Auf vielfältige Weise das Wohl der Kinder im Blick - Fallbeispiel einer jungen Mutter
Mit "Koki" auf gutem Weg

Lokales
Tirschenreuth
01.12.2015
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Pia Kürschner gab die Marschrichtung vor: "Wir wollen so viele Akteure wie möglich ins Boot holen, die mit Kindern bis drei Jahren zu tun haben." Als Vertreterin des Netzwerks "Frühe Hilfen" stellte sie mit Marianne Fütterer im Jugendhilfeausschuss die Arbeit der "Koki"-Stelle vor. Diese Abkürzung steht bayernweit für "Koordinierungsstelle frühe Kindheit".

"Wir sind auf einem guten Weg", zog Kürschner fünf Jahre nach der Gründung Bilanz. Auch der Austausch mit den Stellen in Weiden und Neustadt funktioniere. "Unsere Netzwerk-Erklärung haben mittlerweile 63 Partner-Organisationen unterschrieben."

Damit sich die Ausschuss-Mitglieder ein Bild von der konkreten Tätigkeit machen konnten, schilderte Marianne Fütterer ein anonymisiertes Beispiel. Eine junge Mutter mit eigener Verstrickung in die Crystal-Szene hatte Probleme mit dem drogensüchtigen Partner und Angst, ihr Kind zu verlieren. Nachbarn hatten dem Jugendamt einen Hinweis gegeben, dass es dem Kleinen nicht so gut gehe. Beim Besuch in der Wohnung der jungen Frau ergaben sich zwar keine Anhaltspunkte auf Kindswohlgefährdung, die Behörde musste nicht einschreiten.

Die junge Mutter zeigte sich für Unterstützung jedoch aufgeschlossen. In der Folge begleitete "Koki" Gespräche mit der Suchtberatungsstelle, unterstützte bei der Trennung vom Vater, vermittelte stundenweise eine Kinderbetreuung für die Alleinerziehende. "Die Mutter gewann Selbstvertrauen und entwickelte wieder Ziele, auch beruflich", berichtete die Sozialpädagogin von der weiteren Entwicklung. Eine Mutter-Kind-Kur wurde ermöglicht. Dank der Aktion "Lichtblicke" des Landratsamtes in Zusammenarbeit mit dem Medienhaus "Der neue Tag" gab es eine finanzielle Unterstützung, damit die junge Frau den Führerschein machen konnte.

Oft seien es die einfachen Dinge, mit denen eine schlimme Entwicklung zu vermeiden wäre, erklärte Marianne Fütterer. "Sehr viel Leid auf Seiten der Eltern und Kinder wäre bei frühzeitigen Hilfen zu vermeiden", zitierte sie eine Psychologin. Sehr verbreitet seien bei jungen Müttern psychische Probleme, beispielsweise postnatale Depressionen. Auch hier biete "Koki" Unterstützung an.
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