Altabt Gregor Henckel Donnersmarck ruft zur Unterstützung von Flüchtlingen auf
Hilfe ist christliche Pflicht

Altabt Gregor Henckel Donnersmarck (Mitte) vom österreichischen Stift Heiligenkreuz war Hauptzelebrant bei der 342. Monatswallfahrt "Zur lieben Frau von Tirschenreuth". Mit am Altar standen unter anderem Stadtpfarrer Georg Flierl und Kaplan Paul Gebendorfer (von links). Bild: kro
Lokales
Tirschenreuth
19.10.2015
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Kein Blatt vor den Mund nahm bei der 342. Monatswallfahrt "Zur lieben Frau von Tirschenreuth" der 72-jährige österreichische Altabt Gregor Henckel Donnersmarck vom österreichischen Stift Heiligenkreuz. In seiner Predigt beklagte er, dass Europa seit drei Generationen Selbstmord begehe: Abtreibung, Empfängnisverhütung mit allen Mitteln zeugten davon. Europa sei dadurch zum Tode verurteilt.

"Menschen aus anderen Kulturen kommen nun zu uns, aber was ist zu tun?", fragte der Altabt. Die Aufgabe der europäischen Christen sei es, den christlichen Glauben an die Menschen weiterzugeben, die diesen bisher nicht kennen. Diese Mission beginne schon mit der Gastfreundschaft. "Aber sind wir dieser Situation gewachsen?", fragte der Altabt weiter. Die Christen müssten neu lernen, den Glauben anderen Menschen zu vermitteln und diesen auch positiv vorzuleben. Papst Benedikt XVI. habe gesagt, dass die Religion im Westen immer mehr an Bedeutung verliere. Einige Medien stellten die "dummen Religiösen" an den Pranger, die geballte Macht des Relativismus mache dem Glauben zu schaffen. Er forderte deshalb die Katholiken auf, fest zu ihrem Glauben zu stehen. Der katholische Glaube sei das universellste, was es gebe, "deshalb beten wir zu Maria für die Flüchtlinge, dass wir in der Lage sind, unseren Glauben sprechbar auszudrücken".

Papst-Mahnung ignoriert

Der Prediger ging auch auf seinen persönlichen Lebensweg ein. Er wurde 1943 in Breslau in Schlesien geboren, ehe er und seine Mutter mit Ordensschwestern hätten flüchten müssen. In Franken hätten sie eine große Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft erfahren dürfen, die unvergessen bleibe. Er habe zwar persönlich wenige Erinnerungen daran, aber man habe es ihm erzählt. Der Prediger ging auch auf die Flüchtlinge in Tirschenreuth ein. Es sei eine christliche Pflicht, diesen Menschen zu helfen. Schuld am aktuellen Flüchtlingsdrama, so der Altabt, sei der Irak-Krieg. Der damalige Papst Johannes Paul II. habe sich vehement gegen diesen Krieg eingesetzt, doch man habe nicht auf ihn gehört. Nun gebe es Millionen von Flüchtlingen auf der ganzen Welt. Er forderte alle auf, auf den aktuellen Papst und seine Botschaften zu hören und die Schöpfung liebevoll zu behandeln.

Zu Beginn des Gottesdienstes hatte Stadtpfarrer Georg Flierl den hohen Würdenträger aus Österreich in Tirschenreuth willkommen geheißen und sich angetan gezeigt von dessen Fitness. "Er ist selbst mit dem Auto aus Österreich zu uns hergefahren. Respekt!" Der Stadtpfarrer bat die Gläubigen, die politischen Entscheidungsträger mit ins Gebet einzubeziehen, so dass sie die richtigen Entscheidungen im aktuellen Flüchtlingsdrama treffen. Gesanglich wurde der Gottesdienst vom Tirschenreuther Kirchenchor umrahmt.
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