Alles andere ein Fiasko

In der Saison geht nix mehr im Tirschenreuther Hallenbad. "Gründlichkeit vor Schnelligkeit" gab der Kreisausschuss als Motto der anstehenden Sanierung vor. "Lassen wir den Firmen Zeit, Nägel mit Köpfen zu machen", verwies Kreisbaumeister Klaus Weig auf nicht gerade leichte Arbeiten. Archivbild: Grüner
Lokales
Tirschenreuth
17.11.2015
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Damit das Hallenbad nicht für immer baden geht, setzt es der Landkreis jetzt instand. Für 240.000 Euro. Viel Geld für eine Übergangslösung. "Aber unumgänglich", wie die Mitglieder des Kreisausschusses betonten.

Nachdem bei Wartungsarbeiten Korrosionsschäden aufgetaucht waren, hatte Landrat Wolfgang Lippert unter dem Eindruck des Eishalleneinsturzes vor ein paar Jahren in Bad Reichenhall nach den Ferien das Bad nicht mehr öffnen lassen. "Die Verantwortung kann niemand tragen", begründete er auch am Montag wieder seine Entscheidung.

In den vergangenen Wochen hatten nun Statiker und Sachverständige das komplizierte Dachtragewerk unter die Lupe genommen und waren zu dem Schluss gekommen: Die Standfestigkeit ist rechnerisch nachweisbar und die Tragfähigkeit trotz altersbedingter Schäden gewährleistet. Mit überschaubaren Reparaturen könnte das Bad zumindest für die nächsten fünf bis sieben Jahre gesichert werden.

Von den geschätzten Kosten von 240 000 Euro zog der Landrat noch das sonst alljährliche Defizit und die Personalkosten des Bademeisters ab, der nun an anderer Stelle eingesetzt werde, was erneut Einsparungen bringe. "Das Geld sollten wir in die Hand nehmen", sah Lippert dann ausreichend Zeit für weitere Planungen. "Sonst bricht uns für Jahre eine wichtige Infrastruktur weg." Das sahen die Fraktionen im Kreisausschuss unisono. "Gut und tragfähig auch für die Zukunft", sah Toni Dutz die gefundene Lösung. "Das Bad ist wichtig für den Schulsport und die Bevölkerung", wollte der CSU-Sprecher "nicht nur den Mund spitzen, sondern auch pfeifen".

Das taten ihm auch Hans Klupp von den Freien Wählern ("Die Übergangslösung ist auch vom Preis her zu schaffen"), Rainer Fischer von der SPD ("Alles andere wäre ein Fiasko und hätte bedeutet, dass das Bad für vier bis fünf Jahre ausgefallen wäre") und Günter Kopp von der Zukunftsliste ("Das Hallenbad ist unbedingt erforderlich") nach.

Nächstes Jahr soll eine Machbarkeitsstudie zeigen, wie es weiter geht: Teil- oder Vollsanierung oder sogar ein Neubau unter Einbeziehung Tirschenreuther Pläne mit dem Freibad.
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