Auge in Auge mit dem Adler

Neben dem Fischadler hat auch die Oberpfälzer Natur noch viele weitere spannende Facetten zu bieten. Die Bilder von Fotograf Berndt Fischer sind im Museums-Quartier zu sehen. Bild: axs
Lokales
Tirschenreuth
15.05.2015
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Sanfte Klänge von Querflöte und Klavier erfüllen den Raum, an den Wänden schleicht ein Luchs durch den Neuschnee, ein Hermelin springt geschickt über den Waldboden und eine Fischotterfamilie lugt aus dem Wasser hervor. Das "Grüne Dach Europas" ist im Museums-Quartier.

Das größte zusammenhängende Waldgebiet Mitteleuropas erstreckt sich von Oberfranken, über die Oberpfalz, Niederbayern und Böhmen bis nach Österreich. Unter diesen unzähligen Bäumen war der Autor und Fotograf Berndt Fischer jahrelang unterwegs. Bei seinen langen Streifzügen durch die dunklen Moore und zerklüfteten Felsformationen hat er tausende Schnappschüsse von seltenen Tieren und Pflanzen gemacht.

Und das stundenlange Ausharren für den perfekten Moment hat sich gelohnt. Davon kann man sich jetzt auch in der Kreisstadt überzeugen. Denn ergänzend zum Bildband "Das grüne Dach Europas" gibt es noch eine Wanderausstellung, die ihren Weg ins MQ gefunden hat. "Zuvor waren wir im Tiergarten Nürnberg, jetzt in Tirschenreuth; eine schöne Steigerung", schmunzelt Wolfgang Benkhardt vom Buch- und Kunstverlag Oberpfalz bei der Eröffnung im kleinen Kreis. Er stellt die einzigartige Natur der Region als großen Gewinn heraus, der den Vergnügungsmöglichkeiten von Metropolen entgegen gesetzt werden kann. "Leider verlieren viele Menschen etwas den Blick für solche Dinge", so Benkhardt weiter.

Exoten in der Teichpfanne

Besonderes Augenmerk legt er auf ein Foto, das direkt im Stiftland aufgenommen wurde. Es zeigt seltsame blaue Frösche, wie man sie aus Dokumentationen über exotische Urwaldbewohner kennt. Doch tatsächlich handelt es sich um Moorfrösche, die ihr schillerndes blaues Gewand nur während der wenigen Tage der Paarungszeit anlegen.

Stadtrat Karl Berr, der selbst ein Biotop besitzt, erinnert sich: "Ich habe diese Frösche vor Jahren selbst gesehen und fotografiert." Auf dem Bauch liegend oder kniend mühte er sich ab, um einen gelungenen Schnappschuss zu bekommen. Wieder zu Hause allerdings musste er feststellen, dass der Film in der Kamera fehlte. "Das ist mir nur einmal im Leben passiert", kommentiert er die Anekdote.

Blick für Natur

Eben diese Frösche und viele andere Naturschönheiten bevölkern bis zum 28. Juni die Wände im MQ. Insgesamt sind 30 großformatige Bilder ausgestellt, beschrieben in Deutsch und Tschechisch. Die Fotografien sollen den Menschen den Blick für die faszinierende Natur, die direkt vor der eigenen Haustüre zu finden ist, wieder öffnen.

Der Mann hinter der Kamera, der seinen einzigartigen Schatz an Bildern für die Ausstellung und das Buch geöffnet hat, ist der gebürtige Amberger Berndt Fischer. Am Donnerstag, 11. Juni, um 20 Uhr entführt er alle Interessierten bei einem Multivisionsvortrag weiter unter das grüne Dach Europas. Ein einfühlsamer Vortrag zum Schauen, Nachdenken und Staunen. Der Eintritt beträgt vier Euro.
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