Auf Polizisten folgen Studenten

Lokales
Tirschenreuth
27.06.2015
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Vorausschauend handeln ist für Franz Stahl eine Maxime. Deshalb ist die Nutzung des alten Polizeigebäudes für die Außenstelle der Hochschule schon im neuen "Integrierten Stadtumbaukonzept" enthalten.

In dem Leitfaden für die Ortsentwicklung zeigen sich in vielen Bereichen die Wünsche und Möglichkeiten. Schon 2006 hatte Tirschenreuth das erste Konzept auf den Weg gebracht. Im vergangenen Jahr war eine Aktualisierung beschlossen worden. Fachstellen und Bürger wurden dabei befragt. Und bei den Ideen hat Franz Stahl schon früh darauf spekuliert, dass Tirschenreuth einmal Außenstandort der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) werden könnte.

Bei der Stadtratssitzung am Mittwoch gab Stahl den aktuellen Stand der Evaluierung des Stadtumbaukonzeptes bekannt. Und darin werde natürlich der Umbau des alten Polizeigebäudes an der Hochwartstraße berücksichtigt. Nach Abstimmungsgesprächen könnte das neue Konzept noch Ende Juli in den Stadtrat kommen. Am 15. Oktober soll dann das Konzept bei einer Bürgerversammlung präsentiert werden.

Stahl: PI-Gebäude geeignet

Zum OTH-Außenstandort wusste Stahl, dass ab dem nächsten Jahr rund 30 Studierende für den Bachelorstudienlehrgang "Soziale Arbeit" nach Tirschenreuth kommen sollen. Alle Jahre werde die Zahl um weitere 30 Studierende, bis auf maximal 150, aufgestockt. "Wir müssen die räumlichen Voraussetzungen schaffen", beschrieb Stahl die weitere Vorgehensweise. Das alte PI-Gebäude wäre wohl geeignet. Und erste Gespräche über die Sanierung seien bereits geführt worden. Im Frühjahr müssten dann die Umbauarbeiten beginnen. "Für Tirschenreuth ist das ein enormer Gewinn", freute sich Stahl über diese Entwicklung.

Bei der Sitzung beschloss das Gremium die Einführung eines Beitragspaketes für den städtischen Kindergarten. Damit würden Zusatzkosten, wie für Getränke oder Obst, abgedeckt. Bisher werden die Gebühren von den Betreuerinnen eingesammelt. Ähnliche "Pakete" würden auch in den anderen Einrichtungen in der Stadt erhoben. Das Beitragspaket soll für die Buchungszeit bis fünf Stunden 5 Euro betragen, für die Zeit über fünf Stunden 8 Euro. Der Vorschlag wurde einstimmig angenommen.

Versöhnliche Haltung

Viel Rücksicht auf die Wünsche der Bauherrn nimmt der Stadtrat auch stets bei der Behandlung der Bauanträge. Bei einem Vorhaben in Kleinklenau wollte das Bauamt der Errichtung eines Wohnhauses mit Garage keine Zustimmung erteilen. Dachneigung, -eindeckung oder Fensterverteilung waren seiner Meinung nach zu weit von den Vorgaben entfernt. Im Stadtrat herrschte dann eine versöhnliche Haltung. "Das kann man sehen", beurteilte Paulus Mehler (CSU) den Plan und Hans Gmeiner (CSU) war froh, "dass überhaupt was gemacht wird". Auch Günther Franz (Freie Wähler) war der Wunsch der Bauherrn wichtig: "Wenn die es so wollen, dann sollen sie so bauen!" Auf jeden Fall erkannte Franz eine Verbesserung zum jetzigen Zustand.

Harald Siegert (CSU) unterstützte ebenfalls das Vorhaben, auch weil dadurch eine junge Familie in den Ort kommt. Und bei der Dachfarbe wollte Paulus Mehler nicht zu sehr an rot festhalten, "wenn dann hinterher eine Solaranlage drauf kommt". Franz Stahl verteidigte die Haltung des Stadtbauamtes, das hier die fachliche Meinung einbringen müsste.

Einmal mehr verwies Stahl auf das Prozedere bei den Anträgen. "Wir stellen nur das Einvernehmen her, die Genehmigung erfolgt durch das Landratsamt". Karl Berr (Wählergemeinschaft Umwelt) wollte es sich nicht so einfach machen und die Entscheidung an das Amt weiterleiten. Berr störte die Ausführung des Bauvorhabens. Deshalb verweigerten er und Kerstin Kurzeck ihr Einvernehmen. Der Rest im Stadtrat hatte mit dem Vorhaben keine Probleme.
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