Bärnau will durch Herausnahme aus Schutzzone Chance auf Baumhotels erhalten
Weiter Wirbel um Wiese

So war es einmal geplant, das Baumhaus-Hotel auf der Silberhütte. Dann sprang der Investor ab, weil naturschützerische Belange dem Vorhaben im Wege standen. Die will Bärnau jetzt aus dem Wege räumen. Bild: Baumpalast
Lokales
Tirschenreuth
03.03.2015
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Ob im Gebiet Silberhütte jemals Baumhotels zum Träumen einladen, steht in den Sternen. Doch die Stadt Bärnau will beharrlich ein Hindernis aus dem Weg räumen: Ein wertvolles Biotop soll aus dem Landschaftsschutzgebiet herausgenommen werden, um die gewünschte Erschließung zu sichern. Nun ist der Kreisausschuss diesem Ansinnen einen Schritt näher getreten - trotz großer fachlicher Bedenken der Naturschützer.

Schon mehrfach beschäftigten sich die politischen Gremien mit den Plänen, für die es konkret gar keine Investoren mehr gibt. Die Stadt Bärnau will das Projekt auch nach dem Ausstieg eines Unternehmers vor einem Jahr nicht zu den Akten legen. "Es könnte etwas Großes daraus werden", warb Bürgermeister Alfred Stier im Kreisausschuss um Unterstützung. "Auch wenn der Bau von Baumwipfel-Hotels erst lächerlich erscheinen mag, wir müssen den ersten Schritt tun." Im Bereich um Altglashütte müsse etwas passieren, um das ganze Gebiet wirtschaftlich interessant zu halten.

Aktuell habe man keinen Investoren, sagte Stier auf Nachfrage. "Aber wenn wir das Gebiet nicht entsprechend vorbereiten, werden wir nie einen finden." Der Vorschlag des Landratsamtes, das Gelände auf der rückwärtigen Seite zu erschließen, laufe ins Leere. "Der ganze Charakter des Waldsaums wäre tot."

Landrat Wolfgang Lippert berief sich auf den Kompromissvorschlag der Unteren Naturschutzbehörde. Demnach könnten für das Projekt durchaus Teilflächen aus dem Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald herausgenommen werden, "aber nicht diese besondere Wiese". Das sei nach wie vor seine persönliche Überzeugung. Toni Dutz erklärte für die CSU-Fraktion jedoch, man werde das Anliegen der Stadt Bärnau "vollinhaltlich" unterstützen.

Als auch Hans Klupp (Freie Wähler) anklingen ließ, sich von den Bärnauer Argumenten überzeugen zu lassen, brachte der Landrat eine weitere Alternative ins Spiel: Die Stadt Bärnau soll sich selbst planungsrechtliche Auflagen geben, die Wiese durch geeignete Maßnahmen zu schützen. Etwa durch einen Holzzaun, wie Toni Dutz vorschlug. Oberregierungsrätin Regina Kestel konnte sich eine baurechtliche Verpflichtung der Stadt vorstellen, die geschützte Wiese nicht zu überplanen.

Nun liegt der Ball wieder bei Bärnau: Die Stadt muss dem Kreisausschuss eine entsprechende Vorlage liefern. "Wir müssen auf den Naturschutzgedanken Rücksicht nehmen. Die Silberhütte ist ein tolles Gebiet", gab Rainer Fischer (SPD) dem Bürgermeister mit auf den Weg.
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