücken konnten.
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