Arm trotz Fulltime-Job

Über den Geldsegen aus dem Möbelhaus Gleißner freuten sich (von rechts) Geroldine Ondrusek, Hannelore Haberzett, Petra Gehring, Annemarie Flögel und Stadtpfarrer Georg Flierl sowie Edith Lippert (links). Die Kuverts überreichte Firmenchefin Liselotte Kulzer (Zweite von links). Bild: Grüner
Lokales
Tirschenreuth
28.12.2014
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Denen uneigennützig helfen, deren Leben aus Verzicht und Entbehrung besteht. So könnte der Leitspruch von Liselotte Kulzer heißen. Zu Weihnachten spendete die Chefin der "Gleißner Wohnschau" wieder 10 000 Euro an fünf Institutionen.

Bei der Überreichung der Schecks betonte Lieselotte Kulzer, dass es ihr und ihrer Firma ein besonderes Anliegen sei, die soziale Arbeit zu unterstützen. Es sei nämlich keineswegs selbstverständlich, dass sich Menschen für andere einsetzten. "Viele von uns leben im Überfluss. Uns geht es gut, aber es gibt viele Menschen, die durch Krieg und Katastrophen ihr Heim und all ihr Hab und Gut verloren haben", sagte die Spenderin.

Die aktuelle Situation beschert dem "Arbeitskreis Asyl" Arbeit ohne Ende. Davon berichtetenPetra GehringundAnnemarie Flögel. 125 Personen wohnen derzeit im Asylbewerberheim. Darunter etwa 12 Familien, 17 Kinder und 3 Babys. Die Leute stammen unter anderem aus Pakistan, Afghanistan, Russland, Syrien, Äthiopien (die stärkste Gruppe mit rund 30 Personen), Iran, Irak, Somalia, Albanien und Georgien.

Annemarie Flögel gibt im Asylbewerberheim seit Jahren Deutschunterricht. Seit neuestem wird sie von Horst Adler und Klaus Wendler unterstützt. Die beiden ehemaligen Lehrer halten ihren Unterricht in den Räumen der Volkshochschule.

Selbstwertgefühl stärken

Die Spendengelder sollen bei der Freizeitgestaltung Verwendung finden. So sei etwa eine Winterwanderung zum OWV-Heim oder ein Ausflug ins Felsenlabyrinth Luisenburg geplant. Flögel warb auf diesem Weg dafür, die Asylsuchenden zu akzeptieren und zu versuchen sie zu integrieren. Das sei besonders wichtig für die Stärkung des Selbstwertgefühls.

Geroldine Ondrusekist das Herz der "Aktion Solidarität". Auch in diesem Jahr sind wieder zwei Container mit Hilfsgütern nach Ruanda gegangen. Dort ist der Salesianer-Pater Donko seit 1981 vor Ort und kümmert sich in der Hauptsache um Schul- und Berufsausbildung und um die medizinische Versorgung der Bevölkerung.

Hannelore Haberzett von der "Jugendhilfe Sankt Elisabeth" betreut mit ihrem Team etwa 250 Kinder und Jugendliche. Das Einzugsgebiet ist riesig. Die jungen Leute kommen aus den Landkreisen Tirschenreuth und Neustadt/WN, der Stadt Weiden, der Region um Amberg, Sulzbach und Wunsiedel. Und aktuell auch noch neun unbegleitete Flüchtlinge zwischen 16 und 18 Jahren aus Afghanistan, Somalia und Syrien.

Dem stehen über 100 Mitarbeiter gegenüber, die die Kinder im Heim und in den Tagesstätten betreuen. Außerdem sind sie auch oft in den Familien und den Schulen vor Ort.

Die Schirmherrin der "Aktion Lichtblicke", Edith Lippert, erklärte, dass ihre Institution zwar auch Asylbewerber unterstützt, aber durchaus auch in der eigenen Bevölkerung viele Schicksalsgeplagte auf Unterstützung hofften. So gebe es immer mehr Familien, die trotz Fulltime-Job nur knapp über die Grenze eines Hartz-IV-Empfängers kommen.

Schwierige Finanzierung

Der Tirschenreuther Stadtpfarrer Georg Flierl kennt ähnlich gelagerte Fälle und vergrößert mit dem Geld den "Fonds für Familien". Immer beim Neujahrsempfang werden daraus Familien bedacht.

Annemarie Schraml konnte den Scheck aus Termingründen nicht selbst entgegennehmen. Das Geld fließt einmal mehr in ihre Aktion "Feuerkinder". Bei der Klumpfußbehandlung in Tansania ist die Finanzierung das Schwierigste.
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