AOK-Gesundheitstag zu "Diabetes mellitus und seine Folgeerkrankungen"
Zuckerkrankheit gar nicht süß

Dr. Georg Aderbauer sprach beim Gesundheitstag der AOK in Tirschenreuth. Bild: hfz
Lokales
Tirschenreuth
08.12.2015
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Gut besucht war der Gesundheitstag der AOK zum Thema "Diabetes mellitus und seine Begleit- und Folgeerkrankungen". Direktor Klaus Lill konnte rund 100 interessierte Zuhörer begrüßen. Dr. Georg Aderbauer, Internist und Diabetologe aus Weiden, informierte kurzweilig über die Erscheinungsbilder.

Dabei ging er zunächst auf den Typ 1 ein, bei dem die Bauchspeicheldrüse kein Insulin mehr bildet. Die Ursache ist vor allem eine Autoimmunerkrankung, von der körpereigene, Insulin produzierende Zellen betroffen sind. Wesentlich häufiger ist laut dem Referenten allerdings der Typ-2-Diabetes, auch als Alters-Diabetes bekannt: 90 Prozent aller Diabetiker erkrankten an dieser Form.

Bei einem großen Teil der Betroffenen bestehe eine erbliche Veranlagung zu dieser Stoffwechselkrankheit. Hinzu kämen aber zusätzlich auslösende Faktoren wie etwa hohes Lebensalter, Übergewicht und Bewegungsmangel.

Dr. Aderbauer informierte die Zuhörer über die vielen Begleit- und Folgeerkrankungen des Diabetes-Typ-2, beispielsweise Schäden an kleinen und große Gefäßen, an den Nieren und Nerven. Damit verbunden sei oft eine Verschlechterung des Sehvermögens, im Extremfall bis zur Erblindung, Herz- und Kreislauferkrankungen, erhöhtem Schlaganfallrisiko, Nierenfunktionsstörungen bis zum Nierenversagen und zu Nervenstörungen mit Taubheitsgefühl, Kribbeln in den Beinen oder Störungen des Tastsinns führen. Dr. Aderbauer forderte die Erkrankten auf, regelmäßig ihre Füße auf Druckstellen oder Wunden zu prüfen. Nur durch rechtzeitige Behandlung könne man die Folgen des Absterbens von Gewebe und damit notwendigen Amputationen verhindern.

Christine Dux und Norbert König informierten über die Teilnahme am AOK-Curaplan-Programm. Zuvor konnten sich die Zuhörer den Blutzucker messen lassen und sich über die Angebote des Diabetiker-Treffs in Tirschenreuth informieren. Vertreter der Firma Wagner & Boßner, Optik und Hörakustik, Tirschenreuth, berieten die Interessierten über die verschiedensten Möglichkeiten der unterstützenden Optik bei schwerwiegenden Sehschäden.

Anna-Aloisia Haberkorn, Ökotrophologin bei der AOK-Direktion Tirschenreuth, informierte über die richtige Ernährung bei Diabetes mellitus. Die Besucher konnten sich außerdem selbst ihre Haferflocken für ein Müsli quetschen.
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