Argumente selbst abwägen

Dr. Zdenek Binder. Bild: hfz
Lokales
Tirschenreuth
05.02.2015
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Über 80 Prozent der Deutschen stehen der Transplantationsmedizin positiv gegenüber, aber nur 15 Prozent besitzen auch einen Organspenderausweis. Oberarzt Dr. Zdenek Binder würde das gerne ändern.

"Die Frage der Organ- und Gewebespende ist für viele Menschen eine wichtige Herausforderung und eine Entscheidung, die eigentlich nur jeder für sich selbst treffen kann", so der Tenor der AOK-Beiratssitzung.

Vorsitzender Peter Hofmann und AOK-Direktor Klaus Lill konnten dazu den leitender Oberarzt Dr. Zdenek Binder, Chirurg, Transplantationsbeauftragter im Kreiskrankenhaus Tirschenreuth und Mitglied des Ethikkomitees der Kliniken Nordoberpfalz AG begrüßen, der ausführlich über dieses Thema referierte.

In Deutschland herrscht eine permanente Organmangelsituation. 12 000 Patienten warten laut Binder auf ein Spenderorgan. Die durchschnittliche Wartezeit betrage sechs bis acht Jahre. "Täglich sterben drei Patienten auf der Warteliste."

Bevor Organe oder Gewebe für eine Transplantation entnommen werden könnten, müssen zwei grundlegende Voraussetzungen erfüllt sein: "Die Hirntod-Diagnostik muss den Tod des Spenders zweifelsfrei feststellen. Und für die Entnahme muss eine Einwilligung vorliegen", stellte der Mediziner klar. Diese Zustimmung erfolge durch Einwilligung des Verstorbenen zu Lebzeiten oder durch Personen, denen der Verstorbene die Entscheidung übertragen hat. "Wer selbst die Argumente für eine Organspende abwägt, erspart seinen Angehörigen in einer schweren Stunde eine schwierige Entscheidung."

Neben den bekannten Organen Herz und Niere könnten auch Lunge, Dünndarm, Leber und Pankreas sowie Gewebe wie Knochen, Blut, Haut und Augenhornhaut transplantiert werden. Hinzukommen auch Sehnen, Bänder sowie Gliedmaßen. Nach den Ausführungen von Dr. Binder darf die Entnahme der Organ- oder Gewebespende nur in zugelassenen Krankenhäusern, die nach ihrer räumlichen und personellen Ausstattung in der Lage sind, Organentnahmen von potenziellen Spendern zu ermöglichen. Die Transplantation selbst erfolgt dann wiederum nur in zugelassenen Einrichtungen.
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